Schlagwort-Archive: Heimat

„Schön hier!“ in: Dortmund

Schoen hier Cover GrafikUnsere kleine Präsentations-Reihe geht weiter:
Am Donnerstag nächster Woche (26.10.) dürfen wir unsere Anthologie zu Lieblingsplätzen & Herzensorten in Westfalen in Dortmund vorstellen.

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek am Max-von-der-Grün-Platz. Von den 27 vertretenen Autoren werden wieder 10 anwesend sein und die schöne, abwechslungsreiche Mischung des Buches repräsentieren.
Auch wir Herausgeber: Thorsten Trelenberg, Thomas Kade und ich sind vor Ort.
Wenn Jemand Lust hat-wir freuen uns!

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Es gibt übrigens eine Facebook-Veranstaltungseite dazu. Wer mag, findet sie HIER.

 

 

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Literarische Landvermessung in: Steinfurt

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Schön war`s.
Unsere literarische Landvermessung „Heimatabend“ in der Stadtbücherei Steinfurt. Als Teil des hier!- Literaturfestivals des literaturland westfalen durften Thorsten Trelenberg und ich mal wieder über diesen schwierigen Begriff sprechen.

Wir lasen aus den unterschiedlichsten Quellen; vom ollen Tacitus über Max Frisch bis zu Franz Hohler war alles dabei. Außerdem gab es natürlich die Gedichte aus unseren eigenen beiden „Heimat“-Büchern. Feine Sache das.
Vielen Dank an die Veranstalter und das interessierte und nette Publikum!

…und gleich ein wenig Presse dazu:

Vielen Dank an Rainer Nix!

 

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Schön hier!- featuring: Viktor Sons

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Bei der Zusammenstellung unserer Anthologie: Schön hier! durfte ich so viele neue interessante Schreibende kennenlernen, dass ich diese Arbeit um keinen Preis missen möchte. Einige davon und ihre Texte möchte ich in den kommenden Wochen hier etwas genauer vorstellen.
Beginnen möchte ich ausdrücklich mit einem Text, den uns Viktor Sons zur Verfügung gestellt hat.

Geboren am 31.01.1953 in Wesel am Niederrhein, schrieb Viktor Sons Historisches, Satirisches und Kriminalistisches – in Prosa. Im Alter von 18 Jahren hatte es ihn in den Ruhrpott gezogen – von Oberhausen über Dortmund, wo er Sozialarbeit studierte, bis nach Lünen.

Viktor wählte als seinen westfälischen Lieblingsort das heimische Bett in Lünen und spricht in der kleinen Erzählung auf unnachahmliche und berührende Weise auch von seinem eigenen Tod. Viktor habe ich viel zu spät kennenlernen dürfen, denn nur wenige Tage nach dem Erscheinen unseres Büchleins ist er leider verstorben- voller Pläne und Energie.
So ist dieser Text sein literarisches Vermächtnis geworden und wir Herausgeber sind stolz, dass wir für dessen Erscheinen sorgen konnten.

 Aber nun, wie versprochen, sein Text: TraumOrtSchoen hier Cover Grafik

Viktor Sons

TraumOrt
Das eigene Bett in Lünen-Niederaden

Nett, heimelig und kuschelig, wie auf einer Wolke schwebend – unten weich, oben warm und sicher bedeckt fühle ich mich.
Und wenn ich mich mitnehmen lasse auf die Reise, geht es um die ganze Welt. Es ist keine Fahrt, auf der ich Ziel und Weg bestimme. An meinem Ort bleibe ich.
Mich steuert nicht die Realität, sondern der Traum ist der Steuermann. Manchmal nimmt er mich nicht mit, manchmal kommt der Krebs, der hinterlistige Zellengenosse, er zerrt mich ins Reich der Schmerzen und Angst. Aber wenn Freund Morpheus das Kommando übernimmt, mich mit seinem derivaten Tau versorgt, geht’s in die schönsten Regionen der Erinnerungen oder der Wünsche.
Bunte Bilder tauchen auf.
In der Kinderzeit beim Fußballspiel, der Elfmeter: Ich hatte ihn damals verschossen. Jetzt, 89. Minute, Spielstand 1 : 1, lege ich den Ball auf den Elfmeter-Punkt. Der Schiedsrichter korrigiert. Der Ball muss drei Zentimeter zurück mitten auf die Markierung. Endlich kann ich schießen. Ich schiebe die
Kugel rechts ins Eck. Eine lange Schrecksekunde bin ich wie gelähmt. Der Schuss war zu schwach, der Torwart wird den Ball erreichen. Er hat die richtige Ecke erahnt. Doch nur seine Fingerspitzen berühren das Leder. Tor! Tor! Und Sieg. Die
Mannschaft stürmt jubelnd auf mich zu.
Freundliche Traumwelt, mein Lieblingsort. Alte Freunde, längst vergessene Menschen, alle kommen freundlich auf mich zu. Sie besuchen mich, manche nur kurz, und manche sind astral. Ich empfange sie in meiner warmen, gemütlichen Höhle.
Vorige Woche klingelte ein Toter bei mir an. Als die alte Türklingel schräpte, öffnete ich. Da stand mein Lieblingsvetter quicklebendig und quietschvergnügt mit einer seltsamen Aktentasche unter dem Arm vor mir. Diese passte überhaupt
nicht zu ihm, weil er Akten hasste und damit auch entsprechende Taschen mied.
Als wäre nichts gewesen und er nicht schon mindestens 12 Jahre tot, forderte er mich munter auf: „Komm mit! Wir wollen los.“ Als ich fragte, wohin, und wie es sein kann, dass er lebendig vor mir steht, gab er keine Antwort. Ich wollte wissen, wie es dort sei, wo er jetzt ist, und ob er im Reich der Toten lebe. Er knurrte
verständnislos: „Wie soll man im Reich der Toten leben?
Ein Widerspruch in sich.“
Mich interessierte, wie er den Übergang vom Leben zum Tod erlebt habe. Ich merkte selber: erlebt passte nicht. Erstorben? Er schwieg, als sei die Frage nicht gestellt oder unhörbar. Stattdessen grinste er und winkte locker aus dem linken
Handgelenk, ich solle ihm folgen. Ich trottete wie automatisch hinter ihm her.
Aber nicht weit – der Wecker spielte ausgerechnet „Knockin ́ On Heaven ́s Door“. Dass ich am schönsten Ort bin, merke ich immer schmerzlich, wenn ich dort rausgeschmissen werde, weil der Wecker losschlägt oder einer rüttelt: „Aufstehen!“- Hast du geträumt?“
„Ja.“
„Was denn?“
„Ich weiß es nicht mehr. Es war etwas Schönes.“
Im Bett: werden die meisten Menschen gezeugt (früher im Heu, später im Auto).
Ich erinnere mich an wilden, heißen und lauen Sex.
Im Bett: vegetieren Milben und manchmal Wanzen.
Im Bett: liegen Kranke, Sieche und Todgeweihte.

Im Bett: sterben die meisten Menschen (oder doch im Krieg?)
Wenn der Sensenmann mir wohlgesonnen ist, lässt er mich nicht lange mit Krankheit und Schmerz liegen. Er holt mich gnädig aus dem Bett. So gelange ich von meinem Lieblingsort direkt ins Paradies.

 

 

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Heimatabend…der anderen Art

 

Alle „Heimatfreunde“ und Lyrikliebhaber sind am Donnerstag, 28.09.2017, um 19:30 Uhr herzlich ins Weinhaus am Markt in Burgsteinfurt eingeladen. Als Bestandteil des Literaturfestivals ‚hier!‘, initiiert vom Netzwerk literaturland westfalen gibt es eine weitere Auflage unseres Programmes „Heimatabend“.

heimatabendLyrikerkollege Thorsten Trelenberg und ich haben uns unabhängig voneinander mit dem schwierigen Begriff Heimat befasst. Dabei sind eine Reihe von Gedichten und Texten entstanden, die wir an diesem Abend in der Stadtbücherei präsentieren. Zwischendurch graben wir tief in Lexika und Werken anderer Autoren- auf der Suche nach einem haltbaren Heimatbegriff. Musikalisch begleitet werden wir von Nanni Nolting, Musikerin aus Greven, am E-Piano.

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Der Eintritt beträgt 8,00 €.
Karten im Vorverkauf sind in der Stadtbücherei, Tel.: 02551/7802 erhältlich.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Förderverein der Stadtbücherei statt.

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Heimatlied

Heimat-Gestickt-1…mittlerweile ist es in meinen beiden letzten Bänden enthalten: mein mega-ultra-extended Heimatlied….aber da es bald wieder einen Heimatabend mit Thorsten Trelenberg geben wird, krame ich es schon einmal neu heraus.

 

Wo meine Wiege stand Es ist genau dieses wort das du nicht sagen willst gegen das du dich sträubst und das doch immer vorn auf der zunge liegt wie ein uferstein  Ein ganz besonders gelagerter ort weil höchstgradig unbestimmt nicht in planquadraten und quadratkilometern auszudrücken Da greifen lautverschiebungen nicht und keine landmarken Höchstens die altbierlinie könnte als referenz herangezogen werden aber du trankst zur relevanten zeit noch höchstens cola Nicht einmal teilst du deine antwort mit deinen eltern Mutter war von sonstwo vater von woanders her Das war konkret zunächst das haus und der garten mit dem gekappten baum und der wellblechgarage die bude zwischen den verwilderten sträuchern und der wimbledonrasen der nachbarn nebenan Das waren karnevalswagen aus dem schlafzimmerfenster Das war die engländersiedlung mit barbecue auf den balkonen bei minusgraden Das waren vaters heftchen unter der wintergarderobe im abstellraum Die ecke unweit des klärwerks am dreckigen fluss Die zuckerfabrik in der einen die litfaßsäule dann der supermarkt in der anderen richtung Das war konkret die nachbarin mit der kittelschürze den kies penibelst zurück in die rinne fingernd und die fugen der wegplatten mit der zahnbürste scheuernd rechts und links die alleinstehende kettenrauchende und demente nachbarin die irgendwann unterm balken hing Das war die tante mit ihrem salzlakritz Das war konkret großvaters kellerbüro mit dem cognac zwischen den akten und dem vollen aschenbecher das bakelit-telefon mit seinem überzug aus brokatimitat der marmortisch seine prothese das vorzimmer seiner lispelnden sekretärin ihr drehstuhl Das war die schwammige wiese mit dem trübsinnigen pony der park mit den enten im feuchten gras dem verhassten verkehrsübungsplatz Das war der spielzeugladen mit den schlümpfen und dem matchbox fuhrpark aus blech Das war mutters bevorzugtes haushaltswarengeschäft mit den uralten himbeerdrops Das war kaffee- und zigarettenkaufen und die erste aufgeregte auslandserfahrung 3 kilometer von zu haus wo sie vaters paßfoto mit den fahndungsplakaten verglichen da er einen bart und das haar lang trug dabei fürchteten wir hochwasser mehr als den roten terror Das waren 20 sekunden vom pokalspiel der viktoria in der sportschau am samstag o:1 gegen einen bundesligaaufsteiger Weiterlesen

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Schön hier! -Anthologie

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Bald ist es nun endlich soweit!- Unsere Anthologie:
Schön hier!
Lieblingsplätze & Herzensorte in Westfalen
wird in wenigen Wochen im Dortmunder Buch-Verlag erscheinen.

Die erste Idee zu diesem Projekt entsprang meinem kranken Hirn 2014.
Von den Arbeiten an meinem letzten Roman verdrängt, musste sie leider liegen bleiben, bis sich Anfang des Jahres meine Kollegen Thorsten Trelenberg und Thomas Kade als Mit-Herausgeber anboten. Von da an ging es fix…28 Autorinnen folgten unserem Aufruf und lieferten wunderbare Texte.

Wir hatten nach ganz persönlichen, völlig subjektiven Lieblingsorten in der Region gefragt und jeder der angesprochenen Autoren konnte nach einigem Überlegen letztlich einen oder sogar mehrere solcher Orte benennen. Die Gestaltung der Texte war -bis auf eine gewisse Längenvorgabe- völlig frei: so erhielten wir wunderbare Gedichte, tolle Geschichten und andere interessante Texte.
Genauso breit gefächert wie die Formen sind die regionale Lage und die Art dieser besonderen Orte: von der Bank am Kanal in Münster über den Ostmarkt in Bielefeld bis zum eigenen Bett in Lünen ist alles vertreten. Viele Autoren steuerten außerdem sehr charmante eigene Fotos der ausgewählten Orte bei.
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Die offizielle Präsentation des ca. 200 Seiten starken Buches findet am 26.08. im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Literaturfestivals hier! des Literaturlandes Westfalen statt.
Erhältlich wird es allerdings schon früher sein. Wir geben Bescheid!

Mit dabei sind und einen herzlichen Dank haben verdient:

Heide Bertram
Thorsten Trelenberg
Marion Gay
Hans- Ulrich Heuser
Patricia Malcher
Artur Nickel
Gottfried Schäfers
Jürgen Flenker
Ulrike Gau
Eva von der Dunk
Peter Gallus
Josef Krug
Antonia Kruse
Maike Frie
Andreas Laugesen
Thomas Kade
H.D. Gölzenleuchter
Matthias Engels
Torsten Reters
Hans Lüttmann
Hermann Borgerding
Maike Frie
Annette Gonserowski
Viktor Sons
Sabine Lipan
Anne-Kathrin Koppetsch
Claudia Hummelsheim
Angelika Ahlmann

Das Cover wie das Layout stammen von Manuela Dörr, der wir ebenfalls zu Dank verpflichtet sind.

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„hier!“ -das Festival 2017

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Große Ereignisse werden ihre Schatten voraus… . Stolz darauf, auch selbst dabei sein zu dürfen (siehe unten), darf ich hier einmal einige ganz frische Informationen vom literaturland westfalen weitergeben:

Das Netzwerkprojekt richtet im Spätsommer 2017 ein westfalenweites Literaturfestival unter dem Titel hier! festival. regional. international. aus. Vom 26. August bis zum 30. September 2017 wird eine Vielzahl an Literatur- und Kulturveranstaltern sowie sonstigen literarischen Akteuren Westfalens mit zahlreichen Sonderveranstaltungen die Großregion Westfalen als vielfältige und qualitativ hochwertige Literaturlandschaft präsentieren.

Einige wichtige Programmpunkte stehen auch bereits fest. So wird der Festivalauftakt am 26. August in Kooperation mit den diesjährigen Droste-Tagen mit einem ganztägigen Literaturtag mit mehreren Bühnen auf Burg Hülshoff begangen werden. Vom 1. bis 3. September wird es über ganz Westfalen verteilt ein „Wochenende der Verlage“ geben.

Unter anderem werden folgende regionale, überregionale und internationale Autorinnen und Autoren, Schauspieler und Moderatoren beim Festival hier! auftreten:

Zsuzsa Bánk, Ruth Johanna Benrath, Katinka Buddenkotte, Sandra Da Vina, Jens Dirksen, Wiglaf Droste, Matthias Engels, Sebastian Fitzek, Frank Goosen, Dora Heldt, Sabrina Janesch, Ignacy Karpowicz, Lamya Kaddor, Peter Lohmeyer, Marie-Luise Marjan, Inge Meyer-Dietrich, Sarah Meyer-Dietrich, Zepp Oberpichler, Selim Özdogan, Gisa Pauly, SAID, Denis Scheck, Raoul Schrott, Herbert Somplatzki, Burkhard Spinnen, Sascha Thamm, Thorsten Trelenberg, Oliver Uschmann, Najem Wali, Daniel Wolf, Klaus-Peter Wolf, Feridun Zaimoglu…

Weitere Infos HIER

 

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