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David Wonschewski…in 3 Sätzen

Foto: Periplaneta.com 

Im letzten Jahr traten wir einmal bereits gemeinsam auf- am vergangenen Dienstag nun gastierte der aus dem Münsterland stammende und  in Berlin lebende Autor und Musikjournalist David Wonschewski gemeinsam mit der Liedermacherin Sarah Lesch im Huck-Beifang-Haus in Burgsteinfurt. Ein gut besuchtes und lohnendes Ereignis- ich kann nur Jedem wärmstens empfehlen, Davids bitter-süße Texte zu lesen oder noch besser: eine seiner zahlreichen Lesungen zu besuchen, denn der Autor ist nicht nur ein in allen Zwischentönen sicherer und psychologisch versierter Erzähler, sondern darüber hinaus auch ein Vortragskünstler erster Güte:

„Wonschewski zieht alle Register der Vortragskunst bis hin zur schrillen Verzweiflung, die sich in drastischen Stimmlagen widerspiegelt. Ironie, Sarkasmus und Zynismus – der Autor versteht es vortrefflich, diese Stilmittel zu einem höchst amüsanten Cocktail zu mixen.“

-schrieb Rainer Nix von den Westfälischen Nachrichten gestern zu Recht in seiner Rezension des Auftritts. David schreit, flüstert und schluchzt seine Texte, begleitet sie lebhaft gestikulierend und treibt einem mitunter die Tränen in die Augen.

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HIER gibt es ausführliche Informationen zu Davids Büchern.

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Ich hatte die Gelegenheit, David, dessen drittes Buch: der Roman Zerteiltes Leid gerade erschienen ist, zu einem kleinen Interview zu treffen. Mit einem neuen Konzept, das eventuell in Serie geht:wonsch

Hallo David, für Dich habe ich mir ein besonderes Konzept überlegt. Bitte äußere Dich in 3 (in Worten: drei) Sätzen–so spontan wie möglich zu folgenden Begriffen:

dw

D.W.: Dieser Herr ist mir kaum bekannt. Ihn zu treffen – in wörtlichem wie in übertragenem Sinne – mein höchstes Ziel. Und der Grund meines Schreibens.

literaturneu
D.W.: Einer der Begriffe, denen ich zwiespältig gegenüberstehe. Werde ich „Literat“ genannt, so macht mich das schon stolz, streichelt die eitle Künstlerseele. Dann aber wieder denke ich, dass diese Katalogisierung herzlich wenig aussagt, denn so wie in der Musik letztlich alles Pop ist, ist im Autorenbereich letztlich alles Literatur

berlinneu
D.W.: Lass mich in dem Fall Klaus Hoffmann zitieren: Mein Gespräch, meine Lieder, mein Hass und mein Glück, mein Tag, meine Nacht, mein Vor, mein Zurück. Dein halbtoter Bahnhof, wo ich unter denen steh‘, die morgen, schon morgen in bess’re Städte geh’n. Wo ich dich verlassen will, immer wieder, immer noch, ich schaff‘ den Sprung auch, ich schaff‘ den Sprung doch. (aus: „Berlin“, 1978) Weiterlesen

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(K)ein Liebesroman: Interview mit der Autorin Sabine Wirsching

hand_feder_04Ich freue mich, heute meine kleine Reihe mit Autoren-Interviews fortsetzen zu können. Erneut hat sich eine junge Autorin meinen Fragen gestellt, die kurz vor einem ganz großen Schritt steht- dem Ersten nämlich!
Sabine Wirsching ist gelernte Buchhändlerin (eine Kollegin also, schön!), studierte Germanistik- und Kulturwissenschaft an der Universität Bremen und ist mittlerweile äußerst umtriebig sowohl als Bloggerin (http://sabinewirsching.com) als auch als Texterin und Musikjournalistin unterwegs, u.a. ehemals als Chefredakteurin des Valve Online Music Magazine jetzt für DYNAMITE.

Heute, am 15.09., startet also Sabines großes Projekt: das Funding, das am Ende hoffentlich zur Veröffentlichung ihres Manuskriptes DRUCKSTAUEFFEKT- Soundcheck Berlin führen wird. Der kladde buchverlag aus Freiburg, mit dem sie dieses Unternehmen startet, ist der erste Verlag, der sein Programm komplett über crowdfunding finanziert. Interessierte Leser und Unterstützer können also bis zum 09.11. die erforderliche Summe für den Druck der Bücher beitragen und den Druck des Buches ermöglichen- und erhalten je nach Betrag eine ansprechende Gegenleistung: vom signierten Vorab-Exemplar über die namentliche Nennung im Buch bis zum persönlichen Event in privatem Rahmen. Dabei bietet kladde hochwertige Materialien und ein interessantes neues Vertriebs- und Marketingkonzept. Darüber führte ich dereinst ein Interview mit Verleger Jonas Navid Mehrabanian Al-Nemri, in dem er das Ganze ausführlich erklärt.
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kladde

Auf der Seite  http://www.visionbakery.com/druckstaueffekt gibt es dann jede Menge Informationen zu Sabine Wirsching und das Projekt: eine Leseprobe, Hintergründe und ein wirklich einmaliges Video, das das Ansehen definitiv lohnt! Dass sich auch das Mitmachen und Unterstützen lohnt, können wir hoffentlich auch mit diesem kleinen Interview unter Beweis stellen.
  (c) Justine Hogh
foto: Justine Hogh
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Interview

Sabine, du bist sicher ziemlich hibbelig vor diesem Montag, den 15.09.2014, nicht wahr?-Erzähl doch mal kurz warum.
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Eigentlich  bin ich schon seit mindestens zwei Wochen hibbelig… denn nach fast drei Monaten ist jetzt alles an Vorbereitung getan und ich kann nur noch  warten, dass das Crowdfunding losgeht und das Projekt hoffentlich  erfolgreich wird! Jetzt kann ich nichts mehr machen, oder zumindest  nicht viel, und pure Geduld ist etwas, das nicht gerade zu meinen  Tugenden gehört. Also: Jaaaaaa! Verdammt hibbelig! 
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Ist ja auch ein wichtiger Schritt zu deinem Buch! Bevor wir aber zum Funding und zum Konzept von kladde kommen, möchte ich erst ein paar allgemeine Fragen stellen. Das erste Buch ist ja auch ohne den spannenden Publikationsweg eine interessante Geschichte. Ich stell dir hier jetzt mal eine virtuelle Rührschüssel hier hin -bittesehr- und du wirfst mir mal alle Zutaten deines Romans hinein, mit denen nach kräftigem Umrühren  genau dein Buch herauskommt- nix vergessen, bitte!
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Dummheit. Sex. Liebe. Verlust, Angst und (Wieder-)Finden. Das Wunder neuer Chancen. Die Suche nach sich selbst und der Irrglaube, sich durch eine andere Person zu finden. Und eine ganze Menge Berlin!
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Das ist schon mal eine bunte Mischung, die Appetit macht- aber mir ist das noch ein wenig zu unspezifisch. Ein Liebesroman also? Eine Sinnsuche? Welche Rolle spielt Berlin? Vielleicht kannst du für uns, wie es die Verlagslektoren so gern haben, einmal die Handlung in zwei, drei Sätzen skizzieren?
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Kein Liebesroman – das haben wir bei Visionbakery ja direkt als Genre angegeben (lacht). 
Na klar geht es um Liebe, aber nach dem beliebten Berliner Ja-Nein-Vielleicht-Modell: Heute ist dieser Typ toll, morgen der nächste – es wird nichts mehr festgelegt, was einerseits großartige Freiheit bedeutet, aber andererseits auch Großstadtnächte voller Zweifel und Einsamkeit.  Meine Protagonistin macht das nach einer Trennung (die vielleicht doch keine ist), mehrfach durch. Im Prinzip hätte ich den Roman auch „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Berliner zur Paarungszeit“ nennen können, aber den Titel gibt’s ja leider schon. 
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Und Berlin? Könnte das alles in Bielefeld oder Bergisch Gladbach nicht stattfinden?
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Nein. Vielleicht ginge eine Großstadt wie Hamburg oder Köln oder München auch, aber in Berlin liegen Wahnsinn und wunderbar näher zusammen als irgendwo sonst. Nur Großstädte bieten die Freiheit, wie meine Protagonistin ein promiskuitives Lebenskonzept zu testen, ohne dass Nachbarn oder Freunde sich das Maul zerreißen. Und diese Freiheit ist die Grundlage des Romans – die Selbstverständlichkeit und die Möglichkeiten, die nur das Großstadtleben bietet. Außerdem hab ich mittlerweile mein Herz in Berlin, das wird in dem zweiten Roman, an dem ich zur Zeit schreibe, noch viel deutlicher zum Tragen kommen.
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Ich verstehe. Und jetzt noch bitte ein paar literarische Einflüsse, ohne die die Autorin Sabine W. nicht so klingen würde, wie sie es heute tut…..
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George Orwell – keiner kann so undramatisch, präzise und klar erzählen wie er. Und: Er schreibt immer nur über das, was er kennt, das merkt man beim Lesen. Er ist immer authentisch und deswegen ein großes Vorbild.
Und Karen Duve. Für sie gilt eigentlich dasselbe, außer dass sie noch eine gehörige Portion schwarzen Humor draufpackt, die ich so noch bei keinem und keiner anderen wiedergefunden habe.
Außerdem seien Selim Özdogan und – bitte jetzt lachen! – Hera Lind genannt. Ihre frühen Bücher wie „Ein Mann für jede Tonart“ haben mich sehr getröstet als ich feststellen musste, dass ich eher ein Frauenbuch geschrieben habe. Denn im Gegensatz zu den Kürthys und wie sie alle heißen, hat die früher Hera Lind Witz, Schlagfertigkeit und Originalität. Ein Frauenbuch muss nicht pink & peinlich sein, das hat sie mir gezeigt (und vermutlich auch mein Geschlechterrollenbild nicht unwesentlich mitgeprägt, leider)
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Na, das verspricht ja einen interessanten Ton!
Wenn ich jetzt Klappentext-Schreiber wäre und mich für die Formulierung:
„So präzise wie Orwell, so schwarzhumorig wie Karen Duve und so schlagfertig wie Hera Lind!“ hinten auf Druckstaueffekt entscheiden würde- hättest du Bauchschmerzen oder würdest du es durchwinken?
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… oh Gott, dann würde ich in Ohnmacht fallen vor Freude. Vor Ehre! Vor allem! das würde ich mir auf die Stirn tätowieren und auf den Grabstein schreiben lassen! Aber ernsthaft: Wenn ich da jemals hinkomme, wäre das toll. Aber im Moment würde ich da doch noch auf die Bremse treten – das wäre ja, als wenn man seine Schauspielerkarriere mit „Titanic“ anfängt: Das zu toppen wird schwierig und ich will mich ja noch steigern.
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Du bist ja auch als Bloggerin und Journalistin unterwegs- kannst du Unterschiede zwischen dem journalistischen und literarischen Schreiben benennen?
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Bei Fiktion schreibe ich, wie mir Schnabel, Gefühl & Kopf gewachsen sind. Beim Journalismus habe ich noch unfassbar viel zu lernen – hier muss man viel offener rangehen und sich selbst deutlich zurücknehmen. Außerdem ist es noch wichtiger, den Leser bei der Stange zu halten, voll informiert zu sein und weder moralisch, noch sonstwie den Besserwisser zu machen.
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Wenn Fiktion ein Monolog ist, dann ist Journalismus mindestens ein Dialog: Und zwar nicht nur zwischen mir und dem Interviewpartner, sondern idealerweise auch mit dem Leser. Und von meinem Mentor kriege ich meistens auch noch Zunder (lacht). Was beide gemeinsam haben ist, dass ich teilweise wochenlang an einem Text arbeite, bis jedes Wort stimmt.
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Dein Buch soll also per crowdfunding finanziert werden! Die Idee ist mir persönlich ja nicht ganz neu. (Einige werden es mitbekommen haben.) Ich liste jetzt einfach mal die häufigsten Fragen und Einwände auf, die ich im Zusammenhang mit dem Konzept in letzter Zeit so vernommen habe- offenbar ist das Prinzip crowdfunding in der Verlagswelt und beim klassischen Leser tatsächlich noch sehr unbekannt.
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Also A: „Das ist doch selfpublishing!“
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Nein, es ist genau das Gegenteil. Der kladde|buchverlag fungiert ja nicht einfach als Druckerei, wie das bei selfpublishing der Fall wäre. Sie liefert stattdessen von Lektorat bis Distribution alle traditionellen Verlags-Dienstleistungen. Nur die Finanzierung ist eine andere.
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B: „Auf der Fundingseite steht, ihr braucht über 5000 Euro- das ist doch viel zu teuer! Bei book on demand kannst du das viel billiger machen!“
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Der Buchhändler in mir möchte den „Druckstaueffekt“ stapelweise im Laden sehen. Das passiert mit BOD nicht, in der Regel, außerdem sind BODs oft ziemlich hässlich. Ja, es geht billiger, aber ich wünsche mir Qualität und die hat ihren Preis. Der mit 5.000 Euro obendrein noch ziemlich fair angesetzt ist, übrigens.
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C: “ Warum soll ich mehr für ein Buch zahlen, als es später im Laden kostet?“
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Wieso mehr? Wenn du dein Buch über die Crowdfundingaktion beziehst, zahlst du dan Subskriptionsregelung sogar nur 12 statt der später im Laden angesetzten 15 Euro. Für alle, die das Projekt mit mehr Geld unterstützen möchten, gibt es verschiedene zusätzliche Gegenleistungen – aber wieviel man gibt, entscheidet jeder selbst.
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D: „Und wenn das Projekt scheitert, ist mein Geld weg, oder was?“
Nein. Die Einzige, die dann in die Röhre guckt, bin ich (lacht). Alle Supporter bekommen in diesem Fall ihr Geld zurück. Crowdfunding ist ein Win-Win-Konzept: Entweder man bekommt die gewünschte Gegenleistung oder kriegt sein Geld wieder. No risk, but fun!
 
Der kladde buchverlag hat ja in den letzten Monaten schon ein paar Titel präsentiert, von denen ein Berlin-Buch des Autors Ulrich Pätzold erfolgreich finanziert wurde und gerade erschienen ist. Allerdings hatte ich auf meinem Blog auch bereits zwei Autorinnen zu Gast, deren Bücher auf diesem Weg nicht finanziert wurden und auch für mein eigenes Wilde/Hamsun-Projekt hat es trotz eines guten Ergebnisse letztlich nicht gereicht. Wie schätzt du denn deine Chancen ein und wovon hängt deines Erachtens der Erfolg der kladde-Idee ab (generell und für dich im Besonderen)?
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Ich denke, es ist ein großer Fehler zu denken, dass beim Crowdfunding die „crowd“ bereits vorhanden ist und mit vollen Portemonnaies nur auf neue Projekte wartet. Vielleicht wird das irgendwann mal so sein, aber zur Zeit ist das Konzept einfach noch zu unbekannt. Deswegen kann man gar nicht früh genug anfangen, sich eine eigene „crowd“ zu schaffen: Man muss viel Aufklärungsarbeit betreiben und mit seiner Begeisterung gegen Vorurteile wie schnorren, selfpublishing etc. ankämpfen. Außerdem muss man dafür sorgen, dass sich das Projekt ausbreitet, und zwar über den eigenen Freundeskreis hinaus. 
Ich habe das große, das riesengroße Glück, über meinen Blog und vor allem über meine Tätigkeit als Musikjournalistin ein paar Triggermenschen zu kennen – also Menschen, die von ihren Fans und Freunden als „Meinungsmacher“ anerkannt sind. Wenn ich es schaffe, sie von meinem Projekt zu überzeugen, werden ihrerseits sie überzeugend sein und die Aktion bekannt machen.  Und ein paar davon, etwa den Singer-Songwriter John Allen, die Sängerin Amanda Palmer, die Berliner Band Bonsai Kitten oder Tilmann, den Chef des Rockabilly-Magazins DYNAMITE, konnte ich schon ins Boot holen. Außerdem habe ich  ein paar wirklich rührige  Freunde, denen ich bereits mehr Dankbarkeit schuldig bin als ich im  Leben Zeit zum Verbeugen haben werde – angefangen von meinem Lektor Alexander Winter über das Modellabel Allet Schräg bis zu meinen geschätzten Blogkollegen.
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Ich wünsche dir so sehr, dass es klappt. Du bist ja sicher nicht seit gestern mit diesem Text zugange. viele unterschätzen, wie lang und wie intensiv man sich nach dem Schreiben noch mit dem eigenen Buch beschäftigt. Hast du vorher schon versucht gehabt, dein Manuskript bei „normalen“ Verlagen unterzubringen und warum hast du dich letztlich für kladde erschienen.
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Ich hatte mich ein bisschen schlaugemacht, ob eine Direkteinsendung an Verlage überhaupt noch Sinn macht. Die meisten haben ja so etwas wie „Unverlang eingesandte Manuskripte schmeißen wir ungelesen in die Tonne“ auf ihrer Homepage stehen. Also habe ich mein Manuskript an etwa 15 Berliner Literaturagenturen geschickt – mit ähnlichem Erfolg. Bei einer Agentur rief mich eine sehr begeisterte Vor-Lektorin an (der Stimme nach war sie zwischen 25 und 35, also genau meine Zielgruppe) und teilte mir mit, dass ich es in die nächste Runde geschafft habe, aber die reifen Damen mit Entscheidungsmacht haben mich dann trotzdem gelehnt. Danach war ich ziemlich entmutigt und sah mich schon ein E-Book rausbringen. Das wäre Plan C gewesen und als Buchhändler ist ein Buch etwas mit Seiten, nix mit Bits & Bytes. Hier möchte ich aus vollstem Herzen zustimmen, Frau Kollegin! Wobei man ja sagen muss: kladde macht beides!
Doch dann sah ich den Blogpost zu deinem Projekt, lieber Matthias! Ich mochte Crowdfunding sowieso, weil es die alten Strukturen aufbricht und neue Chancen bietet, und da hab ich es einfach mal probiert. Mein Anschreiben an den kladde-Verlag war vor lauter Mutlosigkeit allerdings ziemlich schnodderig… so nach dem Motto: Tja, wenn’s euch auch nicht gefällt, ist es wohl scheiße, verdammt.
Aber dann kam die Antwort: Liebe Sabine, deine Geschichte ist wie ein Songtext, wir würden gern was mit dir starten. Ich war superglücklich und bin’s immer noch, denn als Kontrollfreak bin ich bei so einem Projekt mit viel Selbstbeteiligung genau richtig (lacht).
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Meine letzte Frage: In deinem wunderbaren Fundingvideo zeigst du, was du tust, wenn das Funding erfolgreich ist…ich verrat es nicht, das sollen sich die Leute lieber selbst ansehen! Damit es so kommt……noch einmal in EINEM Satz: Warum muss Druckstaueffekt erscheinen? Was wird es dem Leser geben?
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Abgesehen davon, dass die Veröffentlichung natürlich mein privater Wunsch ist, kann ich nur zitieren, was mir vor ein paar Wochen eine Testleserin gesagt hat: „Ich musste bei vielen Stellen an mich selbst denken und hab mich gefragt, wie viel von mir dann auch im Rest stecken könnte.“ Es dreht sich neben einer sehr persönlichen (Nicht)Liebesgeschichte ganz nebenbei auch um persönliche und auch sexuelle Freiheit. Und wie kostbar sie sein kann, wenn man sie zu schätzen weiß, anstatt sie zu verschwenden. Denn im Verschwenden sind die Berliner nun mal einsame Spitze (lacht).
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DAS ist ein sehr schöner Schlußsatz! Liebe Sabine, ich wünsche dir allen Erfolg mit dem Projekt und danke dir für dieses Gespräch!
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Ich danke dir! Für das Interview und den Stein, der dieses ganze Projekt überhaupt ins Rollen brachte…

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-Interview mit der Autorin Patrice Talleur-

talleurHeute gibt es mal wieder einen Gast auf meinem Blog. Ich freue mich sehr, Patrice Talleur zum Interview begrüßen zu dürfen- eine außerordentlich interessante Autorin, deren wunderschönes Kinderbuch Flämmchen mich als ollen Romantiker und Vater zweier Kinder sofort gepackt hat, als ich auf der Seite des kladde buchverlages darauf stieß.

M.E.: Patrice, schön dass du Zeit gefunden hast, mir ein paar Fragen zu beantworten.

P.T.: Gerne doch. Schön, dass Flämmchen Dein Interesse geweckt hat.

M.E.: Erzähl mal, worum geht es in Flämmchen?

P.T.: Um die Erfüllung eines großen Wunsches. Und darum, dass man sich manchmal anstrengen muss um seinen Zielen näher zu kommen. Steine werden einem auch im echten Leben in den Weg gelegt … doch Ausdauer und Geduld zahlen sich eben doch aus! Da geht es dem Flämmchen nicht anders, als uns im „echten“ Leben.

M.E.: Der Verlag bezeichnet dein Buch als „nostalgische Wintergeschichte für Kinder“. Was genau daran ist nostalgisch? Und wendet sich die Geschichte wirklich nur an junge Leser?

P.T.: Nostalgisch mag die Sprache sein, vielleicht auch die Ruhe in dem Buch. Sicherlich gibt es Spannung, aber eben keine Hau-Ruck-Dramaturgie … das kann man durchaus als nostalgisch bezeichnen. Natürlich ist der Handlungsort nostalgisch. Flämmchen spielt zu einer Zeit, in der die Nachtwächter noch Nacht für Nacht die Straßen abliefen und die Laternen zum Leuchten brachten. Es gab noch kein elektrisches Licht – na, wenn das nicht nostalgisch ist!

M.E.: Die Frage, die jedes Mal gestellt wird, wenn man mit Autoren über ihre  Geschichten spricht, will ich natürlich nicht auslassen: Wie kamst du auf die Idee?

P.T.: Die habe ich in meinem Kopf gefunden. Sie war einfach da.

M.E.: Okay- glücklich, wer solche Geschichten einfach findet! Dein Buch ist ja auch wunderschön illustriert. Kannst du noch ein paar Worte zu den Bildern und ihrem Zeichner sagen? Kanntet ihr euch schon oder hat der Verlag euch zusammengebracht?

P.T.: Mit dem Zeichner Marc Robitzky verbindet mich eine lange Freundschaft, ihn für dieses Projekt zu gewinnen war mein Wunsch. Ich mag seine Art zu illustrieren. Wie von Zauberhand gelenkt entstehen durch seine Pinsel (so er noch mit Pinseln arbeitet) genau die Bilder, die ich beim Schreiben im Kopf hatte. Das ist toll!

flämmchenM.E.: Nun stieß ich auf dein Buch nicht in einer Verlagsvorschau oder auf einer Buchhandelsplattform, sondern auf der Crowdfunding-Seite startnext. Flämmchen erscheint bei einem ganz interessanten neuen Verlag mit einem besonderen Konzept. -Wie kam es dazu und was ist das besondere am kladde buchverlag, das dich dazu brachte, dort zu publizieren?

P.T.: Mich interessieren die neuen Wege – die neue Welt. Flämmchen ist für mich ein besonderes Buch. Aber es ist zu leise für den großen Rummel der großen Verlagshäuser. Es ist ein Buch, was vielleicht in einem großen Verlag untergehen würde. Es müsste sich gegen große Namen und brisante Stories durchsetzen. Dafür ist mein Flämmchen zu zart. Es ist eher ein Liebhaber-Projekt … und mit dem Team vom kladde buchverlag hat es bereits ein paar Liebhaber gefunden. Das freut mich sehr. Und wenn es genügend „neue“ Liebhaber findet, findet es auch den Weg in den Buchhandel.

M.E.: Man kann also ganz direkt zum Erscheinen von Flämmchen beitragen. Erklär mal kurz, wie das am besten funktioniert.

P.T.: Wem das Projekt gefällt, wer glaubt es könnte ihm gefallen, der kann bei der Finanzierung helfen – im Kleinen wie im Großen. Und das funktioniert über die Plattform startnext.de.  Man kann das Buch noch vor dem Druck kaufen und somit die Startauflage finanzieren. Da gibt es verschiedene Stufen, vom Leser zum Fan bis hin zum Gönner, Mäzen oder Patron. Je nachdem, wie viel man bereit ist zu investieren.

M.E.: Patrice, ich danke dir für dieses Gesräch und drücke dir und deinem Manuskript ganz ganz fest die Daumen!

P.T.: Ich danke ebenfalls! Wir können jeden gedrückten Daumen brauchen.

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Wer also dieses interessante Projekt und die Autorin Patrice Talleur aktiv unterstützen möchte, dem seien folgende Links ans Herz gelegt:

http://www.startnext.de/flaemmchen/pinnwand/ -Hier gibt es ausführliche Infos zu Manuskript und Autorin sowie eine umfangreiche Leseprobe. Und unter: http://kladdebuchverlag.de/ kann man sich über den Verlag, sein Programm und die kreativen Köpfe dahinter informieren.

kladde

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„Wir greifen die Vorteile des Selfpublishings auf und verbinden diese mit traditioneller Verlagsarbeit.“ – ein Interview mit: Jonas Navid Mehrabanian Al-nemri vom kladde buchverlag-

In der letzten Zeit wird viel gesprochen über den Niedergang der klassischen Verlagswelt. Man hört hier den Begriff Self publishing klingeln, dort schwirrt ein social reading durch den Raum- die Konzepte verändern sich praktisch stündlich. Und während die Leser versuchen, in dem Getöse weiterhin guten Lesestoff zu finden, hocken mttendrin die Autoren und wissen nicht, auf welchen Zug sie aufspringen sollen, um ihre Bücher an die Leute zu bringen- wenn sie darüber das Schreiben nicht ganz vergessen!
Und dennoch hört man hier und da mit einem leisen -plopp– zarte Knospen aufgehen- inmitten all der vermeindlich bröckelnden und stürzenden Säulen der Buchwelt entstehen auf einmal neue Verlage, die sich oftmals „alte Werte“ wie ein anspruchsvolles, sorgfältig lektoriertes und sauber gemachtes Buch als Ziele auf die Fahnen geschrieben haben. 
Wie das?– will man fragen! 
Ist das nicht „old-school“?
Ist das nicht Irrsinn?
Warum soll denn ein Autor da hingehen,
wenn er das doch heute alles alleine kann?
Heute habe ich die Gelegenheit, einen der Köpfe eines solchen neuen Verlages zum Interview zu begrüßen.
Jonas Navid Mehrabanian Al-nemri, den einige vielleicht aus der 7.Folge meiner Reihe -Blindverkostung- noch als Autor kennen, hat in diesem Jahr den Schritt vom Schreiber zum Verleger getan und sich freundlicherweise bereit erklärt, ein kleines Frage-Antwort-Spiel mit mir zu treiben!
jonas navid
-Hallo Jonas. Schön, dass du Zeit gefunden hast, mir für ein paar Fragen Rede und Antwort zu stehen. Sicher habt Ihr beim kladde buchverlag grad alle Hände voll zu tun, oder?
Jonas:
Ja. Und wie! Wir haben damit auch überhaupt nicht gerechnet, deshalb traf uns das große Interesse gerade auch von Seiten der Autorenschaft recht überraschend. Aber wir können das mittlerweile ganz gut händeln.
-Machst du da alles allein? Ist es so eine Art „Ein-Mann-Unternehmen“?
Jonas:
Nein. Das geht auch gar nicht. Unser Konzept braucht ein Team, braucht Menschen aus den verschiedensten Bereichen. Eben weil wir nicht nur Bücher machen, sondern auch viel drumherum. 
armstrongcoverumm nur-Ich habe dich zunächst als Autor kennengelernt. Dein wunderbares Buch Umm nur ist seinerzeit ja im selben Verlag erschienen wie mein letzter Gedichtband. Erzähl doch mal: wie kam es zu der Entscheidung, einen eigenen Verlag zu gründen? Man könnte jetzt fragen: Ist das so eine Art Hobby ohne wirkliche Ambitionen oder willst du da jetzt nur deine eigenen Bücher auf eigene Faust vertreiben?
Jonas:
Ich halte nicht wirklich viel vom Selbstverlag oder „sich selbst verlegen“ – in unserem Fall liegt hier außerdem immer noch die Crowd als Instanz dazwischen, selbst wenn ich wollte, müssten auch meine Bücher erst einmal mal das Funding durchlaufen. Es ist auch auf gar keinen Fall ein Hobby. Dafür ist auch die Verantwortung viel zu groß. Wir haben uns die Branche mal angeschaut und uns überlegt, wie man die Probleme lösen könnte. Zwischen anonymen Verlagsmonopolen und schwindenden Kleinverlagen, Selfpublishern, BoD-, Pseudo- und DKZ-Verlagen fehlt etwas ganz Entscheidendes: und wir glauben, dass crowdpublishing (also Publizieren auf der Basis von Crowdfunding) diese Lücke füllt.
-Du sprichst von „crowd“ und „funding“- damit wird noch nicht Jeder etwas anfangen können: Erklär mal genau: Worin liegen denn die Stärken eures Konzeptes und in wieweit unterscheidet ihr euch von anderen Verlagen? Die Gretchen-Frage im Bezug auf die Verlagswelt ist m.E. im Moment wohl: Seid ihr vielleicht einer dieser Verlage, bei denen der Autor selbst Geld mitbringen muss?
Jonas:
Erst mal zu Gretchen: Nein. Auf gar keinen Fall. Wir distanzieren uns ganz bewusst von diesen Praktiken, die leider immer mehr Überhand nehmen. Uns kontaktieren so viele Autorinnen und Autoren mit dieser Frage, das ist wirklich beängstigend. Es zeigt aber auch, wie weit es in der Branche mittlerweile geht. Wir sehen „Schrifstellerei“ als Beruf und Berufung an, keine Autorin und kein Autor sollte für seine Arbeit bezahlen müssen.
Crowdfunding steht für Schwarmfinanzierung und bedeutet eigentlich, dass Menschen gemeinsam Projekte aller Art finanzieren und realisieren. Wir wollen in diesem Zug Crowdpublishing in der Branche etablieren, hier haben Leserinnen und Leser die Möglichkeit Bücher zu unterstützen und damit eine Publikation zu ermöglichen. Damit gestalten sie gemeinsam die Literaturlandschaft und überlassen dies nicht einem abstrakten Markt, nachdem Großverlage derzeit kalkulieren. Das Tolle: jede Unterstützung wird belohnt – es handelt sich also nicht um Spenden oder reines Sponsoring – jeder Funder erhält immer einen Gegenwert entsprechend seines Einsatzes, sei in Form eines Buches mit persönlicher Widmung oder in der Übereignung des Werkes auf den Namen seines Mäzens. 
Crowdpublishing ist also ein Merkmal das uns deutlich von allen anderen Verlagen unterscheidet. Dies wiederum macht es möglich, dass wir auf eine faire und nachhaltige Produktion wert legen können (wir nennen das fairpublishing), so erhalten beispielsweise Autorinnen und Autoren ein faires Honorar (weit über dem Branchendurchschnitt). Außerdem fördern wir den regionalen, inhabergeführten Buchhandel, in dem wir auf den Vertrieb über große Internetdienstleister verzichten und der Buchhandlung von nebenan weitaus bessere Konditionen anbieten.
Der dritte wichtige Punkt heißt lifestylepublishing. Gerade in Zeiten des ebooks ist für uns wichtig, Literatur als Lebenstil zu definieren. Unser Verlag steht also auch für eine Marke, mit eigenem Branding. Wir achten hier also auf ein gutes Design, gute Verarbeitung und schöne Gestaltung. Wir wollen ein Buch als Statussymbol.
-Ist die Gründung eines klassischen Verlages in Zeiten des self publishings nicht in etwa so wie das Eröffnen eines Tante-Emma-Ladens in einer Straße voller Supermärkte?
Jonas:
Nein. Selfpublishing ist ein Weg, der sich aufgrund des desolaten Zustands der Branche entwickeln musste. Wäre die Branche „richtig“ bräuchte es das Selfpublishing nicht. Wir aber greifen die Vorteile des Selfpublishings auf und verbinden diese mit traditioneller Verlagsarbeit. 
-Was du oben erzählt hast, klingt jetzt ein wenig elitär. Wie erreicht ihr denn euer Publikum? Wer ist die Crowd und wo kaufe ich eure Bücher? Ist es denn nicht so, wie es Einem scheinen könnte, dass 90% der Leser erstmal eine amazon-Suche starten, wenn sie was lesen wollen? 
Jonas:
Ganz bestimmt ist das so. Genauso kaufen viele im großen Supermarkt, anstatt im Bioladen nebenan. Aber ich glaube das Ziel sollte sein das Publikum dafür zu sensibilisieren. Und ich glaube, dass ist der richtige weg. Immerhin gab es vor 20 Jahren gerade mal Hippie-Bioläden mit Demeter & Co. und heute hat jede Kette ihr Biosiegel. Das Internet ist und wird immer der erste Weg sein, deshalb ist es wichtig diesen Weg mitzugehen, aber dennoch für Werte und Wertigkeit zu stehen. Die Crowd können letztlich alle sein. Leserinnen und Leser, Buchhändlerinnen und Buchhändler, Journalistinnen und Journalisten, Mäzeninnen und Mäzene und und und.
-Wie kann man denn Teil davon werden? Wenn ich zum Beispiel ein Projekt von euch fördern wollte? Wie findet ihr mich oder ich euch?
Jonas:
Als Basis für unsere Fundings dient startnext. Die Plattform hat bereits eine hervorragende Infrastruktur und ist richtig gut etabliert. Da aber nicht jede Interessentin und jeder Interessent unbedingt internetaffin ist, wird es auch die Möglichkeit geben uns direkt zu die Unterstützung zukommen zu lassen, damit wir diesen Anteil dann in das Funding einfließen lassen können. Hierfür folgen aber noch genauere Infos auf unserer Seite. 
-Du erzähltest mir vorab schon mal, dass eure Bücher auch nach gewissen ökologischen Kriterien hergestellt werden- wie sehen diese aus und: dann sind sicher hohe Ladenpreise zu erwarten, oder?
Jonas:
Der Ladenpreis entspricht tatsächlich dem Wert des Buches. Da wir Hard- und Softcover vereinen, wird auch der Preis genau zwischen diesen zwei Sparten liegen. Das bedeutet einheitlich 15 € für das gedruckte Buch und 7 € für das eBook. Damit ist die umweltorientierte Produktion aber auch das faire Honorar möglich. Aber auch hier stützt das crowdpublishing wieder unser Konzept, denn ohne die Crowd wären Materialien, Papiere und Honorare dieser Art nicht möglich.
-Und euer Programm? Fantasy, Romantasy, n` paar Vampire oder Wanderhuren sind nach dem, was du so erzählst, wohl eher nicht zu erwarten, oder? Vielleicht statt dessen post-post-postmoderne Hipster-Lyrik? 
Jonas:
Ha! Wir machen Literatur. Damit ist alles möglich. Leserinnen und Leser sind so verschieden, daher wollen wir kein Genre ausschließen. Ein Buch, dass seine Leserinnen und Leser findet, wird publiziert.
-Du sagtest schon: es haben sich viele Autoren für euer Konzept begeistert. Gibt es also schon Projekte, die ihr sicher bringen werdet und wann ist mit dem ersten kladde- Buch ungefähr zu rechnen? 
Jonas:
Ja. Und vor allem haben uns auch renommierte Autorinnen und Autoren angesprochen – das hat uns umgehauen. Wir haben mittleiweile rund sechs Projekte im Anschlag, eines wird in Kürze starten – passend zu Weihnachten ein schönes, weihnachtliches Kinderbuch. Aber mehr verrate ich nicht. Wer mag, kann uns bei Facebook (
http://www.facebook.de/kladdebuchverlag) folgen oder den Newsletter abonnieren und erfährt dort regelmäßig die bevorstehenden Projekte.
-Sucht ihr denn aktuell noch Manuskripte oder sind die Lagerhallen schon mehr als gut gefüllt?
Jonas:
Ich glaube, wir werden immer neue Manuskripte suchen und annehmen. Was würden wir alles verpassen? Wir reagieren auch auf das wachsende Interesse. Falls also nun Textfluten über uns hereinbrechen, werden wir genug fleißige Lektoren haben, die diese Flut zu bändigen wissen.
-Irgendwo hab ich ein wirklich toll gemachtes Video gesehen, das eure Idee unheimlich anschaulich rüberbrachte!
Hast du da einen Link, den ich meinen Lesern mitteilen könnte!? Euch selbst findet man also auf Facebook etc., aber ihr habt auch eine sehr schöne Homepage! 
kladde
Jonas:
Wir sind auch selbst heimlich ganz stolz auf unsere Website. Denn sie entspricht auch unserer Vorstellung einer modernen Manufaktur, das, was wir auch präsentieren wollen.
http://www.kladdebuchverlag.de  Und: Ja, wir haben bisher zwei kleine Powtoons produziert:
http://kladdebuchverlag.de/video-so-geht-kladde-fur-autoren/  und
http://kladdebuchverlag.de/video-geht-kladde-fur-die-crowd/.
-Ich wünsche euch wirklich ganz viel Erfolg mit euren Ideen und Projekten. Das Ganze spricht mich sehr an und ein Blick auf eure Seiten lohnt sich meines Erachtens sehr!
Jonas:
Danke! Wir hoffen auch sehr, dass wir noch mehr Menschen von dieser Idee begeistern können. Wir brauchen in jedem Fall so viele Unterstützer wie möglich, sei es in den Fundings, in der Presse oder im Weitererzählen.
-Eine Frage noch als Bewunderer deiner eigenen Erzählkunst: Wirst du selbst noch Zeit zum Schreiben finden- bei all der Lektüre und Bearbeitung „fremder“ Texte?
Jonas:
Ich habe Texte in Vorbereitung, aber das hat für mich derzeit keine Priorität. Wobei es schön wäre, mehr Zeit zu haben. 
Dann bin ich gespannt, was wir in Zukunft von euch zu lesen und zu sehen bekommen und danke dir ganz ganz herzlich für diesen interessanten Einblick in euer Tun! Alles Gute und viele Grüße an deine Mitstreiter. Ich behalte euch auf jeden Fall im Auge!
Wie Jonas schon sagte: -So eine Idee braucht Öffentlichkeit und Verbreitung, um zu wirken! In seinem und im Interesse des Verlags würde ich mich über eine Verbreitung dieses Interviews sehr freuen. Postet es, rebloggt es, erzählt euren Offline-Freunden davon, schickt Brieftauben oder trommelt dafür, wenn es euch überzeugt hat! Danke!
 

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Ein literarisches Gespräch mit Matthias Engels und Wolfgang Schnier

Vor einigen Wochen verkündete Sebastian Schmidt auf seinem textbasis.blog, dass meine Geschichte -Seestück- seine Ausschreibung Des Sommers dunkle Seite, gewonnen hatte. Aus diesem Anlass planten wir, ein ausführliches Interview zu führen, welches dann letztlich auf ganz spezielle Weise stattfand. Gemeinsam mit dem dazugestoßenen Lyriker und Autoren Wolfgang Schnier sprachen wir über mehrere Wochen hinweg über Literatur im Allgemeinen und im Speziellen.

Das Gespräch selbst gliedert sich in vier Abschnitte:
Im Block eins geht es allgemein um den Buchmarkt, den Einfluss des E-Books auf die Verlagswelt.
Block zwei behandelt ausführlich das Handwerkszeug aller Textschaffenden: das Schreiben.
Mit Block drei schließlich widmeten wir uns dem Thema: Literatur und Gesellschaft und in Block vier stellten wir einander unsere ganz konkreten literarischen Projekte vor.

Ein derart intensives und anregendes Gespräch habe ich selten geführt.
Ich danke Sebastian und Wolfgang für diese außerordentliche Erfahrung und wünsche allen Lesern schon einmal vorab viel Vergnügen.

Ein Kommentar

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„Der lyrische Mittwoch“ ist eine sehr schöne Serie des textbasis.blog, die Lyriker und ihre Texte präsentiert. Ich freue mich, heute dort Gast zu sein.

-Der lyrische Mittwoch 14- Interview beim textbasis.blog

scree

2 Kommentare

3. Juli 2013 · 7:46 am

-Ich mach was mit Büchern- Interview

Wer mindestens 18 Jahre alt geworden ist, hat Stoff für zig Romane

von Matthias Engels am 6. Juli 2011

in Interview-Reihe: Köpfe der Buchbranche

Matthias Engels

Matthias Engels

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

„Ein ganz normales Leben taugt für 1000 Geschichten“ ist so ein bisschen ein Motto für mich und mein Schreiben.

Ich mache nicht nur „was“ mit Büchern, eigentlich mache ich „alles“ mit Büchern. Wenn man es genau betrachtet, kreist mein ganzes Leben und Bücher um ihre Inhalte. Natürlich lese ich phanatisch, aber ich bin auch gelernter Buchhändler und verkaufe Bücher, oft ganz bewußt gegen den Mainstream. Als Kursleiter für Literatur in der Erwachsenenbildung spreche ich regelmäßig mit anderen interessierten Lesern über Bücher; ihre Konstruktion, ihre Geschichte, ihren Ton und Stil. Als Autor schreibe ich Lyrik (seit gefühlten 100 Jahren) und Romane. Ich mag die scheinbar ganz normale Welt in Büchern und speziell in meinen eigenen Geschichten, die oft autobiographisch wirken, aber meist nur nah an der Wirklichkeit entlang geschrieben sind. Irgendein Kollege sagte einmal, wer mindestens 18 Jahre alt geworden ist, hat Stoff für zig Romane. So ähnlich sehe ich es auch und gerade die scheinbar unspektakulären Leben, in denen auf den ersten Blick wenig passiert, finde ich spannend.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich arbeite meist morgens, wenn die Kinder zur Schule sind. Erste Skizzen zu Texten entstehen handschriftlich, in Kladden gesaut, bis ich genügend Material, einen ersten Satz habe, um anfangen zu können. Dann geht es an den Rechner. Der reinen Arbeitszeit am Text steht natürlich immer das Nachdenken gegenüber. Wie geht es weiter? Was muss noch unbedingt gesagt werden? Etc. Und die Recherche, denn ich mag es, meine fiktiven Geschichten mit realen Orten und Begebenheiten zu unterfüttern. Auch das braucht viel Zeit im Internet oder über Büchern und Zeitungen. Bin ich mitten in einem Text, bin ich sicher oft kein sehr angenehmer Gesprächspartner. Gewollt oder ungewolt, alles kreist um die Figuren oder einen Sachverhalt und die reale Welt hat es schwer, mich zu erreichen.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Nach nunmehr drei Romanen merke ich, dass ich gezielter arbeiten kann, effektiver. Ich verfüge jetzt über etwas Routine, was den Aufbau eines Textes angeht und dennoch muss ich noch so unsagbar viel lernen. Da ich immer nur eine begrenzte Zeit zum Schreiben habe, musste ich lernen, dann zu arbeiten, wenn es geht. Das alte Klischee vom Autor, den die Inspiration überfällt und sich sofort an die Arbeit macht, ist zwar hübsch, traf auf mich aber aus rein praktischen Gründen nie zu. Das war oft ein Problem, jetzt geht es besser. Früher fiel es mir außerdem schwerer, eine Konstruktion für den ganzen Stoff zu finden, der mir vorschwebte. Heute geht das schneller. Ich habe überdies gelernt, dass es genauso wichtig ist, Dinge auszulassen, um dem Leser Raum zum Phantasieren zu lassen. Früher habe ich gedacht, ich müsse alles ausformulieren und so hatten alle Texte einen Hang zum Monolog. Mittlerweile schätze ich den Dialog, der mir früher Probleme bereitete.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Erstens: das Gefühl, nach einem fertigestellten Text nie wieder etwas zu erzählen zu haben.

Ein Loch, in das man fällt und sich quält, obwohl man schon die Erfahrung gemacht hat, dass einen irgendwann ganz von alleine etwas anspringt und nicht mehr losläßt.

Zweitens: ich traue mich oft nicht an Dinge, die ich noch nicht versucht habe. Mittlerweile zwinge ich mich dazu, aber eine Hemmschwelle gegenüber mir fremden Stoffen und Genres ist noch da.

Wo finden wir Sie im Internet?

Ich habe eine eigene kleine Homepage, auf der es unregelmäßig frische Gedichte und Neuigkeiten von mir gibt, auch Leseproben meiner Romane und Erzählungen: www.matthiasengels.jimdo.com. Weiterhin gibt es Profile auf zahlreichen Seiten, z.B. beim Literaturbüro Westfalen oder dem Kulturserver NRW. Auch bei facebook gibt es eine Autorenseite.

Die Original-Webseite findet man hier:

ich mach was mit büchern

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mzbildInterview mit dem regionalen Buchblog LitBorken

http://litborken.wordpress.com/2013/05/20/matthias-engels-mit-jedem-buch-etwas-neues-ausprobieren/

Einige gute Fragen von Heike Vullriede von LitBorken, die ich gerne beantwortet habe.

4 Kommentare

31. Mai 2013 · 1:22 pm