Schlagwort-Archive: Knut Hamsun

Heikle Passagen in: Bochum

wildebook

Kommenden Freitag, 07.06., dürfen Wilde & Hamsun noch mal raus. Gemeinsam mit Hans Ulrich Heuser, der Lyrik lesen wird, gastiere ich mit den beiden Protagonisten meines Romans im Blue Square, Bochum im Rahmen der Ruhrliteraten im Quadrat

Literarische Spurensuche mit Matthias Engels und Hans-Ulrich Heuser

18.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

Details gibt es HIER

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Buchmessen- Gastland Norwegen

Gastland bei der Frankfurter Buchmesse im Herbst wird Norwegen sein-
aus diesem Anlass biete ich ab Sommer einen kleinen Vortrag über den norwegischen Klassiker Knut Hamsun an, der als Portalfigur der literarischen Moderne gilt, aber wegen diverser politischer Verwirrungen auch nach wie vor umstritten ist.
Ein Abend mit Hamsun und mir, bei dem interessante Lebenslinien und Werkeinblicke gezeigt und gegeben werden, dauert 90 Minuten und beleuchtet diese schillernde Figur, die es mit enormen Ehrgeiz vom Autodidakten zum Nobelpreisträger schaffte, im Idealfall etwas genauer.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich mich mit ihm befasse. Mein Hamsun-Interesse geht zurück in mein 14. Lebensjahr, in dem ich einen seiner Bände zwischen höchst zweifelhaften anderen Lektüren im Nachlass meines Großvaters fand.
2015 erschien dann mein bisher umfangreichster Roman, in dem es der Norweger sogar zur Hauptfigur geschafft hat.

cover passagen

Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun
ISBN: 978-3-942181-84-6 | Edition PURE
Cover-Illustration: Sunset, New York Harbour von Henry Farrer

Format 11,5 x 18,5
448 Seiten, gebunden
Überzug matt laminiert, Leseband
19,90 € [D] | 20,50 € [A] | 28,50 SFR [CH]
Bei Interesse- gerne eine Mail an westlit@web.de.
Ich freu mich drauf.

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„Die heiklen Passagen…“ Rezension von Sophie Weigand

 

weigand

 

Im Mai rezensierte Sophie Weigand meinen Roman: Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun auf ihrem Blog: literatourismus.net.  Wie ihr schon mitbekommen haben werdet, ist mein Buch Kandidat für die hotlist 2016. Aus diesem Grunde möchte ich die Besprechung hier noch einmal in ihrer Gänze bringen- für diejenigen, die vielleicht noch unschlüssig sind, ob sie mir im hotlist Wahllokal ihre Stimme geben möchten- oder auch einfach so.

hotlistcover passagen

Sowohl Oscar Wilde, Dandy und Ästhet, als auch Knut Hamsun, unbekannter Norweger, besteigen um 1881/1882 ein Passagierschiff nach Amerika. Während Wilde als Vortragsreisender die Herzen der modernen Städter im Sturm erobert, verläuft Hamsuns Suche nach einer Arbeit nicht eben erfolgreich. Niemand kennt ihn, niemand hat auf ihn gewartet. Matthias Engels‘ collageartiger Roman um zwei Schwergewichte der Literatur versteht charmant zu unterhalten.

Manch einem Buch gelingt es schon auf den ersten Seiten, Stimmung zu kreieren als rollte ein Kulissenarbeiter im Hintergrund mal eben die richtige Atmosphäre ins Blickfeld. Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde und Hamsun ist so ein Buch. Mittels detailgenauer Beschreibungen und einem etwas barocken Erzählstil katapultiert Matthias Engels seine Leser nicht nur ins ausgehende 19. Jahrhundert, sondern jeweils an die Seite zweier Herren, von denen wir heutzutage alle gehört haben. Einer, Oscar Wilde, seines extravaganten Auftretens wegen in der Heimat bereits hinlänglich bekannt, wird auf amerikanischem Boden sofort von Reportern überrannt. Seine Vorträge über Ästhetik und Kunst sind ein Publikumserfolg, jedenfalls in den großen Städten. Im ländlicheren und kleinstädtischen Amerika verfängt seine Exaltiertheit nicht. Dort wird auch ein Oscar Wilde mit voller Haarpracht und einem Pelzmantel noch skeptisch beäugt. Doch darüber hinaus ziert sein Gesicht beinahe jede größere Tageszeitung.

Jeder kannte sein merkwürdig verzerrtes Spiegelbild und hielt es für echt und er selbst musste zugeben, dass es ihm außerordentlich gut gefiel und er es gern zur Marke trug. Nur die Oberfläche war schließlich interessant und alle Kunst Oberfläche. Wer darunter schaute, tat das auf eigene Gefahr.

Ganz anders: Knut Hamsun, der, zu diesem Zeitpunkt noch ohne Pseudonym und Nobelpreis, einfach als Knud Pedersen amerikanischen Boden betritt. Er kommt nicht mit einer Dienerschaft und großen Aufträgen, auf Knud aus Norwegen hat niemand gewartet. Eigentlich will er mit Journalisten sprechen, sich einen Namen machen, wenigstens einen Job finden. Sein Bruder hatte ihm Amerika in den schillerndsten Farben geschildert. Als Knud ihn nun besucht, findet er einen enttäuschten Säufer vor, auf den niemand sich mehr verlassen will. Der norwegische Gast mit Schriftstellerambitionen pendelt von einem Gelegenheitsjob zum nächsten und kommt seinem Traum keinen Millimeter näher. Eine niederschmetternde ärztliche Diagnose zwingt ihn zunächst zur Rückkehr nach Norwegen. Er ist, jedenfalls zu diesem Zeitpunkt, Wildes Gegenentwurf; ein Antiheld, dem man wegen seines fortgesetzten Misserfolgs nur umso mehr Erfolg wünscht.

Ein Grund, weshalb Engels‘ Roman eine so rasante Sogwirkung entfaltet, sind u.a. die kleinen Exkursionen, die er in die logbuchartigen Aufzeichnungen der Reisen Wildes und Hamsuns einstreut. Dabei geht es um Thomas Edison und die Erfindung der Glühlampe sowie dessen Mitarbeit an einem stabilen Stromnetz, das viel zu dem Gefühl beitrug, New York schliefe niemals. Es geht um P.T. Barnum, einen Zirkuspionier und stadtbekannten Märchenerzähler mit einem Hang zum Kuriosen und Gigantischen – so ließ er 1882 den riesigen Elefantenbullen Jumbo aus dem Londoner Zoo nach New York verschiffen. Am Rande zur Kenntnis gebracht werden den LeserInnen auch die Verhandlungen über den Greenwich-Nullmeridian (äußerst zäh) und die Abhandlungen des irischen Chirologen „Cheiro“ (eigentlich: William John Warner), der Oscar Wilde nach der Sichtung seiner Hände ein böses Schicksal voraussagte (äußerst dubios). Manches hat Engels erfunden, anderes dehnt und formt er zu seinen Gunsten. Am Ende entsteht ein Panorama, das ein weit umfassenderes Bild abgibt als nur biographische Eckdaten Wildes und Hamsuns.

Amerika war das lauteste Land, das je existiert hat. Man wachte morgens nicht vom Gesang der Nachtigall auf, sondern von der Dampfpfeife.

Engels ist dort wirklich überzeugend, wo die Collagetechnik aus Zitaten, Zeitungsartikeln und mehr oder minder verbürgten Anekdoten nicht allzu augenfällig ist. Dort, wo ein Dialog mit Oscar Wilde nicht klingt wie eine lose Aneinanderreihung seiner Aphorismen. Meistens glückt das Wagnis, manchmal wirkt Wilde hölzern und leblos. Als wollte mir jemand einen Charakter erklären, statt ihn zu zeigen. Bisweilen ist der Roman Qualitätsschwankungen unterworfen, die zu ärgerlichen Fehlern führen. Dort liest er sich plötzlich stockend als sei Sand ins Erzählgetriebe geraten: „Er hatte trotzdem feine Gesichtszüge und ein ziemlich intelligentes Gesicht.“ Ein Satz, den man besser redigiert hätte. Sätze wie „Danach verspürte sie den heftigen Wunsch, den Autoren (sic!) kennenzulernen„, „Sie ging zum Hotel, nachdem sie anlegt hatten“ oder „ein gewisser Odeur“ schmälern auf halber Strecke das Vergnügen. Allerdings sind solche Schnitzer eher dem Lektorat anzulasten als Matthias Engels selbst. Sieht man davon ab, ist Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun ein vergnüglicher und stimmungsvoller Roman, der seine Hauptakteure bis an ihr Ende begleitet. Oscar Wilde landet bekanntlich wegen Unzucht einige Jahre in Haft und stirbt 46-jährig vereinsamt in Paris. Knut Hamsun erreicht ein hohes Alter, wird 1920 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet und unterstützt die nationalsozialistische Politik. Von Goebbels, der Hamsun sehr schätzte, wurde diesem gar eine Audienz auf dem Obersalzberg gewährt. Beide, Wilde wie Hamsun, bleiben streitbare Gestalten; Menschen mit Ecken und Kanten, die ihnen im verklärenden Licht der Rückschau gelegentlich glattgeschliffen werden. Matthias Engels ist ein unterhaltsamer und lebendiger Roman geglückt, der Lust macht auf Wilde und Hamsun.

Matthias Engels: Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun
Stories & Friends,
448 Seiten
19,90 €

Soweit Sophie Weigands ausführliche Rezension meiner „Passagen“ auf ihrem Literaturen- Blog.  HIER geht es zum Original. Noch einmal vielen lieben Dank dafür!

 

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„Die heiklen Passagen..“ in Bild & Ton

Einen kleinen Eindruck von der Premiere der „heiklen Passagen“ am vergangenen Freitag kann man nun auch in bewegten Bildern gewinnen. Hier die allerletzte Szene des Romans: Hamsuns letzte Stunden. Viel Spaß!

Vielen Dank an Herrn Nolting, der den gesamten Abend festhielt.

Wunderbar begleitet von Nanni Nolting mit Erik Saties: Gymnopedie
Morgen gibt`s noch einen Schnipsel davon…

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„Die heiklen Passagen..“ in Bild & Ton II

Wie gestern versprochen: Noch ein Ausschnitt von der Premiere meines neuen historischen Romans vom vergangenen Freitag.  Diesen Brief schrieb Oscar Wilde 1895 kurz nach seiner Inhaftierung an Lord Alfred Douglas.

Hier untermalt von Nanni Nolting mit Edward MacDowells – To A Wild Rose.

Morgen geht`s (leider ohne Musik) nach Schwerte in die Ruhrtal-Buchhandlung.
Wer in der Nähe weilt, ist herzlich eingeladen!

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Des Lektorates heiße Phase

cover passagenEin Dschungel aus über 472 000 Zeichen. Gestern ging es bei mir bis Mitternacht, denn es gilt den Erscheinungstermin im September zu schaffen! Wohl dem, der eine solche Lektorin hat wie ich bei stories & friends!

Ihr per Excel erarbeiteter Plan der einzelnen Handlungsorte und Kapitel verzeichnet u.a.:

Wilde in London,
Wilde und Hamsun in New York,
Hamsun in Oslo, Petersburg und Berchtesgaden;
Wildes Familie in Heidelberg
und seinen Sohn an der französischen Front;
Die meisten Handlungsorte sind mit GPS-Koordinaten mitunter bis auf den Häuserblock genau bezeichnet und nachvollziehbar und wer wissen möchte, wie das Wetter am 25.Mai 1895 in London war, wird auch DAS erfahren!
Knut_Hamsunfb
Dazu gibt es einige interessante Figuren-Konstellationen
Wilde mit Edison;
Hamsun mit Strindberg, Munch und Gauguin;
Wilde mit Andre Gide in Algier
und Hamsun mit einem böhmischen Gefreiten auf dem Obersalzberg. 
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Vorschau: Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun

cover passagenUnd nun ist da auch die Vorschau für meinen neuen Roman im September; eine ISBN, ein Klappentext und nur einen Klick entfernt: des Dichters ererbter flämischer Dickschädel! Wollt Ihr in Ruhe und genaustens auf der Homepage von stories & friends betrachten? -Dann hier entlang bitte.

vorschau

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