English breakfast tea -Gedicht-

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English breakfast tea


draußen folgt die dämmerung deinem befehl
und bereitwillig stürzt sich der mond in dein glas
gehorsam versammeln sich die vögel zum chorgesang
und du greifst behände nach dem salz und der sonne

ich hänge noch fest im labyrinth der maserung des tisches
du richtest brett und löffel orthogonal und parallel
zu kante zu wand und zu fensterbank aus
und immer ist dein messer das schärfste

mein blick sinkt in die ölige schwärze des kaffees
während du die oberfläche deines tees in kalkuliertes kräuseln legst
er ist dünn du hast kontrolle über jedes einzelne trudelnde blatt darin
und sicher längst deren genaue zahl erfasst

ich finde mein brot vor lauter krümeln nicht mehr
wenn du das deine brichst fallen zwei oder drei und stets
geordnet genau in die linie sonnenlicht wir tauschen
zuckerwürfel übern tisch vergleichen die zahl unserer augen

nur an den stellen die dich betreffen
ist mein gewissen blank und abgegriffen
was mir steilwand ist ist dir nicht schwelle
verlangsamt nicht andeutungsweise deinen schritt

ich bin nur hier um deine abwesenheit zu bezeugen
das geflecht des sessels beklagt knarrend dein fehlen
die wände wiederholen was du vor tagen sagtest
und in der vase seh ich die tulpen die köpfe beugen

 

 

 

 

 

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Eingeordnet unter -, lyrisch

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