Archiv der Kategorie: lyrisch

herbstschritt -Gedicht-

mit deinen eichenen augen
sinkst du gegen den saum des hügels
schwarz und gekrönt von bäumen
absichtsvoll verloren
blieb nur die gefiederte spur von dir
eine handvoll fährte kaum genug
für einen kopfschmuck
dein birkener blick sagt sand
allem aus dem du verschwindest
haftet etwas von dir an
mit allem was du versenkst
steigen die pegel ein stück
mit deinem herbstschritt
bleibst du bereits weit
weit hinter uns zurück

 

 

 

 

…es ist zwar laut Kalender Sommer, aber das Wetter erlaubt durchaus ein Gedicht mit etwas Herbst, nicht wahr?!

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Meinetwegen Alaska -Gedicht-

 

Okapi-Gmbh-Marktforschung-Feldarbeit-Bleistift
sag von mir aus
es komme dir spanisch vor
wir sind uns nur noch fern-
mündlich nah
ich sag es nicht gern
aber auch sowas kommt vor
sag mir alles was du weißt über:
meinetwegen havanna.

sag von mir aus
alles komme dir kleiner vor
wir bleiben uns nur noch fern-
schriftlich vertraut
man schreibt es nicht gern
aber auch sowas kommt vor
sag mir alles was du weißt über:
meinetwegen andorra

sag von mir aus
es komme dir kühler vor
aber wir halten uns noch fern-
warm
du hörst es nicht gern
aber auch sowas kommt vor
sag mir alles was du weißt über:
meinetwegen alaska

 

 

 

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English breakfast tea -Gedicht-

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English breakfast tea


draußen folgt die dämmerung deinem befehl
und bereitwillig stürzt sich der mond in dein glas
gehorsam versammeln sich die vögel zum chorgesang
und du greifst behände nach dem salz und der sonne

ich hänge noch fest im labyrinth der maserung des tisches
du richtest brett und löffel orthogonal und parallel
zu kante zu wand und zu fensterbank aus
und immer ist dein messer das schärfste

mein blick sinkt in die ölige schwärze des kaffees
während du die oberfläche deines tees in kalkuliertes kräuseln legst
er ist dünn du hast kontrolle über jedes einzelne trudelnde blatt darin
und sicher längst deren genaue zahl erfasst

ich finde mein brot vor lauter krümeln nicht mehr
wenn du das deine brichst fallen zwei oder drei und stets
geordnet genau in die linie sonnenlicht wir tauschen
zuckerwürfel übern tisch vergleichen die zahl unserer augen

nur an den stellen die dich betreffen
ist mein gewissen blank und abgegriffen
was mir steilwand ist ist dir nicht schwelle
verlangsamt nicht andeutungsweise deinen schritt

ich bin nur hier um deine abwesenheit zu bezeugen
das geflecht des sessels beklagt knarrend dein fehlen
die wände wiederholen was du vor tagen sagtest
und in der vase seh ich die tulpen die köpfe beugen

 

 

 

 

 

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Sunday poem

fürchte

 

..dies ist -neben anderen- auch zu finden auf meinem Profil bei fixpoetry

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Die Metadaten der Dinge

VBN

      Dieser Text könnte enthalten:
      1 Person, sitzend, Innenraum

heute ist tag eins der reise
entlang der linien in meiner hand
der himmel photoshopblau
und tätowiert mit vogelsilhouetten
aus dem kalender tropft blut auf den teppich
von jeder einstichstelle ist eine niederlage markiert
denn jeder tag hat zwei launische nachbarn
die dinge sind mit dem regal verbunden
und das regal mit der tapete
die tapete ist mit der wand verbunden
und die wand mit der ecke
die tasse ist mit dem tisch verbunden
und der tisch mit dem teppich
der teppich ist mit beton verbunden
und der beton mit stahl
der baum ist mit dem himmel verbunden
der himmel mit dem horizont
der horizont die häuser die hecken die straßen
sind mit dem boden verbunden
und der boden mit dem meer

die theoretische möglichkeit, rauszugehen
zwischen häuser die es gestern noch nicht gab
würfelformationen photoshopschwarz
im wind treibendes trockenes laub
hinter dir auf den wegen klingt wie feiner regen
der feine regen klingt wie die speichen von rädern
die speichen von rädern wie schritte hinter dir
auf im wind treibenden trockenen laub
aus diesem grund zu hause bleiben

Dieser Text könnte enthalten:
1 Person, sitzend, Innenraum,
Tisch und Essen

bei den verschlungenen pfaden auf dem tisch
zwischen brot butter und marmeladen
diese flecken auf der decke photoshoprot
diese canyons zwischen falten und krümelbergen
unberührt und fremd jedem forscherblick
an verkrusteten tassen nippen deine lippen
fossile krumen buchstabieren nonsens in braille
du lebst vom obstdekor auf den papierservietten
und dem gras: photoshopgrün auf der rückseite
der packung mit der lange verdorbenen milch

ziemlich zielloses dunkeln nun
jede stunde hat einen schrecklichen stammbaum
mit schemen sind die gardinen beschmiert
alle fluchttüren nachtgrau gestrichen
die tapeten bemalt mit möbeln, fenstern
mit schmutzigen gespenstern die nächte behängt
im holz werden die strukturen klarer, tiefer
der mond im rahmen hängt immer schiefer
und verlangt nach bildhaftigkeit und poesie:
aber alle vergleiche scheitern
er ist weder ein verlorenener ohrclip
trudelnd im photoshopblauen wasser des pools
noch eine halbe kopfschmerztablette,
die sich sprudelnd am grund des glases löst,
der mond bleibt
der mond bleibt
der mond


 

-dies ist der Anfang eines mittlerweile 8 Normseiten umfassenden Langgedichts.
Sollte irgendjemand Bock haben, das zu verlegen- ich hab nix dagegen.

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Sunday Poem: Der kleine Mann

mann

Der kleine mann
und sein kleiner tag

kleine vögel
an einem kleinen himmel/
kleine gesänge
aus kleinen kehlen/
kleine zeitungen
melden kleinigkeiten

ein kleiner regen
an einem kleinen tag/
ein kleines leben
in einer kleinen stadt

winzige stunden
vergehen an einem winzigen tag/
in einem winzigen jahr
wechseln winzige jahreszeiten

kleine schritte
über kleine straßen/
kleine einkäufe
in kleinen geschäften/
kleine mahlzeiten
in kleinen restaurants/

kaum sichtbare gefühle
nisten in einem kaum spürbaren herz/
kaum hörbare worte
werden gewechselt
an einem kleinen tisch
in einem kleinen zimmer

kleine hände berühren
eine kleine frau
kaum hörbare laute
aus einem kleinen mund/
eine kleine nacht kommt
über ein kleines land

ein neuer kleiner tag/
eine viel zu große sonne/
viel zu große gedanken
kommen und gehen
in einem kleinen kopf/

viel zu große wünsche
viel zu große sorgen/
ein kleines gestern
vor einem zu großen morgen

 

strich2

…mal was Älteres aus meinem 2012er Band
Cover_Armstrongs_Matthias_Engels_perspektiv

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Dieses Mal

 

 

unddies

 

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