Schlagwort-Archive: Bücher

Recherchebeifang

bücherzeile

Ein kleiner Beifang aus den Recherchen zu meinem aktuellen Romanmanuskript.
Diese heute noch ziemlich gültigen Zeilen über den Buchmarkt und den Buchhandel schrieb mein Protagonist wohlgemerkt im Jahre 1863.

„Wie gut haben wir es doch in Deutschland! Oft habe ich mich gefragt: wer bezahlt denn unsere allwöchentliche Flut neuer Bücher? Alle lesen kann sie ja doch Keiner mehr. Und dennoch, – die meisten Gedichte abgerechnet, an welche die jungen Lorbeerwütigen ihr Geld hängen, um das hübsche Bändchen den liebenswürdigen Tanten zu verehren, – diese Goldschnittmännchen abgerechnet, trägt doch jedes deutsche Buch seinem Verfasser noch ein paar Dukaten ein, der Verleger lässt es außerdem auf seine Kosten drucken und macht seine Geschäfte damit.“

 

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Schön hier! -Anthologie

Lieblingsplaetze Cover 20170616

Bald ist es nun endlich soweit!- Unsere Anthologie:
Schön hier!
Lieblingsplätze & Herzensorte in Westfalen
wird in wenigen Wochen im Dortmunder Buch-Verlag erscheinen.

Die erste Idee zu diesem Projekt entsprang meinem kranken Hirn 2014.
Von den Arbeiten an meinem letzten Roman verdrängt, musste sie leider liegen bleiben, bis sich Anfang des Jahres meine Kollegen Thorsten Trelenberg und Thomas Kade als Mit-Herausgeber anboten. Von da an ging es fix…28 Autorinnen folgten unserem Aufruf und lieferten wunderbare Texte.

Wir hatten nach ganz persönlichen, völlig subjektiven Lieblingsorten in der Region gefragt und jeder der angesprochenen Autoren konnte nach einigem Überlegen letztlich einen oder sogar mehrere solcher Orte benennen. Die Gestaltung der Texte war -bis auf eine gewisse Längenvorgabe- völlig frei: so erhielten wir wunderbare Gedichte, tolle Geschichten und andere interessante Texte.
Genauso breit gefächert wie die Formen sind die regionale Lage und die Art dieser besonderen Orte: von der Bank am Kanal in Münster über den Ostmarkt in Bielefeld bis zum eigenen Bett in Lünen ist alles vertreten. Viele Autoren steuerten außerdem sehr charmante eigene Fotos der ausgewählten Orte bei.
kartewestf

Die offizielle Präsentation des ca. 200 Seiten starken Buches findet am 26.08. im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Literaturfestivals hier! des Literaturlandes Westfalen statt.
Erhältlich wird es allerdings schon früher sein. Wir geben Bescheid!

Mit dabei sind und einen herzlichen Dank haben verdient:

Heide Bertram
Thorsten Trelenberg
Marion Gay
Hans- Ulrich Heuser
Patricia Malcher
Artur Nickel
Gottfried Schäfers
Jürgen Flenker
Ulrike Gau
Eva von der Dunk
Peter Gallus
Josef Krug
Antonia Kruse
Maike Frie
Andreas Laugesen
Thomas Kade
H.D. Gölzenleuchter
Matthias Engels
Torsten Reters
Hans Lüttmann
Hermann Borgerding
Maike Frie
Annette Gonserowski
Viktor Sons
Sabine Lipan
Anne-Kathrin Koppetsch
Claudia Hummelsheim
Angelika Ahlmann

Das Cover wie das Layout stammen von Manuela Dörr, der wir ebenfalls zu Dank verpflichtet sind.

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Out now: Warum ich lese

 

Im Mai vergangenen Jahres veröffentlichte Sandro Abbate auf seinem Novolero-Blog den Artikel Warum ich lese. Die Resonanz anderer Literatur-Blogger war groß; viele lieferten ihre persönliche Version des Leser-Werdens. Schnell war die Idee geboren, ein Buch daraus zu machen.

Nun ist dieser Plan wunderbare Wirklichkeit: „Warum ich lese“ ist jetzt als Gemeinschaftswerk 40 deutschsprachiger Buchblogger im noch jungen homunculus Verlag aus Erlangen erschienen, einem Verlag, der durch seine bibliophile Arbeit bereits von sich Reden gemacht hat.

Ich freue mich sehr, dass auch ich mit meinem dingfest-Blog dabei sein darf. Ein echtes Schmankerl für Leseratten und Bücherwürmer!

Außerdem mit dabei:
1001buecher.wordpress.combibliothekarium.debooknerds.debuchrevier.com,
buchstabenmagie.blogspot.debuecher-kater-tee.dechristianweis.orgdasdebuet.comdasgrauesofa.com,
filmtheaterlesesaal.blogspot.defraeuleinjulia.de,
kaffeehaussitzer.dekapri-zioes.dekulturgeschwaetz.wordpress.com,
laubet.delectureoflife.wordpress.comlesemanie.blogspot.de,
lesenmachtgluecklich.wordpress.comlesenslust.wordpress.comliteratourismus.net,
literaturgedanken.blogspot.comliteraturleuchtet.wordpress.comlohntdaslesen.de,
lustauflesen.demokita.denotizhefte.wordpress.comnovelero.de,
palomapixel.blogspot.depeter-liest.depinkfisch.netpoesierausch.com,
schiefgelesen.netsoundsandbooks.comwasmitbuechern.de und
zeichenundzeiten.com.

 

 

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Roman der Zukunft -ein Versuch-

hand_feder_04

Der Roman der Zukunft: schon immer und oft und ausgiebig ist darüber diskutiert worden, wie er auszusehen habe. Die gleiche Frage gibt es ja für die Lyrik, das Theater und Literatur an sich.
Ob es etwas Derartiges überhaupt geben kann -DER Roman, DAS Gedicht, DAS Drama der Moderne- sei einmal dahingestellt. Ein paar Überlegungen müssen dazu erlaubt sein:

Neulich stieß ich auf einen Artikel, der bemerkte, dass es heutzutage praktisch unmöglich sei, literarische Figuren in Situationen zu bringen, die nicht mittels Handy oder Internet zu lösen seien. In unzähligen Durbridge-Krimis sehen sich die Ermittler in Notsituationen erst einmal vor die Aufgabe gestellt, möglichst schnell eine Telefonzelle zu finden. Jemand wartet vergeblich auf einen alles entscheidenden Brief?  Heute –trotz regelmäßiger Poststreiks- kein Thema mehr, schickt man eben eine Mail oder SMS! Kafkas Landvermesser im Roman Das Schloss könnte heute leicht vor seiner Abreise Wikipedia über die Gewohnheiten und Begebenheiten seines Bestimmungsortes befragen und stünde hinterher nicht vor derlei Rätseln wie im Original. Dem amerikanische creative-writing-Lehrer Sol Stein zufolge, sind beinahe alle großen Romane auf einen einzigen Plot zurückzuführen: Die Suche. Jemand sucht etwas, Jemanden, einen Ort…wie leicht ginge das heute- mittels E-Mail, Facebook oder google maps?

Die einzig bleibende Erklärung, die dementsprechend auch immer häufiger in der Literatur auftauchen dürfte, lautet: Er/Sie hat kein Netz. Aber dafür muss man schon abgelegene Handlungsorte wie Höhlen oder Gebirge erfinden und dies ist bereits ein Punkt, an dem die technische Welt die Literatur prägt. Sicherlich werden wir demnächst öfter lesen: „Er/Sie hatte sein Handy vergessen“ und „Sein/Ihr Akku war leer.“ könnte ein Standard-Satz sein- aber das wären Taschenspielertricks, um Situationen zu erklären, die eigentlich nicht mehr vorkommen.

crusoeGut, Hans Castorp oder Büchners Lenz könnten sich also nach wie vor im Gebirge und im Schnee verlaufen, auch Robinson Crusoe würde auf seiner einsamen Insel wohl keinen Kontakt zur Außenwelt bekommen- allerdings gibt es derartige Inseln, die nicht zumindest von Luxus-Hotels als Tagesausflug angesteuert werden, kaum noch.

Das Jemand daran scheitert, etwas nicht zu wissen, oder sich wegen mangelnder Orientierung in brenzlige Situationen begibt, wird immer unwahrscheinlicher. Auch der Suche-Plot funktioniert also nur noch bedingt  mit Orten, Personen oder Informationen. Nur noch im Privaten und bei Gefühlen greift er. Weiterlesen

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Aus aktuellem Anlass aus dem Archiv: Hauptweg & Nebenwege- zur Lesebiographie

Dies hier war einer meiner allerersten Blogbeiträge vor nunmehr fast genau 2 Jahren. Ich hole ihn nun noch einmal aus der Versenkung hervor, da ich ihn am 11.06. im Rahmen einer Veranstaltung öffentlich lesen werde. Zum 25jährigen Ortsjubiläums unserer Stadtbücherei gestalte ich einen Abend mit Texten zu Bibliotheken und dem Sammeln von Büchern. Nach Borges, Manguel, Perec und Nossack bekommt das Publikum dann diesen Text von mir selbst zum Abschluss.

Die Veranstaltung: Staubige Mitbewohner oder: eine Art Paradies- beginnt um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Steinfurt. Es gibt auch Musik. Das gesamte Programm der Festwoche WortWelten gibt es hier.

Klee_HWNWHauptweg und Nebenwege– so heißt ein Gemälde von Paul Klee aus dem Jahre 1929.

Es ist auch ein guter Titel für eine Biographie, wie ich finde. Der einzig mögliche Titel eigentlich. Ich benutze ihn auch gern im Zusammenhang mit dem, was ich Lesebiographie nenne. (Und: Sehe nur ich das, oder ähneln die rechteckigen Felder auf Klees Gemälde nicht unzähligen Buchrücken- verschieden breit, verschieden hoch, in allen möglichen verschiedenen Farben?)

Mit der Sesamstraße brachte ich, der nicht zum Kindergarten ging und morgens mit der Mutter allein zu Haus, das Alphabeth bei –oder zumindest Teile davon, so dass ich bei meiner Einschulung schon einige Worte mehr schreiben konnte als die meisten meiner Mitschüler.

Nur wenige Jahre später verbrachte ich die Sonntagmorgende, an denen ich noch kurz zu meinen Eltern ins Bett durfte, bevor es zum Frühstück ging, mit dem Lesen der Buchrücken, denn meine Eltern hatten ein Doppelbett, hinter dessen Kopfende ein Bücherregal angebracht war. Hauptsächlich bestand die Bibliothek meiner Eltern aus den monatlichen Hauptvorschlagsbänden des Deutschen Bücherbundes, aber das war mir damals noch egal. Sir Walter Scotts Ivanhoe, Cervantes, Konsalik und Simmel standen in dem Regal friedlich an der Seite merkwürdiger Titel wie Apollonia und ihr Rittmeister oder so ähnlich, deren Inhalt mir damals aber noch genauso unbekannt war wie der der Klassiker nebenan.

Wenn mein Vater Nachtschicht hatte, schlief ich auf einem Klappbett im Zimmer meiner Mutter, damit Vater sich morgens ungestört in mein Bett legen konnte, welches auf dem ausgebauten Dachboden stand und für ihn verlässlicher Ruhe versprach. Weiterlesen

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Borges: „Lesen ist Denken……“

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28. September 2014 · 11:12 am

– Kommt ein Blogstock geflogen…-

bücherwand

Mit etwas Verspätung greife ich mit diesem Beitrag die Einladung Wolfgang Schniers auf, der mir freundlicherweise dieses Blog-Stöckchen zuwarf. Über Bücher schreiben? -Für Jemanden, der liest wie blöd und auch selbst Bücher verfasst, kann und muss das nur eine Freude sein! Und das ist es für mich. Durch diese Fragen noch einmal einen Blick auf die eigene Lesebiographie und das eigene Lektüreverhalten zu werfen, ist allemal eine Pause vom Alltag wert. Gern hätte ich es früher getan, aber erst jetzt, wo mein neues Manuskript beim Verlag und ein möglicher Titel gefunden ist, etc., gewinne ich  neben dem weggelegten Stapel der zur Recherche benötigten Karten, Lexika und Biographien allmählich wieder meine Lust auf „fremde“ literarische Produktion zurück!

Nun denn: Danke, Wolfgang für die Einladung!

Welches Buch liest du momentan? Warum liest du das Buch? Was magst du daran?

Wie eigentlich schon die letzten Jahre ist mein Leseverhalten im Moment etwas aufgeteilt. Da ist auf der einen Seite das berufliche Lesen, als Buchhändler und Leiter mehrerer Lesekreise und auf der anderen ist die rein private Lektüre. Beide Seiten befruchten und ergänzen sich natürlich. Es gibt also nie nur EIN Buch, mit dem ich mich gerade beschäftige. Zudem ist der Jahresanfang für mich buchtechnisch immer eine besondere Zeit, denn unterm Weihnachtsbaum lagen mal wieder (durchaus erwünscht) ausschließlich Druckerzeugnisse, die noch nicht ab-„gearbeitet“ sind und Ende Janaur habe ich Geburtstag, zu dem sich dann (ebenfalls erwünscht) noch ein weiterer Stapel Bücher einfindet.
Wirklich sehr, sehr gereizt hat mich im vergangenen Herbst der erste Roman von Katharina Hartwell: Das fremde Meer. Jüngere deutsche Gegenwartsliteratur ist ja einer meiner Leseschwerpunkte und Katharina Hartwell ist vom unverschämt jungen Jahrgang 1984! Ich kanne bereits einige ihrer Erzählungen und war ohenhin auf etwas Größeres von ihr gespannt. Das fremde Meer hat dazu noch einen äußerst interessanten Ansatz und ich bin wirklich unglücklich, dass ich die Lektüre für neu anstehende Lesekreis-Bücher kurz unterbrechen musste. Hartwell erzählt ein und diesselbe Geschichte in jedem Kapitel in einem anderen literarischen Genre. Es gibt ein Märchen- und ein Science Fiction- Kapitel, ein historisierendes und so weiter, immer verknüpft mit kleinen Überleitungen, die die „eigentliche“ Geschichte fortführt. Alle Figuren wandeln sich und tragen jeweils andere Namen, aber die Grund-Konstellation bleibt immer erkennbar. Sehr mutig, aber sehr gekonnt.
Daneben lese ich abends immer ein paar Absätze in Martin Kessels Erzählung: Am Laubenheimer Platz, erschienen in der wunderbaren kleinen Reihe der Friedenauer Presse, bei der mich allein der Satzspiegel, das Papier und die Gestaltung in Verzückung versetzen. Kessel, dessen Roman: Herrn Brechers Fiasko ich bereits sehr schätze, war einer DER  Erzähler des Berlins der 20er Jahren. Wortwitz, Charme und ein enormer Esprit zeichnen neben einer großartigen ironischen Beobachtungsgabe seinen Erzählstil aus.
Ebenfalls so zwischendruch habe ich Kapitel aus Umberto Ecos neuem Buch: Die Geschichte der legendären Länder und Städte gelesen, da mich das Thema enorm interessiert und inspiriert und Eco ein so gleichermassen genauer und unterhaltsamer Erzähler ist. Tja und auf beruflicher Seite las oder lese ich gerade Lars Gustafsson, Alice Munro, Thomas Hettche und erneut Max Frisch, mit dessen Tagebüchern und Homo Faber wir uns in einem der Lesekreise beschäftigen. Dazu immer: Gedichte! Von Hans Ulrich Treichel, Hedrik Rost und William Carlos Williams, teils als Aufwärmer für die Lesekreise, teils als Anregung für meine nebenbei noch entstehenden eigenen Texte…

Wurde dir als Kind vorgelesen? Kannst du dich an eine der Geschichten erinnern?

Ich kann mich nicht konkret erinnern. Ich denke, die Geschichten, von denen ich weiß, dass meine Mutter sie erzählt hat, waren zum Teil vorgelesen. Vermutlich habe ich damals den Schnitt zwischen einer selbst erfundenen Geschichte und einer vorgelesenen einfach noch nicht gemacht. Noch bei den ersten von mir selbst gelesenen Büchern machte ich als Kind überhaupt keinen Unterschied zwischen Realität und Fiktion. Jedes Buch war wahr und einzigartig und allein für mich geschrieben- so war mein Gefühl, nein: meine Überzeugung! ALLE Protagonisten waren in gewisser Weise ICH, andere Erscheinungsformen und Teile meiner Selbst. Meine Eltern hatten mir irgendwann ein Buch geschenkt, in dem die Hauptfigur meinen Vornamen trug und ungefähr mein Alter hatte, sogar auf den Illustrationen sahen wir uns ähnlich. Vielleicht kam der Gedanke daher. Obwohl (oder gerade WEIL?) die Geschichte nichts mit meinem eigenen Leben zu tun hatte, war ich ungeheuer gespannt darauf, wie dieser Namensvetter sie durchleben würde. So ist es im Prinzip bis heute geblieben, stelle ich gerade fest. Jeder Held, selbst, wenn er mir nicht ähnlich sieht, ist eine Variante von mir selbst oder zumindest ein Vertrauter und Angehöriger derselben Spezies und somit als Identifikationsfigur tauglich.

bücherzeile

Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den/die du mal regelrecht verliebt warst?

Nach dem besagten Namensvetter aus dem Kinderbuch waren das viele, unendlich viele. Im wahrsten Sinne „verliebt“ war ich wohl in die kindliche Kaiserin aus Michael Endes Die unendliche Geschichte. Wie so viele heranwachsende Männer (ich definiere das übrigens bis etwa 65 Jahre) fühlte ich mich Salingers Holden Caulfield aus dem Fänger im Roggen besonders nah. Seine kindliche Verwunderung über die Welt und sein hartnäckiges Hinterfragen der Konvention auf der Schwelle zum Erwachsenwerden haben mir immer als Vorbild gedient. Aber ich kann mich heute noch in den Anti-Helden eines Hans Ulrich Treichel oder Wolfgang Herrndorfs hineinfühlen und sagen: „Ja, Mann! Genauso ist es!“

In welchem Buch würdest du gern leben wollen?

Die Frage ist für mich gleichbedeutend mit : In welcher Welt würdest du gerne leben, denn alle Geschichten spiegeln unsere wirklich Welt in mehr oder weniger konkreter Weise wieder. In den meisten Büchern gibt es genauso Gewalt und Misstände wie im Hier und Jetzt und ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich mich nach solchen sehnte! Ich will eigentlich kein Abenteuer und ich bin auch nicht auf Konflikte heiß. Es müsste eigentlich ein Buch sein, in dem Ruhe und Frieden herrscht, Versöhnlichkeit. Klar reizen die Welten von Tintenherz und Harry Potter oder Narnia, aber dort wird gekämpft, gemordet und verhext….. Nachbarn wie Dorian Gray oder Sherlock Holmes zu haben wäre natürlich toll, aber diese Dekadenz und all die grauenhaften Verbrechen verschafften dieser Welt auch nicht gerade einen Standortvorteil! Ich glaube, ich würde wohl höchstens in die Welt des Buches passen, an das ich mich als allersertes erinnere: Mein kleiner Esel Benjamin.  Die kleine Susi erzählt von ihrem Leben auf einer Insel im Mittelmeer, zusammen mit ihrem Papa, ihrer Mama, ihrer kleinen Schwester und vor allem mit Benjamin. Benjamin ist ein Eselbaby, das seit dem Tag bei Susi wohnt, an dem sie es mit ihrem Papa gefunden hat. Gemeinsam wird gespielt, gebadet, gelacht und geweint. Benjamin ist Susis bester Freund. Das folgende „Abenteuer“ ist so klein und das Happy End so absehbar, dass ich mir dieses kleine Buch als Heimstatt ganz gut vorstellen könnte. Weiterhin wären einige Lindgren-Bücher annehmbare Meldeadressen, denn dort sind meistens Sommerferien, herrscht angenehmes Wetter und die Erwachsenen sind überwiegend nett: Ja,  Bullerbü oder Saltkrokan würde ich ganz gern als Absender auf meine Postkarten an Freunde schreiben.

Nun müsste das Stöckchen von mir weitergeworfen werden- ich werde versuchen, diesr Aufgabe nachzukommen und unter meinen Blog-Kontakten noch den Ein oder Anderen anzusprechen, der noch nicht zum Zuge kam. Das kann aber ein paar Tage dauern- ich bitte um Geduld! Sollte sich derweil Jemand von diesem Beitrag angesprochen fühlen und selber Lust bekommen, die Fragen aus seiner Sicht zu beantworten- dann darf er das gerne tun! Ich würde mich freuen.

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