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Ausschreibung: Autoren gesucht

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Kaum ist das eine Projekt abgeschlossen, steht schon das nächste vor der Tür.
Das Herausgeber-Team unserer Anthologie „Schön hier!“: Thorsten Trelenberg, Thomas Kade und ich rufen ganz offiziell und herzlich zur Teilnahme am nächsten großen Ding auf: einer internationalen Sammlung mit Texten zu einem schwierigen Begriff:

AUSSCHREIBUNG HEIMAT-ANTHOLOGIE

Autoren und AutorInnen sind aufgerufen, für eine literarische Anthologie Texte zum Thema „Heimat“ einzureichen.
Heimat: laut Lexikon ein deutsches Konzept, findet in kaum einer Landessprache ein 100%iges Äquivalent. Home oder homeland zum Beispiel treffen es nur annähernd.
Heimat ist assoziiert mit Geburt und Kindheit, Zugehörigkeit zu einer sozialen Einheit oder mit erworbener Affinität.
Heimat, das ist ein Begriff, der eigentlich eine Geborgenheit und Wärme ausdrücken soll, gerade in Deutschland aber immer wieder zum Kampfbegriff umfunktioniert wurde und wird.
Woher kommt dieses „Wir-gegen-die“?
Warum gibt es von Heimat keinen Plural?
Ist das noch zeitgemäß und wie genau definiert sich Heimat überhaupt?
In GPS-Koordinaten?
In Landkreisen oder Stadtgrenzen?
In einem Sprachraum?
Heimatliebe, Heimatgefühl, Heimatkunde, heimatlos, Heimaterde…
Gerade heute, in globalisierten und modernen Zeiten, finden wir diese Begriffe in inflationärer Menge. War gestern Heimat noch ein Begriff, der nach Mottenkugeln roch, ist zum Beispiel in der Werbung alles, was Heimat heißt, gut und verspricht Sicherheit und Vertrautheit.
Heimatliteratur gilt per se als minderwertig, weil sie die große weite Welt zugunsten der eigenen Scholle in engen Grenzen ausklammert.

Wir suchen Heimatgedichte, die heutig und anders sind.
Heimat in Landstrichen, in der Sprache,
Heimat in der Fremde und mehrfache Heimat.
Heimat als Insel im Unschönen und Heimat als größerer Begriff, geistige Heimat..
All diese Ansätze sind gefragt. Wir suchen Autoren, deren Muttersprache Deutsch ist, aber auch besonders solche, die in einem anderen Sprachraum aufgewachsen sind. Ebenso ist die Einsendung fremdsprachlicher Texte durchaus erwünscht. Die Anthologie soll im Herbst 2018 im Verlag stories & friends erscheinen.
Alle Erlöse aus dem Projekt werden an eine noch zu bestimmende Hilfsorganisation gespendet, Autorenhonorare können folglich nicht gezahlt werden.

Jeder Autor kann bis zu 5 Gedichte und/oder kurze Prosa (nicht mehr als 2000 Zeichen) als word- oder pdf- Datei einreichen. Texte sollten nach Möglichkeit unveröffentlicht, auf jeden Fall aber frei von Rechten Dritter sein.
Mit der Einreichung versichert der Autor die Rechtefreiheit und gewährt die Erlaubnis für einmaligen Abdruck. Die Rechte bleiben bei den Verfassern. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.
Texte bis 15.02.2018 bitte an heimatlektorat@web.de
Thorsten Trelenberg, Thomas Kade, Matthias Engels

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…und hier nochmal das Ganze zum Download: ausschreibung heimat

Wir freuen uns über jeden Beitrag, jede Resonanz und über jeden weiteren Kontakt.

Matthias Engels
Autor/Herausgeber/Referent
Mitglied im VS
https://dingfest.wordpress.com/
Thorsten Trelenberg
Lyriker, Kinderbuchautor & Flusspoet
http://www.thorsten-trelenberg.de
Juryvorsitzender & Sekretariat
Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur
Bezirkssprecher der VS-Regionalgruppe Dortmund
(Westliches Westfalen/Östliches Ruhrgebiet)
Verband deutscher Schriftsteller und Schriftstellerinnen
http://www.vs-nrw.de http://www.vs.verdi.de

Thomas Kade
Lyriker
Verband deutscher Schriftsteller und Schriftstellerinnen
http://www.vs-nrw.de http://www.vs.verdi.de

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Schön hier! in: Dortmund

Schoen hier Cover Grafik

Auch schon wieder `ne Woche her!
Mit 11 der vertretenen 28 Autoren durften wir am vergangenen Donnerstag unsere Lieblingsplätze- Anthologie in der Stadt-und Landesbibliothek in Dortmund präsentieren. Ca. 60 interessierte Zuhörer folgten unseren Geschichten und Gedichten und der Abend verging wie im Fluge.- Schön war`s!

…und am kommenden Freitag geht unsere kleine Lesereise bereits weiter nach Hamm.
Details siehe HIER.

Fotos: Bianca Lorenz

 

 

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„Schön hier!“ in: Dortmund

Schoen hier Cover GrafikUnsere kleine Präsentations-Reihe geht weiter:
Am Donnerstag nächster Woche (26.10.) dürfen wir unsere Anthologie zu Lieblingsplätzen & Herzensorten in Westfalen in Dortmund vorstellen.

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek am Max-von-der-Grün-Platz. Von den 27 vertretenen Autoren werden wieder 10 anwesend sein und die schöne, abwechslungsreiche Mischung des Buches repräsentieren.
Auch wir Herausgeber: Thorsten Trelenberg, Thomas Kade und ich sind vor Ort.
Wenn Jemand Lust hat-wir freuen uns!

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Es gibt übrigens eine Facebook-Veranstaltungseite dazu. Wer mag, findet sie HIER.

 

 

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Schön hier!- featuring: Viktor Sons

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Bei der Zusammenstellung unserer Anthologie: Schön hier! durfte ich so viele neue interessante Schreibende kennenlernen, dass ich diese Arbeit um keinen Preis missen möchte. Einige davon und ihre Texte möchte ich in den kommenden Wochen hier etwas genauer vorstellen.
Beginnen möchte ich ausdrücklich mit einem Text, den uns Viktor Sons zur Verfügung gestellt hat.

Geboren am 31.01.1953 in Wesel am Niederrhein, schrieb Viktor Sons Historisches, Satirisches und Kriminalistisches – in Prosa. Im Alter von 18 Jahren hatte es ihn in den Ruhrpott gezogen – von Oberhausen über Dortmund, wo er Sozialarbeit studierte, bis nach Lünen.

Viktor wählte als seinen westfälischen Lieblingsort das heimische Bett in Lünen und spricht in der kleinen Erzählung auf unnachahmliche und berührende Weise auch von seinem eigenen Tod. Viktor habe ich viel zu spät kennenlernen dürfen, denn nur wenige Tage nach dem Erscheinen unseres Büchleins ist er leider verstorben- voller Pläne und Energie.
So ist dieser Text sein literarisches Vermächtnis geworden und wir Herausgeber sind stolz, dass wir für dessen Erscheinen sorgen konnten.

 Aber nun, wie versprochen, sein Text: TraumOrtSchoen hier Cover Grafik

Viktor Sons

TraumOrt
Das eigene Bett in Lünen-Niederaden

Nett, heimelig und kuschelig, wie auf einer Wolke schwebend – unten weich, oben warm und sicher bedeckt fühle ich mich.
Und wenn ich mich mitnehmen lasse auf die Reise, geht es um die ganze Welt. Es ist keine Fahrt, auf der ich Ziel und Weg bestimme. An meinem Ort bleibe ich.
Mich steuert nicht die Realität, sondern der Traum ist der Steuermann. Manchmal nimmt er mich nicht mit, manchmal kommt der Krebs, der hinterlistige Zellengenosse, er zerrt mich ins Reich der Schmerzen und Angst. Aber wenn Freund Morpheus das Kommando übernimmt, mich mit seinem derivaten Tau versorgt, geht’s in die schönsten Regionen der Erinnerungen oder der Wünsche.
Bunte Bilder tauchen auf.
In der Kinderzeit beim Fußballspiel, der Elfmeter: Ich hatte ihn damals verschossen. Jetzt, 89. Minute, Spielstand 1 : 1, lege ich den Ball auf den Elfmeter-Punkt. Der Schiedsrichter korrigiert. Der Ball muss drei Zentimeter zurück mitten auf die Markierung. Endlich kann ich schießen. Ich schiebe die
Kugel rechts ins Eck. Eine lange Schrecksekunde bin ich wie gelähmt. Der Schuss war zu schwach, der Torwart wird den Ball erreichen. Er hat die richtige Ecke erahnt. Doch nur seine Fingerspitzen berühren das Leder. Tor! Tor! Und Sieg. Die
Mannschaft stürmt jubelnd auf mich zu.
Freundliche Traumwelt, mein Lieblingsort. Alte Freunde, längst vergessene Menschen, alle kommen freundlich auf mich zu. Sie besuchen mich, manche nur kurz, und manche sind astral. Ich empfange sie in meiner warmen, gemütlichen Höhle.
Vorige Woche klingelte ein Toter bei mir an. Als die alte Türklingel schräpte, öffnete ich. Da stand mein Lieblingsvetter quicklebendig und quietschvergnügt mit einer seltsamen Aktentasche unter dem Arm vor mir. Diese passte überhaupt
nicht zu ihm, weil er Akten hasste und damit auch entsprechende Taschen mied.
Als wäre nichts gewesen und er nicht schon mindestens 12 Jahre tot, forderte er mich munter auf: „Komm mit! Wir wollen los.“ Als ich fragte, wohin, und wie es sein kann, dass er lebendig vor mir steht, gab er keine Antwort. Ich wollte wissen, wie es dort sei, wo er jetzt ist, und ob er im Reich der Toten lebe. Er knurrte
verständnislos: „Wie soll man im Reich der Toten leben?
Ein Widerspruch in sich.“
Mich interessierte, wie er den Übergang vom Leben zum Tod erlebt habe. Ich merkte selber: erlebt passte nicht. Erstorben? Er schwieg, als sei die Frage nicht gestellt oder unhörbar. Stattdessen grinste er und winkte locker aus dem linken
Handgelenk, ich solle ihm folgen. Ich trottete wie automatisch hinter ihm her.
Aber nicht weit – der Wecker spielte ausgerechnet „Knockin ́ On Heaven ́s Door“. Dass ich am schönsten Ort bin, merke ich immer schmerzlich, wenn ich dort rausgeschmissen werde, weil der Wecker losschlägt oder einer rüttelt: „Aufstehen!“- Hast du geträumt?“
„Ja.“
„Was denn?“
„Ich weiß es nicht mehr. Es war etwas Schönes.“
Im Bett: werden die meisten Menschen gezeugt (früher im Heu, später im Auto).
Ich erinnere mich an wilden, heißen und lauen Sex.
Im Bett: vegetieren Milben und manchmal Wanzen.
Im Bett: liegen Kranke, Sieche und Todgeweihte.

Im Bett: sterben die meisten Menschen (oder doch im Krieg?)
Wenn der Sensenmann mir wohlgesonnen ist, lässt er mich nicht lange mit Krankheit und Schmerz liegen. Er holt mich gnädig aus dem Bett. So gelange ich von meinem Lieblingsort direkt ins Paradies.

 

 

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und dann war da noch: Heimatabend

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Im Rahmen des Festivals hier! präsentieren Thorsten Trelenberg und ich nicht nur unsere gemeinsam mit Thomas Kade herausgegebene Anthologie, sondern dürfen auch gleich noch mal unser gemeinsames Programm Heimatabend -eine etwas andere literarische Landvermessung- zu Gehör bringen.

Moderne Heimatgedichte aus unseren beiden Bänden, dazu launiges Geplauder und Wissenswertes über den schwierigen Begriff: Heimat. Dazu Piano-Musik und ein feines Ambiente am Kamin.

Genaueres zum Programm, Fotos und Infos gibt`s auf der eigenen Heimatabend-Seite:www.heimatabend.wordpress.com

heimatabendlogo
28.09.2017 / 19:30 Uhr
Stadtbücherei Steinfurt
Markt 19, 48565 Steinfurt

Eintritt: 8 €
Veranstalter:
Stadtbücherei Steinfurt in Kooperation mit dem Förderverein

Weiteres:
VVK in der Bücherei bzw. telefonisch unter 02551/7802

 

 

 

 

 

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Landschaft in der Brühe/ Schön hier!

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landschaft

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…einer der beiden Texte, mit denen ich in unserer jüngst erschienenen Anthologie Schön hier!  als Autor vertreten bin. Auch das Foto findet sich dort. Ein weiteres zu meinem zweiten Text zeigt den schon als romantische Ruine erbauten Turm auf einer Insel im Bagno-See, dem Zentrum unseres steinfurter Bagno-Parks, einem ehemaligen Lustgarten des Grafen zu Bentheim-Steinfurt. Lieblingsplätze eben.
Schoen hier Cover Grafik

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Buchtipp auf LilaWe

westfalenkarteblankoSeit gestern ist unsere neue Anthologie offizieller Literaturtipp auf der Seite  Literaturland Westfalen, dem Veranstalter des exzellent bestückten Festivals hier!, bei dessen Auftaktveranstaltung wir unser Buch am 26.08. präsentieren dürfen.
Viele der vertretenen Autoren werden anwesend sein und mit uns im Programm:
Wilsberg-Autor Jürgen Kehrer, Ralf Thenior, Julia Trompeter, Petra Reski und viele Andere.

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Und dann hat unsere Autorin Maike Frie aus Münster, deren beiden Mikrogeschichten: Herzkino und Die Bank sicherlich zu den Highlights der Anthologie gehören, einen sehr schönen Artikel auf ihrem Blog veröffentlicht.
Kanalbank blauer Himmel

 

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