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-Interview mit der Autorin Patrice Talleur-

talleurHeute gibt es mal wieder einen Gast auf meinem Blog. Ich freue mich sehr, Patrice Talleur zum Interview begrüßen zu dürfen- eine außerordentlich interessante Autorin, deren wunderschönes Kinderbuch Flämmchen mich als ollen Romantiker und Vater zweier Kinder sofort gepackt hat, als ich auf der Seite des kladde buchverlages darauf stieß.

M.E.: Patrice, schön dass du Zeit gefunden hast, mir ein paar Fragen zu beantworten.

P.T.: Gerne doch. Schön, dass Flämmchen Dein Interesse geweckt hat.

M.E.: Erzähl mal, worum geht es in Flämmchen?

P.T.: Um die Erfüllung eines großen Wunsches. Und darum, dass man sich manchmal anstrengen muss um seinen Zielen näher zu kommen. Steine werden einem auch im echten Leben in den Weg gelegt … doch Ausdauer und Geduld zahlen sich eben doch aus! Da geht es dem Flämmchen nicht anders, als uns im „echten“ Leben.

M.E.: Der Verlag bezeichnet dein Buch als „nostalgische Wintergeschichte für Kinder“. Was genau daran ist nostalgisch? Und wendet sich die Geschichte wirklich nur an junge Leser?

P.T.: Nostalgisch mag die Sprache sein, vielleicht auch die Ruhe in dem Buch. Sicherlich gibt es Spannung, aber eben keine Hau-Ruck-Dramaturgie … das kann man durchaus als nostalgisch bezeichnen. Natürlich ist der Handlungsort nostalgisch. Flämmchen spielt zu einer Zeit, in der die Nachtwächter noch Nacht für Nacht die Straßen abliefen und die Laternen zum Leuchten brachten. Es gab noch kein elektrisches Licht – na, wenn das nicht nostalgisch ist!

M.E.: Die Frage, die jedes Mal gestellt wird, wenn man mit Autoren über ihre  Geschichten spricht, will ich natürlich nicht auslassen: Wie kamst du auf die Idee?

P.T.: Die habe ich in meinem Kopf gefunden. Sie war einfach da.

M.E.: Okay- glücklich, wer solche Geschichten einfach findet! Dein Buch ist ja auch wunderschön illustriert. Kannst du noch ein paar Worte zu den Bildern und ihrem Zeichner sagen? Kanntet ihr euch schon oder hat der Verlag euch zusammengebracht?

P.T.: Mit dem Zeichner Marc Robitzky verbindet mich eine lange Freundschaft, ihn für dieses Projekt zu gewinnen war mein Wunsch. Ich mag seine Art zu illustrieren. Wie von Zauberhand gelenkt entstehen durch seine Pinsel (so er noch mit Pinseln arbeitet) genau die Bilder, die ich beim Schreiben im Kopf hatte. Das ist toll!

flämmchenM.E.: Nun stieß ich auf dein Buch nicht in einer Verlagsvorschau oder auf einer Buchhandelsplattform, sondern auf der Crowdfunding-Seite startnext. Flämmchen erscheint bei einem ganz interessanten neuen Verlag mit einem besonderen Konzept. -Wie kam es dazu und was ist das besondere am kladde buchverlag, das dich dazu brachte, dort zu publizieren?

P.T.: Mich interessieren die neuen Wege – die neue Welt. Flämmchen ist für mich ein besonderes Buch. Aber es ist zu leise für den großen Rummel der großen Verlagshäuser. Es ist ein Buch, was vielleicht in einem großen Verlag untergehen würde. Es müsste sich gegen große Namen und brisante Stories durchsetzen. Dafür ist mein Flämmchen zu zart. Es ist eher ein Liebhaber-Projekt … und mit dem Team vom kladde buchverlag hat es bereits ein paar Liebhaber gefunden. Das freut mich sehr. Und wenn es genügend „neue“ Liebhaber findet, findet es auch den Weg in den Buchhandel.

M.E.: Man kann also ganz direkt zum Erscheinen von Flämmchen beitragen. Erklär mal kurz, wie das am besten funktioniert.

P.T.: Wem das Projekt gefällt, wer glaubt es könnte ihm gefallen, der kann bei der Finanzierung helfen – im Kleinen wie im Großen. Und das funktioniert über die Plattform startnext.de.  Man kann das Buch noch vor dem Druck kaufen und somit die Startauflage finanzieren. Da gibt es verschiedene Stufen, vom Leser zum Fan bis hin zum Gönner, Mäzen oder Patron. Je nachdem, wie viel man bereit ist zu investieren.

M.E.: Patrice, ich danke dir für dieses Gesräch und drücke dir und deinem Manuskript ganz ganz fest die Daumen!

P.T.: Ich danke ebenfalls! Wir können jeden gedrückten Daumen brauchen.

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Wer also dieses interessante Projekt und die Autorin Patrice Talleur aktiv unterstützen möchte, dem seien folgende Links ans Herz gelegt:

http://www.startnext.de/flaemmchen/pinnwand/ -Hier gibt es ausführliche Infos zu Manuskript und Autorin sowie eine umfangreiche Leseprobe. Und unter: http://kladdebuchverlag.de/ kann man sich über den Verlag, sein Programm und die kreativen Köpfe dahinter informieren.

kladde

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-Ich mach was mit Büchern- Interview

Wer mindestens 18 Jahre alt geworden ist, hat Stoff für zig Romane

von Matthias Engels am 6. Juli 2011

in Interview-Reihe: Köpfe der Buchbranche

Matthias Engels

Matthias Engels

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

„Ein ganz normales Leben taugt für 1000 Geschichten“ ist so ein bisschen ein Motto für mich und mein Schreiben.

Ich mache nicht nur „was“ mit Büchern, eigentlich mache ich „alles“ mit Büchern. Wenn man es genau betrachtet, kreist mein ganzes Leben und Bücher um ihre Inhalte. Natürlich lese ich phanatisch, aber ich bin auch gelernter Buchhändler und verkaufe Bücher, oft ganz bewußt gegen den Mainstream. Als Kursleiter für Literatur in der Erwachsenenbildung spreche ich regelmäßig mit anderen interessierten Lesern über Bücher; ihre Konstruktion, ihre Geschichte, ihren Ton und Stil. Als Autor schreibe ich Lyrik (seit gefühlten 100 Jahren) und Romane. Ich mag die scheinbar ganz normale Welt in Büchern und speziell in meinen eigenen Geschichten, die oft autobiographisch wirken, aber meist nur nah an der Wirklichkeit entlang geschrieben sind. Irgendein Kollege sagte einmal, wer mindestens 18 Jahre alt geworden ist, hat Stoff für zig Romane. So ähnlich sehe ich es auch und gerade die scheinbar unspektakulären Leben, in denen auf den ersten Blick wenig passiert, finde ich spannend.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich arbeite meist morgens, wenn die Kinder zur Schule sind. Erste Skizzen zu Texten entstehen handschriftlich, in Kladden gesaut, bis ich genügend Material, einen ersten Satz habe, um anfangen zu können. Dann geht es an den Rechner. Der reinen Arbeitszeit am Text steht natürlich immer das Nachdenken gegenüber. Wie geht es weiter? Was muss noch unbedingt gesagt werden? Etc. Und die Recherche, denn ich mag es, meine fiktiven Geschichten mit realen Orten und Begebenheiten zu unterfüttern. Auch das braucht viel Zeit im Internet oder über Büchern und Zeitungen. Bin ich mitten in einem Text, bin ich sicher oft kein sehr angenehmer Gesprächspartner. Gewollt oder ungewolt, alles kreist um die Figuren oder einen Sachverhalt und die reale Welt hat es schwer, mich zu erreichen.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Nach nunmehr drei Romanen merke ich, dass ich gezielter arbeiten kann, effektiver. Ich verfüge jetzt über etwas Routine, was den Aufbau eines Textes angeht und dennoch muss ich noch so unsagbar viel lernen. Da ich immer nur eine begrenzte Zeit zum Schreiben habe, musste ich lernen, dann zu arbeiten, wenn es geht. Das alte Klischee vom Autor, den die Inspiration überfällt und sich sofort an die Arbeit macht, ist zwar hübsch, traf auf mich aber aus rein praktischen Gründen nie zu. Das war oft ein Problem, jetzt geht es besser. Früher fiel es mir außerdem schwerer, eine Konstruktion für den ganzen Stoff zu finden, der mir vorschwebte. Heute geht das schneller. Ich habe überdies gelernt, dass es genauso wichtig ist, Dinge auszulassen, um dem Leser Raum zum Phantasieren zu lassen. Früher habe ich gedacht, ich müsse alles ausformulieren und so hatten alle Texte einen Hang zum Monolog. Mittlerweile schätze ich den Dialog, der mir früher Probleme bereitete.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Erstens: das Gefühl, nach einem fertigestellten Text nie wieder etwas zu erzählen zu haben.

Ein Loch, in das man fällt und sich quält, obwohl man schon die Erfahrung gemacht hat, dass einen irgendwann ganz von alleine etwas anspringt und nicht mehr losläßt.

Zweitens: ich traue mich oft nicht an Dinge, die ich noch nicht versucht habe. Mittlerweile zwinge ich mich dazu, aber eine Hemmschwelle gegenüber mir fremden Stoffen und Genres ist noch da.

Wo finden wir Sie im Internet?

Ich habe eine eigene kleine Homepage, auf der es unregelmäßig frische Gedichte und Neuigkeiten von mir gibt, auch Leseproben meiner Romane und Erzählungen: www.matthiasengels.jimdo.com. Weiterhin gibt es Profile auf zahlreichen Seiten, z.B. beim Literaturbüro Westfalen oder dem Kulturserver NRW. Auch bei facebook gibt es eine Autorenseite.

Die Original-Webseite findet man hier:

ich mach was mit büchern

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