Dylan & Mr. T.

 

..und auf einmal erhält der Nobelpreis für Bob Dylan eine politische Komponente. Gab Stockholm ihn vielleicht ihm, dem Barden des unangepassten, widerständigen Amerika, um ein Zeichen für Freiheit, Friede und Demokratie zu setzen?Einem Sänger, der tief in der uramerikanischen Musikgeschichte verwurzelt ist- mit freiheitsliebenden, linken Helden wie Pete Seeger, Woody Guthrie und schwarzen Bluessängern, den Ausgestoßenen der Gesellschaft?- Wenn ja, dann blieb es unverstanden.
Wenn man es recht betrachtet, verkörperte Dylan vor seiner Wandlung vom Hillbilly zum Hipster Mitte der 60er Jahre einen Prototyp des ländlichen, einfachen Amerikaners – wohl ein guter Teil der Leute, die gestern für Trump gestimmt haben. Minderbemittelt, wenig gebildet und voll Hass. Aber Dylans hinterwäldlerisches Auftreten in den frühen 60ern war nur Pose und außerdem war dieses Klientel damals noch links geprägt- ähnlich unseren „Arbeitern“, die fast durchweg SPD oder kommunistisch wählten
Später wandte sich Dylan der Politik fast gänzlich ab und erschloss surreale Traumwelten, heute präsentiert er hartnäckig ein Panorama einer vergangenen Zeit, eines vergangenen Amerikas und ein Erbe, dass wichtiger scheint denn je.

Trump ist ein Mann des Geldes, der Kälte, der Härte und der Unbarmherzigkeit. Ich gebe zu, ich bin geschockt.
Und ich habe Angst; vor dem was da kommt. Für mich verkörpert Dylan dieses große Land tausendmal mehr als sein neuer Präsident und ich bin ratlos, wie es soweit kommen konnte, dass eine so breite Masse aus Angst und Wut so auf ihn hereinfallen konnte.

Ich höre heute nur dies, um nicht gänzlich vom Glauben abzukommen, dass irgendwo irgendwer noch richtig tickt

 

 

 

 

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