DOWN DOWN DOWN/Trakl- Translations

anitrakl

Sowohl für meine mündliche Abitur- als auch meine Buchhändler-Abschlussprüfung habe ich Texte von Georg Trakl als Thema gewählt. Meine Beschäftigung mit dem österreichischem Expressionisten währt also schon lange und er bleibt einer der Autoren, zu denen ich immer wieder zurückkomme- als Leser sowieso, aber nun auch schreibend.

Die Trakl-Translations, wie ich sie nenne, sind Trakl minus Pathos minus Katholizismus plus Lakonie plus Gegenwart.
Das Ziel ist, Trakls Gedichte in „meine“ Sprache zu „übersetzen“. Dabei gilt es, die Atmosphäre der Texte nicht zu zerstören. Auch an der Form der Texte orientiere ich mich grob. Natürlich werden sie moderner, natürlich macht der oft hohe, hymnische Ton der Texte vom Anfang des 20. Jahrhunderts heute Probleme. Manches Verb am Zeilenende muss vorne in den Satz oder umgekehrt, um eine zeitgenössischere Sprechweise zu erhalten- das verändert dann wieder den Rhythmus usw.
Erstaunlich finde ich, wie gut manche Gedichte funktionieren, wenn man aus den zahlreichen Naturmotiven städtische macht; wie sich hier und da ein lakonischer Rolf-Dieter Brinkmann- Ton einschleicht.

Da es da bald noch mehr zu berichten gibt- hier noch ein Beispiel. Zunächst mein neu entstandener Text, darunter das Original. Die wunderbare Illustration stammt von Christiane Semmler. Vielen Dank dafür.

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trakl

 

 

 

 

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und dann war da noch: Heimatabend

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Im Rahmen des Festivals hier! präsentieren Thorsten Trelenberg und ich nicht nur unsere gemeinsam mit Thomas Kade herausgegebene Anthologie, sondern dürfen auch gleich noch mal unser gemeinsames Programm Heimatabend -eine etwas andere literarische Landvermessung- zu Gehör bringen.

Moderne Heimatgedichte aus unseren beiden Bänden, dazu launiges Geplauder und Wissenswertes über den schwierigen Begriff: Heimat. Dazu Piano-Musik und ein feines Ambiente am Kamin.

Genaueres zum Programm, Fotos und Infos gibt`s auf der eigenen Heimatabend-Seite:www.heimatabend.wordpress.com

heimatabendlogo
28.09.2017 / 19:30 Uhr
Stadtbücherei Steinfurt
Markt 19, 48565 Steinfurt

Eintritt: 8 €
Veranstalter:
Stadtbücherei Steinfurt in Kooperation mit dem Förderverein

Weiteres:
VVK in der Bücherei bzw. telefonisch unter 02551/7802

 

 

 

 

 

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Landschaft in der Brühe/ Schön hier!

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landschaft

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…einer der beiden Texte, mit denen ich in unserer jüngst erschienenen Anthologie Schön hier!  als Autor vertreten bin. Auch das Foto findet sich dort. Ein weiteres zu meinem zweiten Text zeigt den schon als romantische Ruine erbauten Turm auf einer Insel im Bagno-See, dem Zentrum unseres steinfurter Bagno-Parks, einem ehemaligen Lustgarten des Grafen zu Bentheim-Steinfurt. Lieblingsplätze eben.
Schoen hier Cover Grafik

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Die Metadaten der Dinge

VBN

      Dieser Text könnte enthalten:
      1 Person, sitzend, Innenraum

heute ist tag eins der reise
entlang der linien in meiner hand
der himmel photoshopblau
und tätowiert mit vogelsilhouetten
aus dem kalender tropft blut auf den teppich
von jeder einstichstelle ist eine niederlage markiert
denn jeder tag hat zwei launische nachbarn
die dinge sind mit dem regal verbunden
und das regal mit der tapete
die tapete ist mit der wand verbunden
und die wand mit der ecke
die tasse ist mit dem tisch verbunden
und der tisch mit dem teppich
der teppich ist mit beton verbunden
und der beton mit stahl
der baum ist mit dem himmel verbunden
der himmel mit dem horizont
der horizont die häuser die hecken die straßen
sind mit dem boden verbunden
und der boden mit dem meer

die theoretische möglichkeit, rauszugehen
zwischen häuser die es gestern noch nicht gab
würfelformationen photoshopschwarz
im wind treibendes trockenes laub
hinter dir auf den wegen klingt wie feiner regen
der feine regen klingt wie die speichen von rädern
die speichen von rädern wie schritte hinter dir
auf im wind treibenden trockenen laub
aus diesem grund zu hause bleiben

Dieser Text könnte enthalten:
1 Person, sitzend, Innenraum,
Tisch und Essen

bei den verschlungenen pfaden auf dem tisch
zwischen brot butter und marmeladen
diese flecken auf der decke photoshoprot
diese canyons zwischen falten und krümelbergen
unberührt und fremd jedem forscherblick
an verkrusteten tassen nippen deine lippen
fossile krumen buchstabieren nonsens in braille
du lebst vom obstdekor auf den papierservietten
und dem gras: photoshopgrün auf der rückseite
der packung mit der lange verdorbenen milch

ziemlich zielloses dunkeln nun
jede stunde hat einen schrecklichen stammbaum
mit schemen sind die gardinen beschmiert
alle fluchttüren nachtgrau gestrichen
die tapeten bemalt mit möbeln, fenstern
mit schmutzigen gespenstern die nächte behängt
im holz werden die strukturen klarer, tiefer
der mond im rahmen hängt immer schiefer
und verlangt nach bildhaftigkeit und poesie:
aber alle vergleiche scheitern
er ist weder ein verlorenener ohrclip
trudelnd im photoshopblauen wasser des pools
noch eine halbe kopfschmerztablette,
die sich sprudelnd am grund des glases löst,
der mond bleibt
der mond bleibt
der mond


 

-dies ist der Anfang eines mittlerweile 8 Normseiten umfassenden Langgedichts.
Sollte irgendjemand Bock haben, das zu verlegen- ich hab nix dagegen.

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Versnetze #10

versnetze.jpg

Mein Gedicht keine beben inwärts erschien jüngst in der 10. Ausgabe der Versnetze.
Die Versnetze sind eine jährlich von Axel Kutsch edierte Anthologie für zeitgenössische Gedichte im deutschen Sprachraum, die die Autoren landesweit eingebettet in ihre regionalen „Nachbarn“ präsentiert.
Freue mich sehr, dort neben vielen namhaften Kollegen vertreten zu sein.

Versnetze 10
herausgegeben von Axel Kutsch
ISBN 978-3-944566-71-9
Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2017

Natürlich gibt es das Gedicht auch hier, nämlich HIER

 

 

 

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Buchtipp auf LilaWe

westfalenkarteblankoSeit gestern ist unsere neue Anthologie offizieller Literaturtipp auf der Seite  Literaturland Westfalen, dem Veranstalter des exzellent bestückten Festivals hier!, bei dessen Auftaktveranstaltung wir unser Buch am 26.08. präsentieren dürfen.
Viele der vertretenen Autoren werden anwesend sein und mit uns im Programm:
Wilsberg-Autor Jürgen Kehrer, Ralf Thenior, Julia Trompeter, Petra Reski und viele Andere.

lilawe.jpg

Und dann hat unsere Autorin Maike Frie aus Münster, deren beiden Mikrogeschichten: Herzkino und Die Bank sicherlich zu den Highlights der Anthologie gehören, einen sehr schönen Artikel auf ihrem Blog veröffentlicht.
Kanalbank blauer Himmel

 

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