Translating Trakl IV

 

anitrakl

 

Down down down

Über das weiße wasser
flüchteten die flieger
am abend widersprechen wir leuchtend dem ostwind

über unsere bestimmung
ist eine gesprungene kuppel gewölbt
ein schnelles fahrzeug erwartet uns in der allee

die stadt summt mit ihren generatoren
dornenbesetzt sind die tore
lass uns endlich blind am ende beginnen

strich2

…ein weiteres Beispiel aus meinem neuen Projekt: den „Trakl-Translations“. Meine Bearbeitung von Trakls Gedicht Untergang. Das Original tönte wie folgt:

 

Untergang

An Karl Borromaeus Heinrich

Über den weißen Weiher Sind die wilden Vögel fortgezogen. Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind.

Über unsere Gräber Beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht. Unter Eichen schaukeln wir auf einem silbernen Kahn.

Immer klingen die weißen Mauern der Stadt. Unter Dornenbogen O mein Bruder klimmen wir blinde Zeiger gen Mitternacht.

 

 

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Foxy

fuchs

 

die nächtlich rangierten waggons kreischen
dämmriges röhrenlicht reicht nicht bis zum boden
dies ist das betonierte herz der provinz
der fernverkehr fährt durch ohne zu bremsen

ein mitwartender im rostroten mantel
und weißen gamaschen tritt von
hinter dem snackautomaten an die kante
nickt dir zu und verharrt drei schritt entfernt

er lässt den express passieren bevor er
mit seinem hundekörper und seinem katzengang
ins gleisbett taucht und den abfallcontainer
auf der anderen seite eher erreicht

als der schlurfende flaschensammler
der schon von ihm und seiner reichen beute
nichts mehr ahnt

 

 

 

 

 

 

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Poetry in motion

 

animorgen.gif

landschaft mit großem h

aus: Landschaft mit großem H
Brot & Kunst Verlag, 2016
104 Seiten, 13 Illustrationen von Dominik Beer
10 Euro, exklusiv beim Verlag

 

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Die heiklen Passagen…HOTLIST 2016

hotlistcover passagen

Bis zum 21.08. ist noch Zeit, über die Kandidaten für die hotlist 2016 abzustimmen. Mit im Rennen ist mein biographischer Roman über Oscar Wilde & Knut Hamsun. Jeder Klick (kostenlos, ohne Anmeldung und in Sekunden getätigt) zählt. Ich würde mich freuen.

Mit der Hotlist werden jedes Jahr die besten deutschsprachigen Bücher aus unabhängigen Verlagen gekürt. Ich war schon unglaublich froh, dieses Jahr mit meinen „heiklen Passagen“ nominiert worden zu sein- jetzt ist allerdings eingetreten, womit ich nie gerechnet hätte: das Kuratorium des Wettbewerbs hat meinen Roman für die Kandidatenliste ausgewählt, aus der bis zum 21.08. per Abstimmung die 10 Titel gewählt werden können, die letztlich auf die Hotlist kommen. Direkt zum Wahllokal geht es HIER.

Ich würde mich natürlich riesig freuen, wenn in den nächsten Wochen alle, die meinen Roman gelesen und gemocht haben, dies auch durch ihre Abstimmung kundtäten. Die Konkurrenz ist groß und stark und natürlich geht es neben der Qualität auch darum, wer seine Anhänger am besten motivieren kann. Drei Plätze auf der Liste werden aus den Stimmen der Leser vergeben- ich wäre selbstredend seeeeehr gerne dabei….

aniosca

 

Deshalb HIER  noch einmal die ausführliche Leseprobe zu meinem Roman.
Und einige Presse- und Leserstimmen:

„Matthias Engels ist anhand des konkreten Beispiels zweier ungleicher wundersamer Herren ein überzeugendes und unterhaltsames literarisches Parallelportrait des Künstlers als junger, nicht mehr ganz so junger und – im Falle Hamsuns – steinalter Mann gelungen. Ein Buch für Literaturbegeisterte und Bibliophile.“
(C) Anton Goldberg | indieautor.wordpress.com [Lesen]

„Ein alter Passagierdampfer. Dahinter zahlreiche Segel von anderen Schiffen vor einem Himmel, der aussieht wie vergilbtes Papier. Die ersten Assoziationen von Abenteuer und Entdeckergeist, historischer Romantik und Realität werden nicht enttäuscht werden: Matthias Engels legt mit Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun einen ansprechenden (literatur-) historischen Roman vor. Gut recherchiert, gut arrangiert.“
(C) Lisa Viktoria Niederberger & Josef Kirchner | Mosaik [Lesen]

„Matthias Engels liefert mit seinem Roman ein Zeitzeugnis, in dem Realität und Fiktion ineinanderfließen … Eine umfangreiche Recherche-Arbeit muss dem unweigerlich vorausgegangen sein. Es sind ebensolche Quellen, mit denen das Geschehen glaubhaft untermauert und die damalige Zeit lebendig wird.“
(C) Annette Traks | http://www.annette-traks.com [Lesen]

„Matthias Engels bringt beide großen Autoren in einem wunderbaren Roman zusammen. (…) Dabei widmet sich Engels nicht nur dem Aufstieg und dem Fall, sondern auch dem Liebesleben beider “wundersamer Herren”. Der gelernte Buchhändler und heute in Westfalen beheimatete Autor von Romanen und Gedichten lässt auch die damalige Zeit lebendig werden. Er beschreibt die Neue Welt mit ihrer rasanten Entwicklung, an der die Erfindung der Glühbirne und des Telefons sowie der Bau der Eisenbahn maßgeblichen Anteil haben.“
(C) Constanze Matthes | http://www.zeichenundzeiten.com [Lesen]

„Ein biographischer Roman, der mit Fakten spielt und ein lesenswertes Panorama der damaligen Zeit und Literatur beschreibt. Der Roman erzählt episodenhaft und kurzweilig aus den stets wechselnden Perspektiven der Protagonisten, die sehr gegensätzlich waren und gänzlich andere Lebensweisen hatten. … „Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun“ ist eine lohnenswerte Reise.“
(C) Hauke Harder von der Buchhandlung Almut Schmidt | Leseschatz [Lesen]

„Das so hautnahe Miterleben zweier außergewöhnlicher Männer der Feder empfindet man als schmerzlich, was für Matthias Engels spricht, der in ausdruckstarker und gereifter Sprache mit diesem Buch eine würdige Reminiszenz an Wilde und Hamsun geschaffen hat.“
(C) Daniela Loisl | histocouch.de [Lesen]

„… Nie hat man das Gefühl, einer ganz großen Sache auf der Spur zu sein. Stets sind es die kleinen Dinge, die Engels in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellt. … Das große Ganze sieht man erst im Nachhinein. Und so ergeht es auch dem Leser, der erst auf den letzten Seiten begreift, wie Engels den Bogen schlägt, der beide Wege verknüpft. Erzählt wird nicht nur die Geschichte zweier ungleicher Dichter, es ist auch der Abschied von einer vergangenen Epoche, ein Zeitenwandel, dem das Ende des zweiten Weltkriegs einen donnernden Schlussakkord verpasst, bevor eine neue Zeit beginnen kann.“
(c) Theresa Link | Blog [Lesen]

„Es gibt sie also noch. Neuerscheinungen, die wie funkelnde Sterne den Bücherhimmel erleuchten. Eine Bereicherung für jeden Bücherschrank …“
(C) Lyriker Thorsten Trelenberg | histo-couch [Lesen]

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Hoffnung kommt von Hoffen

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Ich stelle es allgemein und auch an mir selbst fest. Eine merkwürdige Stimmung greift um sich. Im Fluss der Bilder, die vorbeiziehen, mischen sich munter Urlaubsfotos mit Terror-, Täter- und Opferbildern. Der Eine teilt seine Entspannung mit, der andere bringt seine Erschütterung zum Ausdruck, seine Angst.

Es ist eine Zeit, in der man sehen muss, dass man selbst als Person irgendwie durchkommt, den Fernseher oder das Netz abschaltet oder weg fährt und sieht, dass das mulmige Gefühl nach Möglichkeit nicht mitfährt, denn -so scheint es zumindest- Gefahr ist überall und immer. Nicht, dass dem nicht immer schon so gewesen sei, aber der Eindruck verstärkt sich durch die omnipräsenten Meldungen.
Schon gibt es Tourismus- Statistiken, die scheinbar neue No-go-Areas verzeichnen. Es sind nun nicht mehr die altvertrauten Bürgerkriegsregionen, sondern Nachbarländer. Und ja, auch ich würde jetzt ungern mit der Familie nach Frankreich fahren, auch ich hätte wahrscheinlich in Brüssel das Gefühl, meine Pommes frites eventuell unter dem Fenster eines Terroristen zu essen.

Es scheint auch keine Zeit für Literatur zu sein. Auch meine Produktion stockt- nicht, wie sonst in der Sommerzeit, weil alles zu leicht, zu luftig und zu angenehm träge für meine Moll-gestimmte Kreativität scheint- sondern weil auch ich darüber brüte, wie das alles weitergeht, dabei bemüht, die Ferienzeit-Stimmung auch zum Kräftetanken zu nutzen.
Mein Appetit auf Literatur, auch als Konsument, ist leicht verdorben und mein Interesse, Entwicklungen und Pläne zu verfolgen, geringer als sonst.

Scheinbar geht es vielen ähnlich: die Resonanz auf den Blog ist spärlich, was natürlich auch am oben genannten liegt: es gibt nicht viel Neues; mit dem Sensationsstrom der „realen“ Welt kann keiner mit seiner Schreiberei konkurrieren.
Die Dinge, die passieren, passieren ohnehin in langen Bögen und fern jeglicher größeren Aufmerksamkeit. Mein Romanmanuskript, die Abstimmung für die Hotlist, Planungen für Veranstaltungen….

Also werde ich etwas kürzer treten. Ohnehin fahre auch ich bald in den Urlaub und habe vorher noch eine ganze Menge Notwendiges dafür zu erledigen. Einfach nicht die Zeit, nicht der Rhythmus für meine Art, zu arbeiten. Insofern bin ich immer froh, wenn die Sommerzeit sich dem Ende neigt- dieses Jahr mit der Hoffnung –das kommt von HOFFEN- dass die Ängste nicht noch größer werden und ein Schreiben von „nutzloser“ Literatur nicht per se in Frage stellen.

Es wird also vorerst nicht mehr fast täglich einen Beitrag geben, sondern nur sporadisch.
Ich denke, in dem Fundus von 3 Jahren -dingfest- wird man sicher noch etwas zu lesen finden. Bald kann ich dann hoffentlich wieder hochfahren und auch Neues berichten.
Wohlan, gehabt Euch wohl!

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sunday Poem: In Armstrongs Aufzeichnungen keine Engel

landschaft2jesus

In Armstrongs Aufzeichnungen keine Engel

I
an der ecke gehen die schranken runter,
aber davon steht nichts in der zeitung.
sie gehen wieder hoch,
aber nichts kommt darüber im radio.
im zug sitzt ein stigmatisierter,
aber das interessiert zum beispiel
die steine im gleisbett wenig.
etwas prallt an die scheibe,
der umriss auf der netzhaut sagt: vogel,
ohne spezifikation: vogel,
aber das interessiert zum beispiel
die gartengruppe gar nicht.

II
tägliches existenzfragen-voodoo
kein suchergebnis für Ihre anfrage: -Ich-.
im fernsehen: ein special über fallenden schnee.
eilmeldungen als schriftband: nichts passiert.
heute- nachrichten:
weltweit wurde geatmet,
alte männer starben natürliche tode in betten.
paare zeugten kinder.
in einem waldstück fraß ein bär
behutsam früchte von einem busch.
das im spiegel bist du.

III
in einem labor entsteht eine neue waffe,
aber das interessiert zum beispiel die paarhufer wenig.
die lottozahlen werden gezogen,
aber der brahmaputra fließt weiter.
sherry zur suppe, sagt der zen-meister
auf die frage nach der letzten wahrheit.
der gorilla sitzt glücklich lächelnd
an der ameisenstraße während die bäume fallen.
die schöpferkraft edisons ist ein gottesbeweis,
die energiesparlampe aber nicht.

IV
im meer schrumpfen sich fische
durch netzmaschen,
vögel imitieren mobiltelefone.
eine stadtamsel versteht keine landamsel
und die haut des eisbären ist schwarz.
10 jahre arbeit für ein stück ton,
das am ende aussieht wie kreidezeit.
baal und beelzebub lesen sich aus der bibel vor,
aber in armstrongs aufzeichnungen keine engel.

 

 

..kein anderes meiner Gedichte kann meine Verwunderung über diese Welt derzeit und generell besser beschreiben als das Titelgedicht meines ersten Lyrikbandes:  In Armstrongs Aufzeichnungen keine Engel

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Satz mit Angst

aniheym.gif

 

satz mit angst


nur an einem wort
ist meine dna nachzuweisen
ich streifte es peripher
bevor ich in schweigen verfiel
als bezahltest du mich
nach ausbleibenden zeichen
Du bildest einen satz mit angst

Du bildest einen satz mit mut
nur auf einem wort
ist mein abdruck gut sichtbar
ich berührte es beiläufig
bevor ich es strich und verstummte
als sähst du mich deutlicher
an den geschwärzten stellen

 

 

 

 

 

 

 

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