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Heimatabend in: Ahlen

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Auch am vergangenen Freitag in der Stadtbücherei Ahlen stieß Thorsten Trelenbergs und mein gemeinsames Programm Heimatabend -die etwas andere literarische Landvermessung- auf großes Interesse. Etwa 35 Zuhörer hatten trotz Erkältungswelle zu uns gefunden. Vielen Dank an die Stadtbücherei für die Einladung und den angenehmen Rahmen.
Hier ein paar Impressionen. Und Presse gab es auch. Gern kommen wir auch zu Euch oder Ihnen, um diesen schwierigen Begriff auszuloten.

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Morgen: Heimatabend in: Ahlen

heimatabend neu

Das gemeinsame Programm von Thorsten Trelenberg und Matthias Engels entfernt den Mottenkugelgeruch vom Begriff Heimat und sucht gleichzeitig nach den Gründen für seine neue Brisanz. Beide Lyriker habe sich unabhängig voneinander über einen längeren Zeitraum mit dem Genre Heimatliteratur befasst und im Zuge dieser Beschäftigung jeweils einen Zyklus Gedichte erstellt, die das schwierige Thema mit modernen lyrischen Mitteln angehen.

Bei ihrem gemeinsamen „Heimatabend“ lesen der bekannte Flusspoet Thorsten Trelenberg aus Schwerte und der Steinfurter Autor Matthias Engels aus ihren eigenen Texten zum Thema Heimat und versuchen, den Begriff zwischendurch auch im Gespräch einzukreisen.

Stadtbücherei Ahlen
Südenmauer 21
59227 Ahlen

Beginn 19.30 Uhr
Die Abendveranstaltung ist für etwa 2 Stunden geplant. Eintritt wird nicht erhoben. Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Wir bitten um eine Reservierung der Plätze persönlich in der Stadtbücherei Ahlen oder telefonisch unter: 02382-59-292.

 

 

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„Heimatabend“ beim VS NRW

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westfalenkarteblanko
Am 01. März dürfen Kollege Trelenberg und ich erneut unsere Heimatgedichte aus den westfälischen Wäldern, von der Ruhr und vom Rhein darbringen.

Evangelisches Gemeindezentrum
Fürstenstr. 9
48565 Steinfurt
19.30 Uhr
EINTRITT FREI

Ebenso sind wir eingeladen worden, auf der Jahrestagung des Schriftstellerverbandes NRW im Juni diesen Jahres damit aufzutreten. Es ist uns eine Ehre!
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1815/16 entstand mit den Beschlüssen des Wiener Kongresses die Region Westfalen als preußische Provinz. 200 Jahre Westfalen- und keiner hat`s gemerkt?! Kann es daran liegen, dass diese Region, deren Umriss vage ein Herz erinnert, so vielfältig und in sich in so viele verschiedene Landstriche unterteilt ist? Da ist das Münsterland mit dem Lipperland, da sind die ruhrgebietsnahen Teile mit den Sauerländern in eine Region hineingepackt…Und überhaupt: Heimat! Wer mag das noch in den Mund nehmen? Etwas nach Löns und Landlust schmeckendes, wenig chic in globalisierten Zeiten! Und: was ist das: Heimat? –Etwas den Mundart- Gruppen reserviertes?

Moderne Lyrik klammert dieses emotionsgeladene Thema fast gänzlich aus. Sie will weltläufig, ironisch, etwas kühl und analytisch sein….Der bekannte Flusspoet Thorsten Trelenberg aus Schwerte und der steinfurter Autor Matthias Engels versuchen seit einiger Zeit, dem etwas muffigen Genre mit modernen Mitteln zu Leibe zu rücken. Beim „Heimatabend“ lesen sie aus ihren Texten zum Thema Heimat und versuchen, den Begriff zwischendurch auch im Gespräch einzukreisen.

Schwerpunkte sind:

Die Heimat lexikalisch
Die Heimat im Wort
Die Heimat in der Fremde
Die Heimat beim Anderen
Die Heimat in der Familie

 

Trelenberg ist Verfasser zahlreicher Gedichtbände, Kinderbücher und außergewöhnlicher Vortragskünstler seiner eigenen Werke. Er ist Mitglied des VS NRW und war vor Kurzem Stipendiat eines Künstlerhauses in Island. Sein Band Heimat : Poesie erschien 2015.

Engels, wohnhaft in Steinfurt, veröffentlicht seit 2008 Gedichte und Romane. Er ist derzeit mit seinem aktuellen Roman unterwegs und ebenfalls Mitglied des Schriftstellerverbandes. Seine Heimatgedichte  wurden in Literaturzeitschriften und Anthologien in Deutschland und Österreich abgedruckt.

Musikalisch kann das Programm „Heimatabend“ durch Nanni Nolting ergänzt werden, die als Mitglied einiger lokaler Ensembles raffinierte Improvisationen über Volkslieder beisteuern kann.

 

Mehr zu den Vortragenden unter:

Thorsten Trelenberg: www.thorsten-trelenberg.de
Matthias Engels: www.matthiasengels.jimdo.com
kontakt: thorsten.trelenberg@web.de
kontakt: westlit@web.de

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Die größten Dichter Westfalens -live-

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Darf ich vorstellen: Bei diesen beiden hoch vergeistigen Herrschaften handelt es sich um Thorsten Trelenberg und Matthias Engels- die wahrscheinlich größten lebenden Dichter Westfalens (zusammen knapp 3,96 Meter)!

Herr Trelenberg und Herr Engels werden am 19.05. zur Feier des 10jährigen Jubiläums der Literaturkreise im Kreis Steinfurt ein 8-gängiges literarisches Menü kredenzen. Von herzhaft bis süß, auch für Allergiker geeignet und garantiert kalorienfrei! Weiterlesen

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Eisblumen-Lesung: ein wenig Presse I

Die erste Veranstaltung 2014. Gestern nachmittag lauschten knapp 60 ZuhörerInnen „eisiger“ Literatur vorm Kamin der Stadtbücherei Steinfurt. Gemeinsam mit Jan Tobias Kitzel und David Wonschwski gestaltete ich den literarischen Nachmittag „Eisblumen“, zu dem das Wetter noch gerade pünktlich von Vor-Frühling auf „echten“ Winter umgeschaltet hatte.

Ich gebe zu: meine Gedichte stellten die Anwesenden vor die ein oder andere Herausforderung….
Wenn mein neuer Roman rund um Oscar und Knut erscheint, wird es kurzweiliger. Versprochen!

Dennoch ein schöner Nachmittag und ein abwechslungsreicher Start in das Lesejahr!

Im Folgenden zwei Artikel von heute:

Winterliche Lesung mit drei Autoren:
„Eiszeit“ in der Bücherei

Manche Zuhörer hätten am Sonntagnachmittag in der Stadtbücherei am liebsten Mütze und Schal vom Garderobenhaken geholt. Doch das lag keineswegs an einer defekten Heizung sondern am Kurzgeschichten-Buch „Frostzeit“, aus dem Jan-Tobias Kitzel vorlas.

 Ein unterhaltsames Autoren-Trio in der Bücherei: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel (v.l.) Foto Rainer Nix

Neben ihm gaben zwei weitere junge Autoren Kostproben ihres Schaffens: Matthias Engels und David Wonschewski. Die Lesung war eine Kooperation von Bücherei und Kunstverein. Dazu begrüßte Bibliotheksleiterin Monika Frieling die Autoren und ihr zahlreiches Publikum. Claudia Mertins vom Kunstverein stellte die drei Schriftsteller kurz vor.

Schon der Titel des literarischen Nachmittags, „Eisblumen“, verhieß Winterliches.

 Horror-Visionen

Kitzel, Jahrgang 1980 und Banker von Beruf, lebt heute mit seiner Familie in Bochum. Seiner Feder entstammt ein düsteres Science-Fiction-Szenario, in dem Wissenschaftler die globale Erwärmung stoppen wollen und dabei Wettergott spielen. Doch Hochmut kommt vor dem Fall. Die Versuche gehen gründlich schief, und eine neue Eiszeit kündigt sich an.

In der Kurzgeschichte „Afrika“ kämpfen Britta und ihre kleine Tochter Melinda auf dem Weg nach Afrika um ihr Leben. Dort soll es ein Domizil für Flüchtlinge geben, außerdem heißt es, die Eiszeit komme nicht bis zum schwarzen Kontinent. Kitzel beeindruckte durch seine Liebe zum Detail und seine ausgefeilte Metaphorik: „Das allgegenwärtige Weiß fraß die Zeit“. Seine eindringlich-bedrückenden Schilderungen machten das Publikum zum Teil der Handlung.

 Schwere Kost

Matthias Engels, Jahrgang 1975, lebt mit seiner Familie in Borghorst und ist in Münster als Buchhändler tätig. Er las schon häufiger vor dem Kamin der Bücherei. Sein Lyrik-Band „Dingfest“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Walter Brusius. Dieser steuerte Foto-Collagen bei. Brillant geschrieben, sind die surrealistisch-vielschichtigen Verse teilweise eine Herausforderung für das Publikum: „Ich verlasse die Luftbrücke, pflücke meine Irrtümer, im Garten mit den Gängen aus garstigen Hecken“, heißt es da zum Beispiel in dem Gedicht „Bloß kein Zauberwort“.

Beifall erntete Engels vor allem für ein Märchen, das in der Zeit spielt, „als die Tiefseekabel dem Quastenflosser noch fremd waren“ und „als die Sonne noch nicht tödlich und Leben noch kein Infarktrisiko war.“

 Rabenschwarzer Humor

Tiefschwarzen Humor bewies David Wonschewski, Jahrgang 1977, in Berlin lebender Musikjournalist. Sein Buch „Schwarzer Frost“ handelt – Ähnlichkeiten wären rein zufällig – von eben einem solchen Medienschaffenden. Dieser vom Pessimismus gebeutelte Mann geht an seinen eigenen Gedankenspielen zugrunde. Bis dahin beweist er allerdings eine phänomenale Beobachtungsgabe. Dabei driftet er mehr und mehr in den Verfolgungswahn ab.

Geradezu besessen ist er von seinem nervigen Kollegen Lohwald, dessen Tod er wünscht. Der Bedauernswerte zerfleischt sich in selbstzerstörerischen inneren Monologen. Ein im Grunde ernstes Thema, das allerdings äußerst unterhaltsam aufbereitet wurde.

Winterliche Lesung mit drei Autoren „Eiszeit“ in der BüchereiBurgsteinfurt Manche Zuhörer hätten am Sonntagnachmittag in der Stadtbücherei am liebsten Mütze und Schal vom Garderobenhaken geholt. Doch das lag keineswegs an einer defekten Heizung sondern am Kurzgeschichten-Buch „Frostzeit“, aus dem Jan-Tobias Kitzel vorlas.
Artikel druckenEin unterhaltsames Autoren-Trio in der Bücherei: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel (v.l.)Ein unterhaltsames Autoren-Trio in der Bücherei: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel (v.l.) Foto Rainer Nix

Neben ihm gaben zwei weitere junge Autoren Kostproben ihres Schaffens: Matthias Engels und David Wonschewski. Die Lesung war eine Kooperation von Bücherei und Kunstverein. Dazu begrüßte Bibliotheksleiterin Monika Frieling die Autoren und ihr zahlreiches Publikum. Claudia Mertins vom Kunstverein stellte die drei Schriftsteller kurz vor.

Schon der Titel des literarischen Nachmittags, „Eisblumen“, verhieß Winterliches.

Horror-Visionen

Kitzel, Jahrgang 1980 und Banker von Beruf, lebt heute mit seiner Familie in Bochum. Seiner Feder entstammt ein düsteres Science-Fiction-Szenario, in dem Wissenschaftler die globale Erwärmung stoppen wollen und dabei Wettergott spielen. Doch Hochmut kommt vor dem Fall. Die Versuche gehen gründlich schief, und eine neue Eiszeit kündigt sich an.

In der Kurzgeschichte „Afrika“ kämpfen Britta und ihre kleine Tochter Melinda auf dem Weg nach Afrika um ihr Leben. Dort soll es ein Domizil für Flüchtlinge geben, außerdem heißt es, die Eiszeit komme nicht bis zum schwarzen Kontinent. Kitzel beeindruckte durch seine Liebe zum Detail und seine ausgefeilte Metaphorik: „Das allgegenwärtige Weiß fraß die Zeit“. Seine eindringlich-bedrückenden Schilderungen machten das Publikum zum Teil der Handlung.

Schwere Kost

Matthias Engels, Jahrgang 1975, lebt mit seiner Familie in Borghorst und ist in Münster als Buchhändler tätig. Er las schon häufiger vor dem Kamin der Bücherei. Sein Lyrik-Band „Dingfest“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Walter Brusius. Dieser steuerte Foto-Collagen bei. Brillant geschrieben, sind die surrealistisch-vielschichtigen Verse teilweise eine Herausforderung für das Publikum: „Ich verlasse die Luftbrücke, pflücke meine Irrtümer, im Garten mit den Gängen aus garstigen Hecken“, heißt es da zum Beispiel in dem Gedicht „Bloß kein Zauberwort“.

Beifall erntete Engels vor allem für ein Märchen, das in der Zeit spielt, „als die Tiefseekabel dem Quastenflosser noch fremd waren“ und „als die Sonne noch nicht tödlich und Leben noch kein Infarktrisiko war.“

Rabenschwarzer Humor

Tiefschwarzen Humor bewies David Wonschewski, Jahrgang 1977, in Berlin lebender Musikjournalist. Sein Buch „Schwarzer Frost“ handelt – Ähnlichkeiten wären rein zufällig – von eben einem solchen Medienschaffenden. Dieser vom Pessimismus gebeutelte Mann geht an seinen eigenen Gedankenspielen zugrunde. Bis dahin beweist er allerdings eine phänomenale Beobachtungsgabe. Dabei driftet er mehr und mehr in den Verfolgungswahn ab.

Geradezu besessen ist er von seinem nervigen Kollegen Lohwald, dessen Tod er wünscht. Der Bedauernswerte zerfleischt sich in selbstzerstörerischen inneren Monologen. Ein im Grunde ernstes Thema, das allerdings äußerst unterhaltsam aufbereitet wurde.

Winterliche Lesung mit drei Autoren: „Eiszeit“ in der Bücherei – Münstersche Zeitung – Lesen Sie mehr auf:
http://www.muensterschezeitung.de/staedte/steinfurt/Winterliche-Lesung-mit-drei-Autoren-Eiszeit-in-der-Buecherei;art1005,2258832#plx1973032831

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Eisblumen- Lesung: ein wenig Presse II

Mo., 27.01.2014

 

„Eisblumen“ in der Stadtbücherei
Frostige Lesung

Von Lyrik bis hin zu Science-Fiction: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel lasen in der Stadtbücherei unter dem Motto „Eisblumen“.

Von Lyrik bis hin zu Science-Fiction: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel lasen in der Stadtbücherei unter dem Motto „Eisblumen“. Foto: nn

 

Zur Jahresauftaktveranstaltung im Jahr 2014 luden die Stadtbücherei in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Steinfurt am Wochenende zu einer Autorenlesung ins Weinhaus. Die drei lokalen Jung-Autoren David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel lasen dabei aus ihren Werken. Die Veranstaltung fand in Anlehnung an die Titel der Texte unter dem Motto „Eisblumen“ statt.

Von Annegret Rose

Es gibt sie also auch hier im Kreis. Junge Schriftsteller, die frei nach unserem Bundespräsidenten Joachim Gauck versuchen, die „Bürger der unsichtbaren Welt des Geistes“, zu erreichen.

Als Jahresauftaktveranstaltung fand am Sonntagnachmittag in der Stadtbücherei in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Steinfurt eine Autoren-Lesung statt. Die junge Gitarristin Ellen Speckjohann lockte mit Tangoklängen die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Vortragsbühne, bevor David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel das Publikum durch Werke unterschiedlichster Gattung führten.

Mit dem jüngsten Autor, Jan-Tobias Kitzel, Jahrgang 1980, Sohn von Monika Frieling, Leiterin der Stadtbücherei, startete der literarische Nachmittag „Eisblumen.“

Science Fiction zu schreiben ergab sich für den passionierten Blogger aus der Mitarbeit an virtuellen Rollenspielen. Seine spannende, ins Mark gehende Geschichte „Froststurm“ spielt in einer neuen Eiszeit, die die Welt erfasst hat. Nur wenige Menschen überleben. Seine Protagonistin Britta und ihre Tochter Merlinda wollen nach Afrika. Kitzels Personen sind mit präziser Sprache und psychologischem Einfühlungsvermögen entworfen, sodass für den Hörer Einfühlung in das Szenario der Klimakatastrophe möglich ist.

Matthias Engels, 1975 geboren, ist vielen Zuhörern in der Stadtbücherei bekannt. Als gelernter Buchhändler arbeitet er bei Poertgen & Herder, nebenbei ist der in Borghorst wohnhafte Autor als Referent an der VHS in Steinfurt tätig.

Engels las aus einem Lyrikband, dessen Inhalt nach Bildern von Walter Brusius entstanden ist. Wie die Bilder sind auch die Texte Collagen, Zitate, Anspielungen und meist verschlüsselt: „Zum Glück wird alles dunkler unterm Licht“ oder eine andere Zeile: „. . . Dumpf fällt der Schnee auf das Trommelfell“. Zum Schluss gab es noch ein kleines Märchen, das sich als eine Ansammlung von Andeutungen rund um den Begriff Märchen entpuppte. Hier fiel es den Zuhörern schwer, sich spontan zu äußern.

Ganz anders bei dem letzten Autor, dem 1977 in Nottuln geborenen David Wonschewski. Seit Jahren lebt er in Berlin als Musikjournalist. Auch er entstammt der neuen Generation der Blogger.

Seine Hauptfigur ist ein depressiver Mann, der in Selbstreflexion seine Freitodsehnsüchte Preis gibt. Die Figur beobachtet und bewertet Menschen, Kollegen, Freunde. Teilweise zynisch, teilweise traurig und teilweise abwertend. Für den Zuhörer ist das eine Gratwanderung über Abscheu und Amüsement. Besonders das Frauenbild seines Helden scheint Störungen unterworfen zu sein. Die Art seiner fast szenischen Lesung, seine Form zu intonieren, seine Gestik und Mimik trugen jedoch sehr zur Unterhaltung bei. So fragte eine Zuhörerin sofort nach der Lesung: „Gibt es das auch als Hörbuch?“

Literatur- und Kunstfreunde erlebten einen dichten, zuhörenswerter Nachmittag, der nach Wiederholung ruft.

 

 

Winterliche Lesung mit drei Autoren „Eiszeit“ in der Bücherei

Burgsteinfurt Manche Zuhörer hätten am Sonntagnachmittag in der Stadtbücherei am liebsten Mütze und Schal vom Garderobenhaken geholt. Doch das lag keineswegs an einer defekten Heizung sondern am Kurzgeschichten-Buch „Frostzeit“, aus dem Jan-Tobias Kitzel vorlas.
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Ein unterhaltsames Autoren-Trio in der Bücherei: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel (v.l.)

Ein unterhaltsames Autoren-Trio in der Bücherei: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel (v.l.) Foto Rainer Nix

Neben ihm gaben zwei weitere junge Autoren Kostproben ihres Schaffens: Matthias Engels und David Wonschewski. Die Lesung war eine Kooperation von Bücherei und Kunstverein. Dazu begrüßte Bibliotheksleiterin Monika Frieling die Autoren und ihr zahlreiches Publikum. Claudia Mertins vom Kunstverein stellte die drei Schriftsteller kurz vor.

Schon der Titel des literarischen Nachmittags, „Eisblumen“, verhieß Winterliches.

Horror-Visionen

Kitzel, Jahrgang 1980 und Banker von Beruf, lebt heute mit seiner Familie in Bochum. Seiner Feder entstammt ein düsteres Science-Fiction-Szenario, in dem Wissenschaftler die globale Erwärmung stoppen wollen und dabei Wettergott spielen. Doch Hochmut kommt vor dem Fall. Die Versuche gehen gründlich schief, und eine neue Eiszeit kündigt sich an.

In der Kurzgeschichte „Afrika“ kämpfen Britta und ihre kleine Tochter Melinda auf dem Weg nach Afrika um ihr Leben. Dort soll es ein Domizil für Flüchtlinge geben, außerdem heißt es, die Eiszeit komme nicht bis zum schwarzen Kontinent. Kitzel beeindruckte durch seine Liebe zum Detail und seine ausgefeilte Metaphorik: „Das allgegenwärtige Weiß fraß die Zeit“. Seine eindringlich-bedrückenden Schilderungen machten das Publikum zum Teil der Handlung.

Schwere Kost

Matthias Engels, Jahrgang 1975, lebt mit seiner Familie in Borghorst und ist in Münster als Buchhändler tätig. Er las schon häufiger vor dem Kamin der Bücherei. Sein Lyrik-Band „Dingfest“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Walter Brusius. Dieser steuerte Foto-Collagen bei. Brillant geschrieben, sind die surrealistisch-vielschichtigen Verse teilweise eine Herausforderung für das Publikum: „Ich verlasse die Luftbrücke, pflücke meine Irrtümer, im Garten mit den Gängen aus garstigen Hecken“, heißt es da zum Beispiel in dem Gedicht „Bloß kein Zauberwort“.

Beifall erntete Engels vor allem für ein Märchen, das in der Zeit spielt, „als die Tiefseekabel dem Quastenflosser noch fremd waren“ und „als die Sonne noch nicht tödlich und Leben noch kein Infarktrisiko war.“

Rabenschwarzer Humor

Tiefschwarzen Humor bewies David Wonschewski, Jahrgang 1977, in Berlin lebender Musikjournalist. Sein Buch „Schwarzer Frost“ handelt – Ähnlichkeiten wären rein zufällig – von eben einem solchen Medienschaffenden. Dieser vom Pessimismus gebeutelte Mann geht an seinen eigenen Gedankenspielen zugrunde. Bis dahin beweist er allerdings eine phänomenale Beobachtungsgabe. Dabei driftet er mehr und mehr in den Verfolgungswahn ab.

Geradezu besessen ist er von seinem nervigen Kollegen Lohwald, dessen Tod er wünscht. Der Bedauernswerte zerfleischt sich in selbstzerstörerischen inneren Monologen. Ein im Grunde ernstes Thema, das allerdings äußerst unterhaltsam aufbereitet wurde.

Winterliche Lesung mit drei Autoren: „Eiszeit“ in der Bücherei – Münstersche Zeitung – Lesen Sie mehr auf:
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Winterliche Lesung mit drei Autoren „Eiszeit“ in der Bücherei

Burgsteinfurt Manche Zuhörer hätten am Sonntagnachmittag in der Stadtbücherei am liebsten Mütze und Schal vom Garderobenhaken geholt. Doch das lag keineswegs an einer defekten Heizung sondern am Kurzgeschichten-Buch „Frostzeit“, aus dem Jan-Tobias Kitzel vorlas.
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Ein unterhaltsames Autoren-Trio in der Bücherei: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel (v.l.)

Ein unterhaltsames Autoren-Trio in der Bücherei: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel (v.l.) Foto Rainer Nix

Neben ihm gaben zwei weitere junge Autoren Kostproben ihres Schaffens: Matthias Engels und David Wonschewski. Die Lesung war eine Kooperation von Bücherei und Kunstverein. Dazu begrüßte Bibliotheksleiterin Monika Frieling die Autoren und ihr zahlreiches Publikum. Claudia Mertins vom Kunstverein stellte die drei Schriftsteller kurz vor.

Schon der Titel des literarischen Nachmittags, „Eisblumen“, verhieß Winterliches.

Horror-Visionen

Kitzel, Jahrgang 1980 und Banker von Beruf, lebt heute mit seiner Familie in Bochum. Seiner Feder entstammt ein düsteres Science-Fiction-Szenario, in dem Wissenschaftler die globale Erwärmung stoppen wollen und dabei Wettergott spielen. Doch Hochmut kommt vor dem Fall. Die Versuche gehen gründlich schief, und eine neue Eiszeit kündigt sich an.

In der Kurzgeschichte „Afrika“ kämpfen Britta und ihre kleine Tochter Melinda auf dem Weg nach Afrika um ihr Leben. Dort soll es ein Domizil für Flüchtlinge geben, außerdem heißt es, die Eiszeit komme nicht bis zum schwarzen Kontinent. Kitzel beeindruckte durch seine Liebe zum Detail und seine ausgefeilte Metaphorik: „Das allgegenwärtige Weiß fraß die Zeit“. Seine eindringlich-bedrückenden Schilderungen machten das Publikum zum Teil der Handlung.

Schwere Kost

Matthias Engels, Jahrgang 1975, lebt mit seiner Familie in Borghorst und ist in Münster als Buchhändler tätig. Er las schon häufiger vor dem Kamin der Bücherei. Sein Lyrik-Band „Dingfest“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Walter Brusius. Dieser steuerte Foto-Collagen bei. Brillant geschrieben, sind die surrealistisch-vielschichtigen Verse teilweise eine Herausforderung für das Publikum: „Ich verlasse die Luftbrücke, pflücke meine Irrtümer, im Garten mit den Gängen aus garstigen Hecken“, heißt es da zum Beispiel in dem Gedicht „Bloß kein Zauberwort“.

Beifall erntete Engels vor allem für ein Märchen, das in der Zeit spielt, „als die Tiefseekabel dem Quastenflosser noch fremd waren“ und „als die Sonne noch nicht tödlich und Leben noch kein Infarktrisiko war.“

Rabenschwarzer Humor

Tiefschwarzen Humor bewies David Wonschewski, Jahrgang 1977, in Berlin lebender Musikjournalist. Sein Buch „Schwarzer Frost“ handelt – Ähnlichkeiten wären rein zufällig – von eben einem solchen Medienschaffenden. Dieser vom Pessimismus gebeutelte Mann geht an seinen eigenen Gedankenspielen zugrunde. Bis dahin beweist er allerdings eine phänomenale Beobachtungsgabe. Dabei driftet er mehr und mehr in den Verfolgungswahn ab.

Geradezu besessen ist er von seinem nervigen Kollegen Lohwald, dessen Tod er wünscht. Der Bedauernswerte zerfleischt sich in selbstzerstörerischen inneren Monologen. Ein im Grunde ernstes Thema, das allerdings äußerst unterhaltsam aufbereitet wurde.

Winterliche Lesung mit drei Autoren: „Eiszeit“ in der Bücherei – Münstersche Zeitung – Lesen Sie mehr auf:
http://www.muensterschezeitung.de/staedte/steinfurt/Winterliche-Lesung-mit-drei-Autoren-Eiszeit-in-der-Buecherei;art1005,2258832#plx1973032831

Winterliche Lesung mit drei Autoren „Eiszeit“ in der Bücherei

Burgsteinfurt Manche Zuhörer hätten am Sonntagnachmittag in der Stadtbücherei am liebsten Mütze und Schal vom Garderobenhaken geholt. Doch das lag keineswegs an einer defekten Heizung sondern am Kurzgeschichten-Buch „Frostzeit“, aus dem Jan-Tobias Kitzel vorlas.
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Ein unterhaltsames Autoren-Trio in der Bücherei: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel (v.l.)

Ein unterhaltsames Autoren-Trio in der Bücherei: David Wonschewski, Matthias Engels und Jan-Tobias Kitzel (v.l.) Foto Rainer Nix

Neben ihm gaben zwei weitere junge Autoren Kostproben ihres Schaffens: Matthias Engels und David Wonschewski. Die Lesung war eine Kooperation von Bücherei und Kunstverein. Dazu begrüßte Bibliotheksleiterin Monika Frieling die Autoren und ihr zahlreiches Publikum. Claudia Mertins vom Kunstverein stellte die drei Schriftsteller kurz vor.

Schon der Titel des literarischen Nachmittags, „Eisblumen“, verhieß Winterliches.

Horror-Visionen

Kitzel, Jahrgang 1980 und Banker von Beruf, lebt heute mit seiner Familie in Bochum. Seiner Feder entstammt ein düsteres Science-Fiction-Szenario, in dem Wissenschaftler die globale Erwärmung stoppen wollen und dabei Wettergott spielen. Doch Hochmut kommt vor dem Fall. Die Versuche gehen gründlich schief, und eine neue Eiszeit kündigt sich an.

In der Kurzgeschichte „Afrika“ kämpfen Britta und ihre kleine Tochter Melinda auf dem Weg nach Afrika um ihr Leben. Dort soll es ein Domizil für Flüchtlinge geben, außerdem heißt es, die Eiszeit komme nicht bis zum schwarzen Kontinent. Kitzel beeindruckte durch seine Liebe zum Detail und seine ausgefeilte Metaphorik: „Das allgegenwärtige Weiß fraß die Zeit“. Seine eindringlich-bedrückenden Schilderungen machten das Publikum zum Teil der Handlung.

Schwere Kost

Matthias Engels, Jahrgang 1975, lebt mit seiner Familie in Borghorst und ist in Münster als Buchhändler tätig. Er las schon häufiger vor dem Kamin der Bücherei. Sein Lyrik-Band „Dingfest“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Walter Brusius. Dieser steuerte Foto-Collagen bei. Brillant geschrieben, sind die surrealistisch-vielschichtigen Verse teilweise eine Herausforderung für das Publikum: „Ich verlasse die Luftbrücke, pflücke meine Irrtümer, im Garten mit den Gängen aus garstigen Hecken“, heißt es da zum Beispiel in dem Gedicht „Bloß kein Zauberwort“.

Beifall erntete Engels vor allem für ein Märchen, das in der Zeit spielt, „als die Tiefseekabel dem Quastenflosser noch fremd waren“ und „als die Sonne noch nicht tödlich und Leben noch kein Infarktrisiko war.“

Rabenschwarzer Humor

Tiefschwarzen Humor bewies David Wonschewski, Jahrgang 1977, in Berlin lebender Musikjournalist. Sein Buch „Schwarzer Frost“ handelt – Ähnlichkeiten wären rein zufällig – von eben einem solchen Medienschaffenden. Dieser vom Pessimismus gebeutelte Mann geht an seinen eigenen Gedankenspielen zugrunde. Bis dahin beweist er allerdings eine phänomenale Beobachtungsgabe. Dabei driftet er mehr und mehr in den Verfolgungswahn ab.

Geradezu besessen ist er von seinem nervigen Kollegen Lohwald, dessen Tod er wünscht. Der Bedauernswerte zerfleischt sich in selbstzerstörerischen inneren Monologen. Ein im Grunde ernstes Thema, das allerdings äußerst unterhaltsam aufbereitet wurde.

Winterliche Lesung mit drei Autoren: „Eiszeit“ in der Bücherei – Münstersche Zeitung – Lesen Sie mehr auf:
http://www.muensterschezeitung.de/staedte/steinfurt/Winterliche-Lesung-mit-drei-Autoren-Eiszeit-in-der-Buecherei;art1005,2258832#plx1973032831

 

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-Eisblumen- ein literarischer Nachmittag

-Eisblumen- ein literarischer Nachmittag

..ich weiß: erst kommt das Christbaumkugelweitwerfen! Aber wer Ende Januar noch nichts vor hat, ist schon einmal herzlich eingeladen!

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3. Dezember 2013 · 1:28 pm