Staubige Mitbewohner in: Greven

bücherzeile

Gestern durfte ich im Rahmen des Literaturcafés der Stadtbibliothek Greven mein Programm Staubige Mitbewohner oder: eine Art Paradies zu Gehör bringen. Ein Nachmittag mit Texten, die sich allesamt um Bücher, Bibliotheken und die Lust wie den Frust des Sammelns drehen, zusammengestellt aus meiner manchmal recht obskuren Sammlung.
Nach dem in bester Heinz Erhardt-Manier verfasstem Text zu Bill Ramseys großartigem Kinderlied Der Bücherwurm, 1976 von Fredy Lienhardt gedichtet, folgte eine Groteske von Hermann Harry Schmitz, dem Düsseldorfer Dandy, trefflich musikalisch mit einem Ragtime eingeleitet von meiner musikalischen Muse Nanni Nolting.
Weiter ging es mit Tangoklängen und dem Papierhaus von Carlos María Domínguez. Ferner gab es Georges Perecs: Kurze Anmerkungen über die Kunst und die Art und Weise, seine Bücher zu ordnen, das übrigens empfiehlt, eine Bibliothek nie über die magische Zahl von 361 Titeln anwachsen zu lassen.
passagenlesungklein
Auch der von mir hoch geschätzte Hans Erich Nossack kam mit seiner „Plauderei“ Das Alltagsdasein von Büchern zu Wort und schilderte die Vor- und Nachteile der Regal-Nachbarschaften von Brentano und Brecht oder Jahnn und Jünger und stellte die Frage, ob es schicklich sei, die Bibel und Das Kapital nebeneinander zu stellen, da es sich ja bei beiden Büchern um Endzeit-Phantasien handele.
Zum Abschluss las ich meinen eigenen Text zur Lesebiographie: Hauptweg und Nebenwege, frei nach einem Gemälde von Paul Klee.  Weiterhin gab es lustige Buchhandels-Anekdoten, Häppchen von Borges, Musik, Kaffee und Kekse.
Am Ende versicherten wieder mehrere der zahlreichen Zuhörer, zu Hause nun gleich mal wieder ans Bücherregal zu gehen und umzusortieren.
Alles in Allem ein runder Nachmittag. Vielen Dank der Stadtbibliothek für die freundliche Aufnahme.

Und hier noch einmal mein Einstandstext: Der Bücherwurm

Es war einmal ein Bücherwurm,
der fraß sich durch den Bücherturm.
Erst fraß er ohne Rast und Ruh
sich durch zwei Bände Winnetou
fünf weitere Bände von Karl May
dann fraß er quasi nebenbei
Jim Knopf sowie Pinocchio,
vom Kochbuch Bände eins und zwo

Den Lederstrumpf, den Robinson
und 17 Bände Lexikon
dann fraß er einen Band Benimm,
das Märchenbuch der Brüder Grimm
dann machte er sich -husch husch husch-
durch den gesamten Wilhelm Busch
nach Pippi Langstrumpf lief er fix
durch Hotzenplotz und Asterix
und erst bei Schillers Wilhelm Tell
da fiel er tot von dem Gestell

 

 

 

 

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