Schlagwort-Archive: Heimat

Schön hier! -Anthologie

Lieblingsplaetze Cover 20170616

Bald ist es nun endlich soweit!- Unsere Anthologie:
Schön hier!
Lieblingsplätze & Herzensorte in Westfalen
wird in wenigen Wochen im Dortmunder Buch-Verlag erscheinen.

Die erste Idee zu diesem Projekt entsprang meinem kranken Hirn 2014.
Von den Arbeiten an meinem letzten Roman verdrängt, musste sie leider liegen bleiben, bis sich Anfang des Jahres meine Kollegen Thorsten Trelenberg und Thomas Kade als Mit-Herausgeber anboten. Von da an ging es fix…28 Autorinnen folgten unserem Aufruf und lieferten wunderbare Texte.

Wir hatten nach ganz persönlichen, völlig subjektiven Lieblingsorten in der Region gefragt und jeder der angesprochenen Autoren konnte nach einigem Überlegen letztlich einen oder sogar mehrere solcher Orte benennen. Die Gestaltung der Texte war -bis auf eine gewisse Längenvorgabe- völlig frei: so erhielten wir wunderbare Gedichte, tolle Geschichten und andere interessante Texte.
Genauso breit gefächert wie die Formen sind die regionale Lage und die Art dieser besonderen Orte: von der Bank am Kanal in Münster über den Ostmarkt in Bielefeld bis zum eigenen Bett in Lünen ist alles vertreten. Viele Autoren steuerten außerdem sehr charmante eigene Fotos der ausgewählten Orte bei.
kartewestf

Die offizielle Präsentation des ca. 200 Seiten starken Buches findet am 26.08. im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Literaturfestivals hier! des Literaturlandes Westfalen statt.
Erhältlich wird es allerdings schon früher sein. Wir geben Bescheid!

Mit dabei sind und einen herzlichen Dank haben verdient:

Heide Bertram
Thorsten Trelenberg
Marion Gay
Hans- Ulrich Heuser
Patricia Malcher
Artur Nickel
Gottfried Schäfers
Jürgen Flenker
Ulrike Gau
Eva von der Dunk
Peter Gallus
Josef Krug
Antonia Kruse
Maike Frie
Andreas Laugesen
Thomas Kade
H.D. Gölzenleuchter
Matthias Engels
Torsten Reters
Hans Lüttmann
Hermann Borgerding
Maike Frie
Annette Gonserowski
Viktor Sons
Sabine Lipan
Anne-Kathrin Koppetsch
Claudia Hummelsheim
Angelika Ahlmann

Das Cover wie das Layout stammen von Manuela Dörr, der wir ebenfalls zu Dank verpflichtet sind.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter -

„hier!“ -das Festival 2017

KV_hier_2_web

Große Ereignisse werden ihre Schatten voraus… . Stolz darauf, auch selbst dabei sein zu dürfen (siehe unten), darf ich hier einmal einige ganz frische Informationen vom literaturland westfalen weitergeben:

Das Netzwerkprojekt richtet im Spätsommer 2017 ein westfalenweites Literaturfestival unter dem Titel hier! festival. regional. international. aus. Vom 26. August bis zum 30. September 2017 wird eine Vielzahl an Literatur- und Kulturveranstaltern sowie sonstigen literarischen Akteuren Westfalens mit zahlreichen Sonderveranstaltungen die Großregion Westfalen als vielfältige und qualitativ hochwertige Literaturlandschaft präsentieren.

Einige wichtige Programmpunkte stehen auch bereits fest. So wird der Festivalauftakt am 26. August in Kooperation mit den diesjährigen Droste-Tagen mit einem ganztägigen Literaturtag mit mehreren Bühnen auf Burg Hülshoff begangen werden. Vom 1. bis 3. September wird es über ganz Westfalen verteilt ein „Wochenende der Verlage“ geben.

Unter anderem werden folgende regionale, überregionale und internationale Autorinnen und Autoren, Schauspieler und Moderatoren beim Festival hier! auftreten:

Zsuzsa Bánk, Ruth Johanna Benrath, Katinka Buddenkotte, Sandra Da Vina, Jens Dirksen, Wiglaf Droste, Matthias Engels, Sebastian Fitzek, Frank Goosen, Dora Heldt, Sabrina Janesch, Ignacy Karpowicz, Lamya Kaddor, Peter Lohmeyer, Marie-Luise Marjan, Inge Meyer-Dietrich, Sarah Meyer-Dietrich, Zepp Oberpichler, Selim Özdogan, Gisa Pauly, SAID, Denis Scheck, Raoul Schrott, Herbert Somplatzki, Burkhard Spinnen, Sascha Thamm, Thorsten Trelenberg, Oliver Uschmann, Najem Wali, Daniel Wolf, Klaus-Peter Wolf, Feridun Zaimoglu…

Weitere Infos HIER

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter -

Rezension „Landschaft mit großem H“ auf: dasgedichtblog.de

landschaft mit großem h

Heute erschien auf: dasgedichtblog.de Hellmuth Opitz` Rezension meiner „Heimatgedichte“ im Bändchen „Landschaft mit großem H“. Ich freue mich sehr!
Der Rezensent meint:

„Wenn einen schon keine ausgeprägte Mundart heimatlich bettet, muss man die Augen scharf stellen, um Aussagen über das innere und äußere Zuhause machen zu können. Das gelingt Matthias Engels in seinem kleinen quadratischen Gedichtbändchen »Landschaft mit großem h« sehr überzeugend. Da geht es nicht um geografische Verortung, sondern um präzise Vermessung der inneren Koordinaten, zum Beispiel an einem x-beliebigen Morgen. Die ersten drei Strophen des Gedicht »Morgen, tarnfarben« beschwören den Wunsch des Verschwindens im Niemandsland zwischen drinnen und draußen, zwischen Innenwelt und Außenwelt: »heute keine milch und im kasten / nur schwarze post und möglichkeiten / sich abzusetzen wären gegeben gewesen // der park sagte tarnfarben morgen / ungarnte dich mit tau doch / du wurdest heimgekehrt // und nun das giftige blinken der feststation / und weitere anrufe in anwesenheit / obwohl du dich an unsichtbarkeit versuchst«.
Aber so gern das lyrische Ich auch abtauchen möchte, die Außenwelt hat sich in Form elektronischer Medien längst eingeschlichen und wartet auf Beachtung und Reaktion. Heimat wird hier nur im Mangel deutlich, im Vermissen eines Rückzugsortes, an dem man sich ohne Verpflichtungen und Verbindlichkeiten eine Tarnkappe aufsetzen und so unsichtbar werden kann. Schön, wie Matthias Engels hier der Schwarz-Weiß-Optik der Zivilisation in der ersten Strophe die Tarnfarben der Natur in der zweiten Strophe dialektisch entgegensetzt. Wenn man in einem Landstrich zuhause ist, der sich dem Betrachter nicht mit Sehenswürdigkeiten an den Hals wirft, wie zeichnet man dann ein aussagekräftiges poetisches Profil? Matthias Engels gelingt es im »heimatgedicht« mit einem scheinbaren Paradoxon: der Präzision des Ungefähren: »an den rändern franste das plane / aus ins krause, ins dickicht, / ins drohen der diaspora«. Auch so poetisch kann man Provinz auf den Punkt bringen.“

strich2

Noch mehr interessante Titel zum Thema bespricht Hellmuth Opitz im Originalartikel: http://www.dasgedichtblog.de/heimatleuchten/2017/04/03/

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter -

sunday poem

heimsuchung2

 

…da ich gestern mal wieder kurz in der „alten Heimat“ weilen durfte, wo die „düsteren Brüter“ hausen.
Ich zähle mich mal voll dazu…

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter -

Onkel in Reserve -Heimatgedicht #xxy-

 

onkel2

Onkel in Reserve

einmal im jahr ging
der konvoi übern ring
und einmal im jahr kam
der onkel uns besuchen

tarngefärbt und heiter wie nie
ließ sich beim bummeln von anarchos
fascho
schimpfen und ging wortlos weiter
saß am nachmittag bei kaffee und kuchen

dann ging der konvoi übern ring
im vertiko klirrte das meißner
das mahagoni befiel ein beben
begeistert benannte der onkel die kürzel
und erkannte das schlusslicht am wimpel

schließlich leerte er seine tasse im stehen
meinte besser der krieg ist kalt als der kaffee
griff seesack und schiffchen und drehte
mit ironischem salut sich zum gehen

strich1

…eines der 25 „heimatgedichte“ aus meinem neuesten Bändchen:
Landschaft mit großem H; erschienen im Mai bei Brot & Kunst.
Ich habe wieder einige Exemplare der kleinen feinen Ausgabe- wenn Jemand ein signiertes haben möchte….Das herrlich von Dominik Beer illustrierte Büchlein kostet 10€ .

landschaft mit großem h

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter -, lyrisch

Sunday Poem -Heimatgedicht-

Da Kollege Thorsten Trelenberg gerade eine so schöne Rezension meines neuen Bandes: Landschaft mit großem H für die LyrikWelt geschrieben hat und dieses darin zitiert, gibt es das nun als Sunday Poem. Es ist das allererste der 25 „Heimatgedichte“ im Buch.

Bild

HEIMATGEDICHT

landesprachlich:
junge, man sieht es doch immer schon kommen
und: alles zieht vorbei,
wenn ich übern hund komm`
komm` ich doch auch übern schwanz und:
schlimm ist, was man nicht im herbst verbrennen kann

an den rändern franste das plane
aus ins krause, ins dickicht,
ins drohen der diaspora
abseits der markierten linien
nur dichtes grün, grimms wald

die blaue ader auf dem handrücken
einer großvatergegend und teil
der topographie einer kindheit:
ein undichter alter,
der sein wasser nicht halten kann

gleichgültigkeit definierte den grenzwert
in den ohrfeigen an den feldmarken
waren die überlieferungen manifestiert

blaugraue laken lagen auf den wiesen
und wurden nicht trocken
die nachbarin packte die koffer
schlimmer als feuer
wenn der dämmer an den gebäuden
einmal bis zum sockel stand,
und das gemäuer sich dran besoff
ging das dunkel nie mehr raus
nicht mit wärme, nicht mit licht

für ein paar tage kamen die fremden
und bauern, die man sonst nie fern ihrer felder sah,
mümmelten verächtlich: war schon mal schlimmer
und schritten deichgrafengleich davon
übers wasser

nach einer woche
verdorrte der kleiige ort
und ging wieder auf
in ödnis
wie reisig

machen wir einen strich
unter all die liegen- land- und rechenschaften
und notieren als summe:
fremd
genau bis auf fünf stellen
hinter dem komma.

2 Kommentare

Eingeordnet unter lyrisch

Neue Opfer-aus: Landschaft mit großem H

Okapi-Gmbh-Marktforschung-Feldarbeit-Bleistift

Heute einmal ein kleiner Einblick in die Hintergründe der Entstehung eines meiner „heimatgedichte“ 

strich1

Der Blick von meinem Schreibtisch aus geht hinaus auf unsere neue Feuerwache. Der Abriss der alten Fabrik, auf die ich früher blickte, machte dies möglich. Jedoch steht die Feuerwache erst seit kurzem. Zuvor fand man an gleicher Stelle eine alte Villa, die ehemals in jüdischem Besitz gewesen und deren Bewohner  im Dritten Reich deportiert und ermordet worden waren.
Bis in die 80er Jahre hinein hatte die Stadt das Gebäude noch zu verschiedenen Zwecken genutzt, zuletzt als Unterkunft für Asylsuchende. Danach hat man es dem Verfall preisgegeben, während den Nachkommen der Familie im Ausland regelmäßig versichert wurde, es werde alles für dessen Pflege und Erhalt getan.
Stolpersteine im Pflaster vor dem Haus erinnerten schon länger an die Familie, die einmal dort gelebt hatte und -seit die ersten Pläne für einen Abriss öffentlich wurden- auch vergrößerte Fotografien der ehemaligen Bewohner an der Fassade. Es gab Proteste, eine Bürgerbewegung sprach sich erst für eine Sanierung und -als klar wurde, dass der Zustand des Gebäudes dies nicht erlauben würde- für einen Resterhalt im Rahmen eines Mahnmals aus. Doch keiner dieser Pläne konnte durchgesetzt werden. Das Haus war nicht denkmalges Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter -, lyrisch