Schlagwort-Archive: Bullerbü

Bullerbü brennt- Rezension

„Der Gegenentwurf zu Woody Allens um sich selbst kreisenden Stadtneurotiker“ – das schöne Fazit von Stefanie Jerz` Rezension zu: Bullerbü brennt.
„Engels hat sein Buch ähnlich aufgebaut, wie Allen seinen Film, nur gänzlich ohne den New Yorker Zynismus, sondern mit niederrheinischer Melancholie und in poetischer Sprache. Bitte mehr davon!“
https://musenhort.wordpress.com/2022/06/11/bullerbu-brennt/
Auf ihrem Musenhort-Blog gibt es die ganze, wunderbare Besprechung. Vielen Dank, Stefanie, ich bin sehr glücklich damit!

  • Autor: Matthias Engels
  • Titel: Bullerbü brennt
  • Edition: NIL
  • Sprache: Deutsch
  • Format: Hardcover, Taschenbuch, eBook
  • Seitenzahl: 302
  • ISBN-13: 978-3-96130-395-3 (Hardcover), 978-3-96130-396-0 (Taschenbuch), 978-3-96130-397-7 (eBook)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter -

Bullerbü brennt

Ein Fragment aus einem Roman-Manuskript, das unter dem Arbeitstitel Bullerbü brennt noch der Fertigstellung harrt. In dieser Form ist er Teil der Reihe freitext auf der Seite von mosaik-Zeitschrift für Literatur & Kultur

Gerade der letzte Absatz scheint mir aktuell wieder einmal passend…leider.

Das-Haus-vom-Nikolaus

An: http://www.murphy@hotmail.de

Betreff: Jeder Mensch ist eine Insel

Lieber Murphy,

entschuldige, wenn ich störe, aber ich möchte kurz etwas festhalten. – Es fehlen ja immer Dinge zum Festhalten. Alles schwankt, alles schaukelt, wirft einen hin und her. Wo ist der letzte Punkt, an dem man unzweifelhaft noch auf dem richtigen Weg war? Ein Pfeiler, ein Pfosten, ein Stecken, ein Stab, der fest in der eigenen Geschichte steckt und nicht nachgibt, wenn man sich an ihm festhält. Wo ist man falsch abgebogen und warum? Warum hat man kein Brot gestreut, keine Schnur abgewickelt?
Ach komm, der ganze Rückweg ist anstrengend und ohnehin umsonst, denn man kann nicht zurück hinter eine Entscheidung! Aber ich rede immer nur von mir!

Dabei sollte man sich nicht so wichtig nehmen; nicht ständig ICH sagen. Der Unterschied zwischen wichtig und nichtig ist marginal. Ich kann ja jeder sagen und mit Ich fängt jede Geschichte erst an. Wer Ich sagt, hat ja bekanntlich noch nichts gesagt.

Ich und Du hat man nur erfunden, weil sich auf MENSCH nichts reimt und das ist schlecht für Liebeslieder. Auf Ich reimt sich dann Dich und das ist gut. 1 und 1 das macht 2 und 2 sind ja bekanntlich zu viel, um frei zu sein.

Im binären Code können Informationen von nur zwei verschiedenen Symbolen dargestellt werden. 1 entspricht logisch wahr, 0 entspricht logisch falsch. Kein Platz für 2/3/4 in dieser Wahrheit. -Überhaupt Wahrheit! Letzten Endes gilt doch, was die Mehrheit abnickt. Was nur zwei von 6 Milliarden schwören bleibt ungehört und Wahrheit letztendlich Statistik! Überhaupt Statistik: ein Pferd hat statistisch zwei vordere, zwei hintere, zwei linke und zwei rechte Beine, also hat ein Pferd acht Beine! Statistik: eine der Errungenschaften der Neuzeit! Was bleibt eigentlich von der sogenannten Zivilisation?- Aufrecht gehen, Zentralperspektive, die Umrisslinie: alles schon so lange erfunden und viel weiter sind wir eigentlich bis jetzt nicht gekommen. Danach hat kaum noch was unbestreitbare Gültigkeit: alles kann man zerreden, zerpflücken, widerlegen und in Zweifel ziehen. (Fichtes dialektischer Dreischritt) Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter -, prosaisch