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sunday Poem: konstanten

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konstanten

 

 

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herbstschritt -Gedicht-

mit deinen eichenen augen
sinkst du gegen den saum des hügels
schwarz und gekrönt von bäumen
absichtsvoll verloren
blieb nur die gefiederte spur von dir
eine handvoll fährte kaum genug
für einen kopfschmuck
dein birkener blick sagt sand
allem aus dem du verschwindest
haftet etwas von dir an
mit allem was du versenkst
steigen die pegel ein stück
mit deinem herbstschritt
bleibst du bereits weit
weit hinter uns zurück

 

 

 

 

…es ist zwar laut Kalender Sommer, aber das Wetter erlaubt durchaus ein Gedicht mit etwas Herbst, nicht wahr?!

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Meinetwegen Alaska -Gedicht-

 

Okapi-Gmbh-Marktforschung-Feldarbeit-Bleistift
sag von mir aus
es komme dir spanisch vor
wir sind uns nur noch fern-
mündlich nah
ich sag es nicht gern
aber auch sowas kommt vor
sag mir alles was du weißt über:
meinetwegen havanna.

sag von mir aus
alles komme dir kleiner vor
wir bleiben uns nur noch fern-
schriftlich vertraut
man schreibt es nicht gern
aber auch sowas kommt vor
sag mir alles was du weißt über:
meinetwegen andorra

sag von mir aus
es komme dir kühler vor
aber wir halten uns noch fern-
warm
du hörst es nicht gern
aber auch sowas kommt vor
sag mir alles was du weißt über:
meinetwegen alaska

 

 

 

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– Seestück & Urlaub-

see

Endlich! Morgen geht`s ab auf die Insel, für die ich sowas von reif bin! Aus diesem Anlass noch einmal mein: Seestück. Mittlerweile gibt es so viele davon, dass eine gute Bekannte meinte, es könne doch bald mal eine „See-Torte“ geben….das ist wahr.
Ich wünsch Euch erst mal was- bis bald!

Am Sommerurlaub haben sie bisher nicht gespart, auch wenn er Jan für den Rest des Jahres mit immer mulmigerem Gefühl die Kontoauszüge ziehen ließ. Er empfand beim  Prüfen dieser Zettel immer dieselbe merkwürdige Enttäuschung und nicht einmal nur wegen der zum Monatsende gen Null tendierenden Zahl. Ein schönes Wochenende, ein Urlaub, besondere Momente, alles war darauf in Buchungen übersetzt und die Erlebnisse, die damit verbunden waren, nicht erwähnt.

Ein gemeinsames Essen, (die Kinder liebten das chinesische Buffet) an einem Tisch, in den unter einer Glasplatte eine kleine Landschaft aus Bambus eingelassen war; konzentriertes, unbeholfenes Stochern mit Stäbchen in Reis war hier nur eine Abbuchung von 54 Euro von einem Empfänger namens Lotus-Lokal. Und der verfluchte Glückskeks, der mit der Rechnung gebracht wird, barg bei Jan den Spruch auf einem Zettel:

„Es ist an der Zeit, ein wenig Geld zu sparen!“

Ein Ausflug in die Stadt, an einem klaren Frühlingstag, ein Bummel um den See und durch Geschäfte mit einem neuen Buch für die Tochter und einem kleinen Spielzeug für den Sohn ist auf diesen Auszügen nur

8 Euro 95 an ihre bevorzugte Buchhandelskette und

7 Euro 50 an den Spielzeugladen.

Trostlos, denkt Jan dann und hat einen neuen Grund, sich diese lichtempfindlichen Zettelnicht mehr anzusehen.

Es ist eigentlich alles so einfach. Allein das Fehlen jeglicher Verpflichtungen lässt ihn herunterschalten. Er war schon als Kind begeistert gewesen vom flackernden Schnee im Fernsehen in Sendepausen (auch etwas, das es nicht mehr gab und was er den Kindern erst hätte erklären müssen). Für ihn hatte es immer etwas Beruhigendes gehabt. Ähnlich geht es ihm jetzt mit der monochromen Fläche Silbergrau, vor der er steht.

Ein Ärobier an seinen Elementsgrenzen, den aufrechten Gang gewohnt als Ausweis seiner fortgeschrittenen Spezies, doch ahnend, der Quastenflosser belächelt beharrlich die Zentralperspektive. Das Meer ist seit jeher des Himmels Reim, mit verminderter Transparenz, anders im Aggregatszustand und ohne zweifelhafte Transzendenz: Neptun und die Mischwesen aus Mensch und Fisch sind längst schon Disney und harmloser Kitsch.Und die Atlanter? –Sie gähnen gelangweilt

Es ist noch immer derselbe Parkplatz, den sie zuerst ansteuern, nur teurer. Immer noch derselbe See, um den sie laufen, um ans Meer zu gelangen. Jetzt gibt es dort auch Tretboote. Was damals ein Verliebtenparadies war, ist jetzt ein Kinderversprechen geworden, das von der Gegend gottlob (noch?) mühelos gehalten wird.

Jan weiß, später werden die Kinder über diese Urlaube eventuell anders denken, werden sie spießig oder altmodisch finden und vielleicht wenigstens mit einem Lächeln sagen, dass die Alten sich halt nie weiter weg getraut haben. Oder sich schämen, wenn die Freunde und Klassenkameraden erzählen, an welchen exotischen Orten sie selbst ihre Ferien verbracht haben.

Jan registriert andere Dinge. Die Einheimischen sind geschäftsmäßiger geworden und weniger ruppig, seit die Flüge ins Ausland so billig sind. Ein wenig spürt er die Schäbigkeit des Ganzen, bemerkt plötzlich die Familien, die mit ihnen hier sind. Sie wirken nicht, als führen sie aus Überzeugung hierher, sondern, weil das Budget nichts anderes zulässt. Zwar werden hier und da nutzlose Dinge allzu freigiebig gekauft, aber das ein oder andere Eis  dann aber ohne Begründung gestrichen. Er fragt sich, ob sie auch so wirken und kann das zum Glück (noch?) verneinen.

Unglaublich klein sind die Kinder, wenn sie nur 30 Meter entfernt von ihm im Watt stehen und mit ihren Schaufeln Dämme anlegen und zum Einsturz bringen und neue aufbauen.Als er damals mit Sonja allein hier war, hat er auch Familien beobachtet, aber die wirkten anders. Bollerwagen mit Kindern hinter sich herziehend, Eimer oder Schaufeln schleppend, ganz gewöhnlich. Ganz wie heute auch, aber damals kam ihm das erstrebenswert vor. Das wollten sie auch und wenn ein Pärchen ungefähr ihrer beider Statur hatte oder etwas in der Wirkung ähnlich war, haben sie sich oft vorgestellt, das sie das sein könnten, zehn Jahre älter.

Vor diesen grauen Flächen; vor dieser leise schwappenden See, diesem diesigen Himmel ohne jede Tiefe fühlt sich Jan erstaunlicherweise beruhigt. Grobes, unregelmäßiges Gras im klumpigen Sand, Pfützen vom gerade erst abgezogenen Regen wie große Scherben darin. Es riecht nach Meerdas heißt, genau genommen- nach salzigem Schmodder und Schlick, alles andere als fein. Plärrende Kinderstimmen und polterndes Elterngeschimpfe in unattraktiven Dialekten wehen vom Spielplatz herüber. Auf der Bank links schweigt eine bärbeißige Alte mit Krampfadern ihren Bildzeitung lesenden Mann an. Von Mutterschaft und Langeweile völlig zerstörte Körper liegen in pedantisch aufgehäuften Sandfestungen mit Deutschlandfähnchen, am Fähranleger drängeln ältere Eltern mit ihren sportiven Hightech-Kinderwagen in der Schlange vor. Trekking-Jacken, Künstlerschals um Vertreterhälsen, gut gelaunte Männergesangsvereine aus dem Rheinland mit Fischerhemden aus dem Andenkenladen über den Bierbäuchen. Trostlos tobendes Menschengewirr in einer denkbar unwirtlichen Enttäuschung aller Sommerträume.

Das sind wir nicht. Das sind wir immer noch nicht, denkt er. Wir sind immer noch: etwas Anderes, etwas anders. Bei allen Elternabenden, allen Besuchen von Disney-Filmen, allem Kuchenbacken für den Sonntagskaffee ist das Andere nicht in der Mehlschwitze der deftigen Bratensoße ertrunken.

Ein Streifen helles Blau oben, ein Streifen dunkles Blau unten. Ein Tag am Meer. Wenn du es auf den Kopf stellst wird es eine Nacht, mit einem dunklen Himmel und einem vom Restlicht aufgehellten Meer.

Als habe sich das Meer irgendwann für die nächsten Milliarden Jahre für das Gleiten als vorübergehenden Zustand entschieden. Er weiß ja, dass das Meer das schon ewig tut, dieses Hin und dieses Her. Wenn es still liegt, kann man sich nicht vorstellen, dass es rau und wild sein kann. Wenn es aufgewühlt Wellen an den Strand wirft, glaubt man, es wird nie wieder damit aufhören. Wenn Jan sich besinnt, weiß er, dass niemand sagen kann, ob es immer so weiter geht: Ebbe, Flut, Ebbe, Flut, ständige Wiederholung, die ja angeblich nirgendwo hinführt. Gleichmaß, Gleichförmigkeit, im ewig gleichen Rhythmus, wie Herzschlag. Fort sein, anschwellen, da sein, abschwellen. Nie für immer da, nie für immer fort.

Er weiß ja, dass auch nach 1000 Seiten, nach 30, 40 oder 70 Jahren nicht alles gesagt ist. Das letzte Wort; noch nicht gesprochen, welches wird es sein? Er weiß, er kann nur versuchen, Fäden zu finden und festzuhalten, bis sich eine Art Netz bildet, einzelne Fundstücke, Knüppel von Treibgut sammeln und zusammenzufügen, bis das Gebaute einem Floß gleicht, auf dem man theoretisch fahren kann. Er kann nur Puzzleteil auf Puzzleteil versuchen unterzubringen und nicht zweifeln, wenn auch nach Jahren nur ein unwesentlich abgestuftes Blau zu sehen ist. Er kann nur Karte um Karte umdrehen, in der Hoffnung, das die richtige irgendwann kommt. In seinen Träumen muss er Auto fahren, stundenlang im Kreisverkehr und er tut das erstaunlich langmütig, immer daran glaubend, dass die richtige Ausfahrt irgendwann, wie aus dem nichts auftaucht und irgendwo hinführt.

Jan sitzt auf einer Bank am Wasser und besieht die Wolken.

Sie ziehen sehr langsam, sehr tief. Jan sieht ein um das andere Mal eine tiefschwarze Regenwolke, auf eine Helle folgen, beide jeweils von der sinkenden Sonne grell beleuchtet, in ihrer Farbkraft verstärkt. Jan sieht den Schwarm Möwen auf der nahen Düne unter jeder dunklen Wolke, die darüber zieht, sich nervös erheben und sich unter der folgenden Hellen wieder niederlassen.

Er empfindet, an einem Bonbon lutschend, auf einmal das Glück, nichts anderes zu tun zu haben und erwartet das Endes dieses Gefühls. Er nimmt sich das erste Mal seit langem als handelnde Person mit einem Effekt wahr, als auf sein Rascheln mit dem Bonbonpapier ein dicker schwarzer Vogel neben ihm auf der Bank landet.

Es ist, als probiere er ein Spiel aus, als Zeitvertreib; das Spiel, die Dinge genau anders herum zu betrachten als gewohnt. Er sieht, wie das Meer endlos Wellen an den Strand stößt, die dort schnell versanden; wie die Wolken ständig kleine, vom Wind bald aufgelöste Teile absondern, und weiß plötzlich, er hat die ganze Zeit ebenso Teile von sich abgestoßen und ist trotz dessen immer noch der, der er ganz am Anfang war. Alles, was er an Selbstauslöschung und Auflösung betrieben hat, ist gescheitert. Ist er gescheitert?

Er weiß es nicht.

Als wäre alles, was er sich nicht zugestehen wollte, ihm heimlich gefolgt und nun, da er einen Augenblick unachtsam war, unwiderruflich zu ihm zurückgekehrt. Er weiß noch nicht, ob er das gutheißen soll, aber er weiß, er muß es nicht jetzt entscheiden und das tut ihm wohl.

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English breakfast tea -Gedicht-

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English breakfast tea


draußen folgt die dämmerung deinem befehl
und bereitwillig stürzt sich der mond in dein glas
gehorsam versammeln sich die vögel zum chorgesang
und du greifst behände nach dem salz und der sonne

ich hänge noch fest im labyrinth der maserung des tisches
du richtest brett und löffel orthogonal und parallel
zu kante zu wand und zu fensterbank aus
und immer ist dein messer das schärfste

mein blick sinkt in die ölige schwärze des kaffees
während du die oberfläche deines tees in kalkuliertes kräuseln legst
er ist dünn du hast kontrolle über jedes einzelne trudelnde blatt darin
und sicher längst deren genaue zahl erfasst

ich finde mein brot vor lauter krümeln nicht mehr
wenn du das deine brichst fallen zwei oder drei und stets
geordnet genau in die linie sonnenlicht wir tauschen
zuckerwürfel übern tisch vergleichen die zahl unserer augen

nur an den stellen die dich betreffen
ist mein gewissen blank und abgegriffen
was mir steilwand ist ist dir nicht schwelle
verlangsamt nicht andeutungsweise deinen schritt

ich bin nur hier um deine abwesenheit zu bezeugen
das geflecht des sessels beklagt knarrend dein fehlen
die wände wiederholen was du vor tagen sagtest
und in der vase seh ich die tulpen die köpfe beugen

 

 

 

 

 

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Eingeordnet unter -, lyrisch

Heimatlied

Heimat-Gestickt-1…mittlerweile ist es in meinen beiden letzten Bänden enthalten: mein mega-ultra-extended Heimatlied….aber da es bald wieder einen Heimatabend mit Thorsten Trelenberg geben wird, krame ich es schon einmal neu heraus.

 

Wo meine Wiege stand Es ist genau dieses wort das du nicht sagen willst gegen das du dich sträubst und das doch immer vorn auf der zunge liegt wie ein uferstein  Ein ganz besonders gelagerter ort weil höchstgradig unbestimmt nicht in planquadraten und quadratkilometern auszudrücken Da greifen lautverschiebungen nicht und keine landmarken Höchstens die altbierlinie könnte als referenz herangezogen werden aber du trankst zur relevanten zeit noch höchstens cola Nicht einmal teilst du deine antwort mit deinen eltern Mutter war von sonstwo vater von woanders her Das war konkret zunächst das haus und der garten mit dem gekappten baum und der wellblechgarage die bude zwischen den verwilderten sträuchern und der wimbledonrasen der nachbarn nebenan Das waren karnevalswagen aus dem schlafzimmerfenster Das war die engländersiedlung mit barbecue auf den balkonen bei minusgraden Das waren vaters heftchen unter der wintergarderobe im abstellraum Die ecke unweit des klärwerks am dreckigen fluss Die zuckerfabrik in der einen die litfaßsäule dann der supermarkt in der anderen richtung Das war konkret die nachbarin mit der kittelschürze den kies penibelst zurück in die rinne fingernd und die fugen der wegplatten mit der zahnbürste scheuernd rechts und links die alleinstehende kettenrauchende und demente nachbarin die irgendwann unterm balken hing Das war die tante mit ihrem salzlakritz Das war konkret großvaters kellerbüro mit dem cognac zwischen den akten und dem vollen aschenbecher das bakelit-telefon mit seinem überzug aus brokatimitat der marmortisch seine prothese das vorzimmer seiner lispelnden sekretärin ihr drehstuhl Das war die schwammige wiese mit dem trübsinnigen pony der park mit den enten im feuchten gras dem verhassten verkehrsübungsplatz Das war der spielzeugladen mit den schlümpfen und dem matchbox fuhrpark aus blech Das war mutters bevorzugtes haushaltswarengeschäft mit den uralten himbeerdrops Das war kaffee- und zigarettenkaufen und die erste aufgeregte auslandserfahrung 3 kilometer von zu haus wo sie vaters paßfoto mit den fahndungsplakaten verglichen da er einen bart und das haar lang trug dabei fürchteten wir hochwasser mehr als den roten terror Das waren 20 sekunden vom pokalspiel der viktoria in der sportschau am samstag o:1 gegen einen bundesligaaufsteiger Weiterlesen

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Sunday poem

fürchte

 

..dies ist -neben anderen- auch zu finden auf meinem Profil bei fixpoetry

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Eingeordnet unter -, lyrisch