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Romane schreiben- Wasserstandsmeldung-

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Einen Roman schreiben-
zumindest für mich mache ich jedes Mal die gleiche Erfahrung:

trotz aller Pläne, Diagramme, Materialsammlungen unterschätzt man den Stoff oft.
Vielleicht ist das so angelegt, damit man das Wagnis überhaupt angeht.

Von daher und dorther kommen plötzlich neue Notwendigkeiten, Dinge, die man dringend erklären muss, Seitenlinien, bei denen man abschätzen muss, ob sie nur für den Autor oder auch für den Leser ein Gewinn sind.

Alles wird immer größer als gedacht. Wüsste man das vorher, würde man vielleicht gar nicht anfangen. Es ist eine Mammutaufgabe, all diese Fäden ständig in der Hand zu halten, während der Arbeit und auch, wenn man gar nicht arbeitet, wenn andere Dinge komplett anderer Art einen daran hindern oder es schlicht genug ist.

Ein Absatz kann Arbeit für einen ganzen Vormittag sein.
Blöcke bleiben unverknüpft nebeneinander stehen und die Kommentare mit noch zu erledigenden Feinarbeiten am Blattrand werden eher mehr als weniger.

Dennoch: irgendwann löst sich alles mehr oder minder auf, findet sich im Glücksfall und dennoch bleiben die Gedanken: was hätte man anders, besser machen können.

Vor einigen Wochen schrieb ich bereits einmal das Wort ENDE unter mein Manuskript, in der Annahme, es sei nur noch ein Schlussabsatz und fertig.
Aber dann kommt wieder irgendwas von irgendwoher und ein Fakt, der ursprünglich als nebensächlich eingestuft war, wird wichtig.

Ein (erneut) herausgeschobenes Ende, mehr Arbeit- aber eben auch: mehr Schlüssigkeit, mehr Tiefe. Wie gesagt: im Glücksfall.

Also: Wasserstandsmeldung:
jetzt auf Seite 265 nähert sich das (mittlerweile dritte) letzte Kapitel und ganz vorne muss noch was eingefügt werden. Dann ist (hoffentlich) Schluss und Ende.

Und obwohl es Masochismus ist und nie absehbar und oft frustrierend:
Romane schreiben macht (manchmal) glücklich.

 

 

 


 

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Recherchebeifang

bücherzeile

Ein kleiner Beifang aus den Recherchen zu meinem aktuellen Romanmanuskript.
Diese heute noch ziemlich gültigen Zeilen über den Buchmarkt und den Buchhandel schrieb mein Protagonist wohlgemerkt im Jahre 1863.

„Wie gut haben wir es doch in Deutschland! Oft habe ich mich gefragt: wer bezahlt denn unsere allwöchentliche Flut neuer Bücher? Alle lesen kann sie ja doch Keiner mehr. Und dennoch, – die meisten Gedichte abgerechnet, an welche die jungen Lorbeerwütigen ihr Geld hängen, um das hübsche Bändchen den liebenswürdigen Tanten zu verehren, – diese Goldschnittmännchen abgerechnet, trägt doch jedes deutsche Buch seinem Verfasser noch ein paar Dukaten ein, der Verleger lässt es außerdem auf seine Kosten drucken und macht seine Geschäfte damit.“

 

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Christoph Kleinhubbert -Poldernovelle- eine Art Rezension

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Vorab: Christoph Kleinhubberts neue Novelle, fast genau runde hundert Seiten stark, ist ein Kleinod.

Eine Autopanne lässt den Protagonisten Berthold Mohrbach, einen erfolgreichen Schriftsteller Ende Vierzig, im beschaulichen Örtchen Greetsiel an der Nordseeküste stranden. Mohrbach steckt tief in einer Schaffenskrise und der Zwangsaufenthalt könnte beides sein: willkommener Wink des Schicksals oder eben nur ein weiterer Genickschlag.
Der Ort ist freundlich, die gefundene Unterkunft sogar heimelig- Mohrbach sitzt, den Laptop und die Notizbücher in Reichweite, wartend auf einen Einfall. Was er schreibt scheint ihm aber nur als Beweis für sein verlorenes Talent zu taugen. Zunächst selbstmitleidig, dann zunehmend fatalistisch dreht er Runden durch den Regen, führt belanglose Gespräche mit seinem Vermieter und anderen Eingeborenen und- schläft des Öfteren unvermittelt ein, um extrem realistisch zu träumen.
Zeichen seines Ausgebranntseins, der Erschöpfung? Oder gar Vorboten eines ernsthaften gesundheitlichen Kollapses? Nichts Gutes jedenfalls, denn diese Schlaf- und Traumattacken bringen ihn mehrfach in Verlegenheit, lassen ihn nicht mehr zwischen real Erlebtem und Geträumtem unterscheiden. Eines ist ihm klar: so kann es nicht weitergehen.

Und dann verwischt Christoph Kleinhubbert die Grenzen zwischen Realität und Parallelwelt gekonnt und mit Hinterlist immer mehr- wie seiner Figur Mohrbach ist auch dem Leser bald nicht mehr klar, was genau wirklich passiert. Eine ganze Reihe literarischer Motive wird hier ins Spiel gebracht: das Doppelgänger-Motiv der Romantik, zu dem auch ein gewisser Schauer des Gruseligen passt- mitunter meint man in einer lakonischeren Variante einer von E.T.A. Hoffmanns Geschichten zu stecken. Die oft graue und herbstliche Atmosphäre der norddeutschen Küstengegend, der ja jedwede Spökenkiekerei nicht fremd ist, trägt ihr Übriges dazu bei. Mit einem ungeklärten Mord erhalten wir sogar eine Spannungskomponente. All das könnte zu einer abgeschmackten Horrorgeschichte geraten und einem Abklatsch der schwarzen Romantik. Nicht so aber bei Christoph Kleinhubbert.

Ohne zu viel von der Handlung zu verraten: am Ende finden sich Mohrbach und der Leser dann tatsächlich im Zwischenreich von Leben und Tod und an der Seite von Toten wieder. Eine unverhoffte Begegnung mit Mohrbachs Jugendliebe Caro klärt letztlich auf, was nun hier konkret Sache ist und diese Szene zeigt exemplarisch, warum die Poldernovelle nicht zu einem Gruselkabinett gerät. Kleinhubberts Geschick wird in dieser grandiosen Episode besonders deutlich. Die bei aller Rätselhaftigkeit klar und handfest, in einem gleichfalls von Lakonie und Poesie geprägten Stil vorgetragene Geschichte findet hier eine ganz besondere Auflösung.

Man könnte nun mäkeln: hier hätte Schluss sein sollen, die konkreten Umstände, die noch nachgereicht werden, hätte es nicht gebraucht- jedoch bekommt die Novelle hier noch einmal einen Rahmen verpasst, der auf reizvolle Weise die allerersten Sätze noch einmal aufgreift und mit Bedeutung auflädt und der Nachsatz, in dem Mohrbachs Vermieter im vom Autor verlassenen Haus eben doch noch ein während dessen Aufenthalt entstandenes gelungenes Gedicht findet, ist derart charmant, dass man das Mäkeln dann doch getrost unterlassen mag. Schon zuvor finden sich einige Gedankengänge und Formulierungen, um die man Kleinhubbert nur beneiden kann, speziell dann, wenn er Mohrbachs zunehmende Vereinsamung und Abschottung vom Leben und den Lebenden beschreibt. Ein einziges Mal muss aber doch gemeckert werden: dass dem sonst augenscheinlich gründlichen Lektorat zweimal die falsche Schreibweise des Namens Hemingway durchgerutscht ist, tut bei einem literarischen Werk dieser Klasse, in dem es sich noch dazu um einen Schreiberling dreht, etwas weh.

Zuletzt: Christoph Kleinhubberts neue Novelle, fast genau runde hundert Seiten stark, ist ein Kleinod, liebevoll gestaltet und wunderbar von Michael Blümel illustriert-und zwar nicht mit naheliegenden maritimen Motiven, sondern recht expressiven, düsteren Innenwelten, die die Geschichte tatsächlich auf ein weiteres, optisches Level bringen.

Rund ist diese Novelle, auf ziemlich lässige Weise perfekt gebaut und klug. Den Lyriker, der Kleinhubbert ebenfalls ist, hört man auch dieser Prosa jederzeit heraus. Die Poldernovelle selbst ist –wie ihre Illustrationen- mit wenigen kräftigen Strichen ausdrucksstark und mit Wucht gestaltet. Ein weiterer sehr schöner Band im NordPark Verlag, der Liebhaber guter Literatur und bibliophiler Gestaltung auf jeden Fall erfreuen dürfte.

Christoph Kleinhubbert
Poldernovelle
mit Bildern von Michael Blümel
NordPark Verlag
ISBN 978-3-943940-22-0

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Werkstattberichte

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Ein Romanmanuskript in der Schublade, das noch einen Verlag sucht und schon wieder zurück zum historischen und biographischen Roman. Noch nicht klar, wie das Thema anzupacken ist.

Ein Materialmonster.
Ein Monster von Hauptfigur, mit einer verwirrenden Biographie.
Kein Schriftsteller diesmal im eigentlichen Sinn. Aber er wäre gern einer gewesen.

Viele Knotenpunkte der deutschen Geschichte werden berührt.
Es wird also um Deutschland gehen, ja. Aber auf welche Weise? 
Da ist Jemand modern, liberal, sogar zeitweise ein Revoluzzer, der sich für seine Haltung ins Gefängnis stecken lassen muss. Und dann wird er königstreu, bereist die Welt und sieht überall nur Germanen? -Heute nicht mehr vorstellbar, aber damals nicht unüblich.

Da ist ein knorriger Westfale in Bayern, in Griechenland, auf Gran Canaria und in Afrika. Da ist ein Gegenüber, das in der Literatur, im Film und in der öffentlichen Wahrnehmung so ausgelutscht und klischee-behaftet ist, dass man es fast nicht mehr benutzen kann..obwohl: es gibt diese fabelhafte Klaus Mann-Novelle, die als Vorbild dienen könnte. 

Man bräuchte Personal, bräuchte Quellen, die zum Teil kaum recherchierbar sind, sogar der Öffentlichkeit gar nicht zugänglich mitunter. Was tun? Das Ganze mit Fantasie auffüllen? -Wahrscheinlich.
Auf die Faktenlage pfeifen und die Literatur einfach entlang der großartigen Idee frei flattern lassen? -Wenn man kann!
Die Ironie könnte helfen. Einmal üppig ironisch über das Ganze drüber? Sozusagen augenzwinkernd erzählen? -Schwierig, aber eine Möglichkeit!

Und dann jedes Mal die gleichen Fragen:
Wie komponieren?
Chronologisch? -Am einfachsten, ja. Für den Leser leichter, ja. 
Zeitsprünge? – Ja, aber logisch und nachvollziehbar. Schwierig also.

Wieder Reisen, wieder viele Orte, viele reale Quellen:
Nicht in das Strickmuster meines Romans um Oscar Wilde und Knut Hamsun verfallen.
Etwas Anderes machen! -Nicht ZWEI Hauptfiguren, auch wenn die Eine, Potentielle so einlädt! Nur die EINE Hauptfigur!

Und dann schrieb diese Hauptfigur selbst derartig gute Prosa, dass man am liebsten alles so stehen lassen würde, aber es soll ja MEIN Roman sein und kein Lesebuch aus Seinen Werken. Das Ganze nachbilden, im Ton, im Klang? -Einen Versuch wert.

Das Ganze braucht einen Erzähler. -Oder mehrere?
Es wird kein Ich-Erzähler, das ist schon klar.
Es wird kein klar Benennbarer, das auch.
Auktorial also.

Aber man braucht Dialog! –Aber wie sprach Er? Und wie die Anderen?
Und: kann man/soll man Dialekt abbilden und wie?- Schwierig!

Generell: ein Projekt, das mich an meine Grenzen bringen wird.
So klar zunächst eine Struktur, eine Idee da vor mir stand- so stark verschwimmt das Ganze gerade im Detail. Was ist nützlich, was nicht?
Ist all das nur für mich als angefixten Autor spannend und interessant, aber für den Leser irrelevant? –Kann gut sein!

Ich habe da eine Riesenmaschine in Gang gesetzt, die ich nun kontrollieren muss.
Wir werden sehen…

 

 

 

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Heikle Passagen in: Bochum

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Kommenden Freitag, 07.06., dürfen Wilde & Hamsun noch mal raus. Gemeinsam mit Hans Ulrich Heuser, der Lyrik lesen wird, gastiere ich mit den beiden Protagonisten meines Romans im Blue Square, Bochum im Rahmen der Ruhrliteraten im Quadrat

Literarische Spurensuche mit Matthias Engels und Hans-Ulrich Heuser

18.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

Details gibt es HIER

cover passagenblog

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Buchmessen- Gastland Norwegen

Gastland bei der Frankfurter Buchmesse im Herbst wird Norwegen sein-
aus diesem Anlass biete ich ab Sommer einen kleinen Vortrag über den norwegischen Klassiker Knut Hamsun an, der als Portalfigur der literarischen Moderne gilt, aber wegen diverser politischer Verwirrungen auch nach wie vor umstritten ist.
Ein Abend mit Hamsun und mir, bei dem interessante Lebenslinien und Werkeinblicke gezeigt und gegeben werden, dauert 90 Minuten und beleuchtet diese schillernde Figur, die es mit enormen Ehrgeiz vom Autodidakten zum Nobelpreisträger schaffte, im Idealfall etwas genauer.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich mich mit ihm befasse. Mein Hamsun-Interesse geht zurück in mein 14. Lebensjahr, in dem ich einen seiner Bände zwischen höchst zweifelhaften anderen Lektüren im Nachlass meines Großvaters fand.
2015 erschien dann mein bisher umfangreichster Roman, in dem es der Norweger sogar zur Hauptfigur geschafft hat.

cover passagen

Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun
ISBN: 978-3-942181-84-6 | Edition PURE
Cover-Illustration: Sunset, New York Harbour von Henry Farrer

Format 11,5 x 18,5
448 Seiten, gebunden
Überzug matt laminiert, Leseband
19,90 € [D] | 20,50 € [A] | 28,50 SFR [CH]
Bei Interesse- gerne eine Mail an westlit@web.de.
Ich freu mich drauf.

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Bullerbü brennt -Auszug-

Das-Haus-vom-Nikolaus

Da es nun bald so weit ist, weihnachtet es auch hier ein bissel.
Ein kurzer Ausschnitt aus dem aktuellen Manuskript: Bullerbü brennt

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Love is stronger than pride

Am Vormittag hatten die Kinder gebadet. Sie hatten in letzter Zeit begonnen, sich dagegen zu sträuben. War das ein Zeichen für die nahende Pubertät? Früher waren sie gerne in die Wanne gegangen. Jan räumte die beiden nackten Barbie-Puppen der Tochter mit einem kurzen und verschämten Blick auf die riesige nippellose Oberweite vom Rand der Wanne und ließ nun Wasser für sich ein. Einmal in der Woche, am Sonntagmittag, suchte er Entspannung in einem warmen Bad. Er zog sich aus und betrachtete sich im Spiegel. Von Vorne sah er in seinen eigenen Augen noch genauso aus wie vor fünf oder zehn Jahren, von der Seite allerdings war der Bauch nicht mehr zu übersehen und Woche für Woche nahm er sich vor, etwas dagegen zu unternehmen. Ab und zu hielt er durch, ein oder zwei Wochen lang morgens ein paar Übungen zu machen, aber kam allzu bald wieder davon ab.

Diese Sonntage waren schön, aber manchmal so kurz, dass er sich fragte, wo die Stunden blieben. Etwas länger liegen bleiben, ausgiebig frühstücken, dann die Kinder ins Bad, eine DVD auf der Couch, dann die Reste der Hausaufgaben und vielleicht einen Spaziergang, im Herbst Blättersammeln oder Kastanien, im Sommer in den Garten, im Winter jetzt manchmal zum Bäcker, ein Stück Kuchen kaufen. Dann schon an das Abendbrot denken und die Schwimmsachen für den Montag herauslegen, das Geld für das Mittagessen des Sohnes nicht vergessen. Dann ein kurzer, ruhiger Abend mit Sonja, (kaum zwei Stunden, wenn man es genau nahm) schon etwas melancholisch, wegen der neu beginnenden Woche.

Weihnachten kam näher, sprungartig, wie in den letzten Jahren. Früher war die Zeit dorthin immer schleppend vergangen, dann irgendwann normal, wie eine Aufgabe, die bevorstand, die man aber größenmäßig einschätzen und bewältigen konnte. Nun verflogen Oktober und November und die Adventszeit war so kurz. Dennoch mochte Jan diese Zeit. Gewohnheitsgemäß nutzten sie diese Wochen auch zum Ballast abwerfen. Es wurde noch einmal Sperrmüll angemeldet und weggeworfen, was über das Jahr einfach in den Keller geräumt worden war. Die Suche nach den Weihnachtskisten brachte immer vieles ans Licht, was man vergessen hatte und einiges davon sortierten sie aus und warfen es weg. Ein wenig Luft machen, ein wenig Klarheit, dachte Jan, ersetzten den ein oder anderen guten Vorsatz. Die Kinder glaubten nun nicht mehr an seine Geschichten vom Christkind auf dem Radar der NASA, es hatte lange gedauert und eine abgespeckte Version des Weihnachtsfestes ohne kindlichen Wunderglaube würde gefunden werden müssen. Schade, aber unvermeidlich.
Früher war es schöner gewesen, aber das war der Lauf der Zeit und wenn er ehrlich war- auch damals hatte es immer beides nebeneinander gegeben.

Er erinnerte sich an eine Gelegenheit, als die Kinder noch klein waren.
Sie betrachteten ein Weihnachtsbilderbuch und die Tochter wollte wissen, wer das Kind in der Krippe war.
Das ist das Jesuskind, hatte Jan gesagt.
Und das?, hatte der Sohn gefragt und auf zwei weitere Figuren gezeigt.
Das sind seine Eltern, hatte Jan geantwortet und erst auf Maria, dann auf Josef gezeigt.
Dann hatten die Kinder aufmerksam die vielen weiteren Gestalten betrachtetet und Jan hatte gewusst, was sie fragen würden.
Wer sind all die Anderen?
Das ist die Frau von der Krankenkasse, die fragt, ob das Kind nicht vielleicht schon Einkünfte hat. Das ist der Mann vom Finanzamt, der die Lohnsteuernummer überreichen kommt und mit ihm kommen zwei Herren von der Bank, die Formulare zum Eröffnen eines Kontos und Broschüren zu Sparverträgen bringen.

Es lag ihm auf der Zunge, aber natürlich antwortete er: Das ist ein Engel, das sind die heiligen drei Könige und das ein Hirte.

 

 

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