Rezension „Landschaft mit großem H“ auf: dasgedichtblog.de

landschaft mit großem h

Heute erschien auf: dasgedichtblog.de Hellmuth Opitz` Rezension meiner „Heimatgedichte“ im Bändchen „Landschaft mit großem H“. Ich freue mich sehr!
Der Rezensent meint:

„Wenn einen schon keine ausgeprägte Mundart heimatlich bettet, muss man die Augen scharf stellen, um Aussagen über das innere und äußere Zuhause machen zu können. Das gelingt Matthias Engels in seinem kleinen quadratischen Gedichtbändchen »Landschaft mit großem h« sehr überzeugend. Da geht es nicht um geografische Verortung, sondern um präzise Vermessung der inneren Koordinaten, zum Beispiel an einem x-beliebigen Morgen. Die ersten drei Strophen des Gedicht »Morgen, tarnfarben« beschwören den Wunsch des Verschwindens im Niemandsland zwischen drinnen und draußen, zwischen Innenwelt und Außenwelt: »heute keine milch und im kasten / nur schwarze post und möglichkeiten / sich abzusetzen wären gegeben gewesen // der park sagte tarnfarben morgen / ungarnte dich mit tau doch / du wurdest heimgekehrt // und nun das giftige blinken der feststation / und weitere anrufe in anwesenheit / obwohl du dich an unsichtbarkeit versuchst«.
Aber so gern das lyrische Ich auch abtauchen möchte, die Außenwelt hat sich in Form elektronischer Medien längst eingeschlichen und wartet auf Beachtung und Reaktion. Heimat wird hier nur im Mangel deutlich, im Vermissen eines Rückzugsortes, an dem man sich ohne Verpflichtungen und Verbindlichkeiten eine Tarnkappe aufsetzen und so unsichtbar werden kann. Schön, wie Matthias Engels hier der Schwarz-Weiß-Optik der Zivilisation in der ersten Strophe die Tarnfarben der Natur in der zweiten Strophe dialektisch entgegensetzt. Wenn man in einem Landstrich zuhause ist, der sich dem Betrachter nicht mit Sehenswürdigkeiten an den Hals wirft, wie zeichnet man dann ein aussagekräftiges poetisches Profil? Matthias Engels gelingt es im »heimatgedicht« mit einem scheinbaren Paradoxon: der Präzision des Ungefähren: »an den rändern franste das plane / aus ins krause, ins dickicht, / ins drohen der diaspora«. Auch so poetisch kann man Provinz auf den Punkt bringen.“

strich2

Noch mehr interessante Titel zum Thema bespricht Hellmuth Opitz im Originalartikel: http://www.dasgedichtblog.de/heimatleuchten/2017/04/03/

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