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Auftakt: und seitab liegt die Stadt, Steinfurt 2021

Wie schon im vergangenen Jahr sind wir stolz & glücklich, erneut zu den Geförderten des Literarischen Colloquiums Berlin zu gehören, die ein weiteres Mal Literaturevents im ländlichen Raum durchführen dürfen.
„Und seitab liegt die Stadt“ heißt die Reihe und 5 feine Veranstaltungen stehen auf dem Programm, das ich mit Kollege Thorsten Trelenberg für den Förderverein der Stadtbücherei Steinfurt konzipieren durfte. Thema ist diesmal: Landschaft.

Morgen geht es los- wie im vergangenen Jahr- erstmal virtuell. Ab 19.30 Uhr eröffnen wir beide mit einem Ritt durch die Literaturlandschaften vergangener Epochen und der Gegenwart, spielen lustige Spiele und kauen den Landschaftsbegriff (nicht nur literarisch) kräftig durch.

Premiere: Morgen, Freitag den 23.04.2021, 19.30 Uhr auf dem Youtube-Kanal des LiteraturRaumDortmundRuhr.
Wir sehen uns!

Bei den Dreharbeiten, Foto: J.P. Zimmermann

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Rückblick: „und seitab liegt die Stadt“

Im gesamten Herbst 2020 fanden im Rahmen des Projektes „und seitab liegt die Stadt“ 6 literarische Veranstaltungen in Steinfurt statt. Durchgeführt vom Förderverein der Stadtbücherei Steinfurt und gefördert vom Literarischen Colloquium Berlin konnten Thorsten Trelenberg und ich Lesungen, Workshops und Vorträge zum Thema der Reihe „Herkunft“ realisieren- erst in Präsenz, dann im digitalen Raum.

Dieses Video von der Online- Abschlussveranstaltung zeigt Ausschnitte und Resultate der Lesung mit Lütfiye Güzel, dem Video-Porträt J. Monika Walthers, den Workshops mit Michael Schumacher und uns Projektleitern. Eine feine Initiative zur Förderung der Literatur im ländlichen Raum. Es war uns eine Freude und Ehre, dort mitzuwirken.

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„und seitab liegt die Stadt“ III mit Michael Schumacher

Am Freitag fand mit Michael Schumachers Poetry Slam-Workshop der 3. Teil unserer literarischen Reihe „und seitab liegt die Stadt“ im digitalen Raum statt. Die TeilnehmerInnen und der Workshopleiter hatten auf Zoom 3 Stunden lang sichtlich Spaß!

Dank der Förderung durch das Literarische Colloquium Berlin konnten TeilnehmerInnen über die Grenzen Steinfurts hinaus kostenlos einen unterhaltsamen und kreativen Einblick in die Kunstform erlangen.
Der genaue Ablauf des Workshops war wie folgt:

                Ab 10.00 Uhr

  • Einführung in die literaturgeschichtliche Entwicklung von Poetry Slam anhand von Textbeispielen und der Vorstellung einiger Vorläufer und Literaturbewegungen (DaDa, Kurt Schwitters, Beat (Ferlinghetti, Ginsberg, Burroughs), Spoken Word-Bewegung, social beat-Movement, Marc Kelly Smith als Urvater des Poetry Slams (Chicago 1985), erste deutsche Literaturmeisterschaft „Dichter in den Ring“, Köln 1993, erster Poetry Slam in Berlin 1994, erste deutschsprachige Poetry Slam-Meisterschaft 1997), Thomas Kling („Der Performer als Sprachinstallateur ist Konzeptkünstler“), Slam-Regularien, Vorstellung der Arbeitsblätter
  • Schreibaufgabe 1: Einen Gegenstand auswählen, der Bezug zu mir hat, und diesen Gegenstand und dessen Beziehung zu mir beschreiben – Texte in der Gruppe vorstellen, Feedback geben – Querverbindungen zum Thema Herkunft/meine eigene Herkunft herstellen.
  • Schreibaufgabe 2: Vorgabe von drei Wörtern (Haus, Weg, gehen) und darüber einen Text in beliebigem Genre schreiben – die Texte im Plenum für alle vorstellen, gemeinsam darüber reflektieren.
  • Plenumsdiskussion ab 12.00 Uhr: Was heißt für mich „Herkunft“? Was heißt für mich „Heimat“? Fühle ich mich dort, wo ich gerade lebe, heimisch? Was heißt es für mich, wenn ich die Erinnerungen an meine Herkunft bewahre, sie pflege, sie weitergebe an meine Kinder/Partner:in, Freund:innen etc.? Dabei kam zutage, dass nur eine der Teilnehmerinnen heute in dem Ort wohnt, in dem sie geboren wurde. Fremdheit, Entfremdung, Zughörigkeit, integriert sein, sich integrieren wollen oder nicht, Kindheitserinnerungen, das Gedächtnis/Vermächtnis meiner Familie (be)wahren oder mich davon entfernen waren weitere Themen.
  • Feedback-Runde 12.45 – 13.00 Uhr

Morgen beginnt mit Thorsten Trelenbergs und meinem digitalen Schreibworkshop mit 10 TeilnehmerInnen der 4. Teil der Reihe, der den ganzen November über laufen und sicher interessante Ergebnisse liefern wird.

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„und seitab liegt die Stadt II“ mit Lütfiye Güzel

Foto: Rainer Nix

„schön ist schön, weil es gegenüber von nicht-schön wohnt.“
Am Freitag war es definitiv schön mit Lütfiye Güzel, die unsere letzte reguläre Veranstaltung der Reihe „und seitab liegt die Stadt“ mit uns bestritt.

Lütfiye Güzel gilt als eine der aufregendsten Lyrikerinnen unserer Zeit.
Geboren und aufgewachsen in Duisburg, mittlerweile aber auch in Berlin beheimatet, wird sie gern als „lyrische one-woman-show“ bezeichnet, die ihre Texte komplett selbst verlegt, vertreibt und vermarktet. In scheinbar einfacher Sprache fasst sie Gedanken und Gefühle äußert verknappt in Worte- wobei ihr Bezeichnungen wie Lyrik oder Kurzprosa völlig egal sind.

Natürlich sprachen wir nach einem Leseblock in einem interessanten Interview auch zum Thema der Reihe „Herkunft“ mit ihr. Praktisch jeder biographische Text über Lütfiye greift die gleichen Elemente auf: den Stahlarbeiter-Vater, die analphabetische Mutter und die vorsichtig umständlich gestellten Fragen, ob türkisch/türkischstämmig/türkisch-kurdisch oder oder…

Dass dies keine Kategorien sind, die für die Autorin relevant sind, die Antwort „Schreibende“ vielleicht die beste ist und überhaupt Schubladen im Werk Lütfiye Güzels keinen Platz haben, wurde wunderbar deutlich.

Lütfiyes authentisches Auftreten und ihre zum Nachdenken anregenden Sätze, die sie scheinbar kunstlos platziert, haben große Freude gemacht.

Und HIER bereits die Presse dazu.

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Auftakt: Und seitab liegt die Stadt

Gestern startete unsere, vom literarischen Colloquium Berlin geförderte Veranstaltungsreihe zum Thema „Herkunft“. Im Rahmen des Projektes „Und seitab liegt die Stadt“, das Literatur im ländlichen Raum fördert, versuchen wir, coronabedingt, die geplanten 6 spannenden Lesungen und Workshops so gut wie möglich abhalten.
Den Auftakt machten Flusspoet Thorsten Trelenberg und ich gestern in der Stadtbücherei Steinfurt mit einem literarischen Rundflug.

Auf der Suche nach den Facetten des Begriffs „Herkunft“ konsultierten wir das Grimmsche Wörterbuch sowie diverse Lexika und kamen zu folgenden nüchternen Definitonen:

1. Herkunft=Heimat, Ursprungsort eines Lebewesens, Vaterland
2. Abstammung von den eigenen Vorfahren
3. soziale Herkunft, das soziokulturelle Erbe von Ressourcen und Wertesystemen

Dass sich diese Parameter auch in der Literatur zeigen, konnten wir anhand von Texten unterschiedlichster Couleur nachweisen.

Die geographische Heimat eines Autors wird immer auch als Teil eines Systems von Werten und gemeinsamen Begrifflichkeiten und Bräuchen gesehen. „Wer in Deutschland schreibt, geht auch von deutschen Werten aus“, so lange die angenommenen Voraussetzung der deutschen Nationalliteratur. „Und dafür muss er deutsch sein.“ Aber so einfach ist das nicht, wie wir später sahen.

Botho Strauß` autobiographischer Text Herkunft,
Gottfried Benns berühmtes Gedicht Teils-teils,
Wolfgang Koeppens Jugend– allesamt Chronisten deutscher Zeiten, Landschaften und Befindlichkeiten. Immer geknüpft an Orte, familiäre Leitfiguren und ihren sozialen Kosmos. Aber ihre Texte sind auch Belege dafür, dass Heimaten veränderlich, nicht konstant sind und oft genug nur noch in Erinnerungen überleben und diese individuell und nicht übertragbar sind.

Thorsten Trelenberg las Gedichte Theodor Kramers, sprach über Heinrich Bölls 3 Kölns als Heimat und präsentierte die Anthologie: Eure Heimat ist unser Albtraum, die Texte verschiedener AutorInnen mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen versammelt.

Im zweiten Teil wandten wir uns verstärkt der zweiten Definiton des Begriffes Herkunft zu, die weniger das Hier und Jetzt in den Vordergrund stellt, sondern den Weg, das ANKOMMEN.

Betrachtet man die Auswahlliste für den Deutschen Buchpreis 2020, wird klar, dass die Themen Kindheit, Herkunft und Fremdsein derzeit stark und oft bearbeitet werden.

Schon der letztjährige Preisträger Sasa Stanisic, dessen gleichnamiger Roman seine „Herkunft“ aus Bosnien Herzegowina thematisiert, kann diverse Lieder davon singen. Sein Debüt, ebenfalls im autobiographischen Kontext angesiedelt, wurde gefeiert und seine „neue Stimme“ gelobt. Sein zweiter Roman Vor dem Fest, der in der Uckermak spielt, ruft stattdessen einige Kritiker auf den Plan, die ihm vorwerfen, davon verstehe er nichts und könne er nichts verstehen. Er solle sich doch lieber wieder „seinem Themenfeld“, der Migration zuwenden.

Mit Chamisso und Canetti sind zwei Autoren zu zitieren, die belegen, dass es fremde Herkünfte in der deutschen Literatur schon länger gibt und deren Einflüsse nicht gering sind.

Der berühmteste deutsche Autor mit dem so oft zitierten „Migrationshintergrund“ kann nun ausgerechnet einer genannt werden, der sich zeitweise als besonders „deutsch“ zu stilisieren versucht hat.

Thomas Manns Mutter Julia Mann da Silva Bruhns kam 1848 mitten im brasilianischen Dschungel zur Welt, „zwischen Affen und Papageien“, zitiert Frido Mann Überlieferungen der Familie. Die ersten sieben Jahre ihres Lebens verbrachte sie in der Obhut einer „Negeramme“, wie sie selbst schrieb.

Vor der Weimarer Republik sprach Thomas Mann praktisch nicht von ihr, denn es gab enormen Rassismus im Kaiserreich. Als er ins Exil ging, änderte sich das. Seine Herkunft war nun etwas, das ihn zum Kosmopoliten machte, ihm eine andere Sensibilität verlieh. Er empfand es nun als eine Art Auszeichnung und nicht als etwas mit Scham Besetztes.

Später hat Mann seine Emigration auch rassenpolitisch begründet. Schon 1932 hieß es in der Zeitung „Angriff“ über Mann: „Wir müssen mit aller Schärfe verlangen, daß diese schreibende Mischung zwischen Indianern, Negern und Mauren und weiß der Teufel was sonst noch sich nicht mehr ,deutscher Dichter und Schriftsteller‘ nennen darf.“

UND HEUTE?
Gibt es deutsche Autoren, die unter anderem:
Feridun Zaimoglu               (1964 in der Türkei geboren)
Marjana Gaponenko           (1981 Odessa, Ukraine)
Olga Grjasnowa                   (1984 Baku, Aserbaidschan)
Nino Haratischwili              (1983 Tiflis Georgien)
heißen und die Fragen nach ihrer Herkunft zurecht längst leid sind. Sie sind deutsche Autoren, die der deutschen Literatur wertvolle Impulse und Stoffe beisteuern.

Am Freitag besucht uns im nächsten Block die Lyrikerin Lütfiye Güzel, pendelnd zwischen Duisburg und Berlin, eine der interessantesten Dichterinnen der Republik. Auch mit ihr werden wir über den Herkunft- Begriff sprechen und ihre Texte zum Thema hören.

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Und seitab liegt die Stadt..

..so heißt ein Förderprogramm des Literarischen Colloquiums Berlin für Literatur im ländlichen Raum. Im Team mit dem Förderverein der Stadtbücherei Steinfurt haben Kollege Thorsten Trelenberg und ich es geschafft, unter den geförderten Projekten zu sein.
Nun geht es bald los! Bis Ende des Jahres findet unsere 6-teilige Veranstaltungsreihe zum Thema „Herkunft“ statt. Sie beinhaltet einige spannende Lesungen und Workshops.
Mit dabei sind: die exorbitante Lyrikerin Lütfiye Güzel, die Autorin Jay M. Walther, der Grandmaster des Poetry Slam Michael Schumacher sowie Flusspoet Thorsten Trelenberg und ich. Eine sehr schöne Teamarbeit und Gelegenheit, auch abseits der Metropolen hochkarätige Literatur zu bieten.

Einen Überblick über die weiteren deutschlandweit stattfindenden Projekte des Programms findet man HIER.

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Oswald Egger zu Gast

egger

Am Freitag, den 28.02. darf ich im Auftrag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und des Fördervereins der Stadtbücherei Steinfurt den aus Südtirol stammenden Lyriker Oswald Egger begrüßen. Egger ist mehrfach für sein interessantes und vielfältiges Werk ausgezeichnet- zuletzt schaffte es sein bibliophiler Band Triumph der Farben auf die jährliche Lyrik-Empfehlungenliste der Akademie.

Ein Fest für die Sinne, dieser Band.
Ich freue mich auf die Moderation dieser feinen Veranstaltung.

Falls Jemand in der Nähe weilt- der Eintritt ist frei!

 

 

 

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Heikle Passagen in: Bochum

wildebook

Kommenden Freitag, 07.06., dürfen Wilde & Hamsun noch mal raus. Gemeinsam mit Hans Ulrich Heuser, der Lyrik lesen wird, gastiere ich mit den beiden Protagonisten meines Romans im Blue Square, Bochum im Rahmen der Ruhrliteraten im Quadrat

Literarische Spurensuche mit Matthias Engels und Hans-Ulrich Heuser

18.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

Details gibt es HIER

cover passagenblog

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Buchmessen- Gastland Norwegen

Gastland bei der Frankfurter Buchmesse im Herbst wird Norwegen sein-
aus diesem Anlass biete ich ab Sommer einen kleinen Vortrag über den norwegischen Klassiker Knut Hamsun an, der als Portalfigur der literarischen Moderne gilt, aber wegen diverser politischer Verwirrungen auch nach wie vor umstritten ist.
Ein Abend mit Hamsun und mir, bei dem interessante Lebenslinien und Werkeinblicke gezeigt und gegeben werden, dauert 90 Minuten und beleuchtet diese schillernde Figur, die es mit enormen Ehrgeiz vom Autodidakten zum Nobelpreisträger schaffte, im Idealfall etwas genauer.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich mich mit ihm befasse. Mein Hamsun-Interesse geht zurück in mein 14. Lebensjahr, in dem ich einen seiner Bände zwischen höchst zweifelhaften anderen Lektüren im Nachlass meines Großvaters fand.
2015 erschien dann mein bisher umfangreichster Roman, in dem es der Norweger sogar zur Hauptfigur geschafft hat.

cover passagen

Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun
ISBN: 978-3-942181-84-6 | Edition PURE
Cover-Illustration: Sunset, New York Harbour von Henry Farrer

Format 11,5 x 18,5
448 Seiten, gebunden
Überzug matt laminiert, Leseband
19,90 € [D] | 20,50 € [A] | 28,50 SFR [CH]
Bei Interesse- gerne eine Mail an westlit@web.de.
Ich freu mich drauf.

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Heimatabend in: Ahlen

heimatabendlogo

Auch am vergangenen Freitag in der Stadtbücherei Ahlen stieß Thorsten Trelenbergs und mein gemeinsames Programm Heimatabend -die etwas andere literarische Landvermessung- auf großes Interesse. Etwa 35 Zuhörer hatten trotz Erkältungswelle zu uns gefunden. Vielen Dank an die Stadtbücherei für die Einladung und den angenehmen Rahmen.
Hier ein paar Impressionen. Und Presse gab es auch. Gern kommen wir auch zu Euch oder Ihnen, um diesen schwierigen Begriff auszuloten.

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