150 Jahre Löns

 

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150 Jahre liegt der Geburtstag des wohl bekanntesten Heimatdichters Hermann Löns zurück. Für mich und meine Beschäftigung mit dem Begriff Heimat in der Literatur war er natürlich die ganze Zeit ein hassgeliebter Referenzpunkt. Erweise ich ihm also die zweifelhafte Ehre mit einem meiner Heimatgedichte, die jüngst als Band im Brot & kunst-Verlag erschienen: 

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Großeltern im Grauen

wiesen weiden fluß und brücken
und die überzeugung unumstößlich
dies hier und nicht anders sei die welt
schließlich blieben die feinabstufungen
verborgen hinter den Lärmschutzwänden
und nur die ersten fördertürme waren
gegenbeweis und positionsbestimmung

spät zurück als letzter überlebender und zeuge
in die gähnende vom tag vertrimmte gegend
schlaft, ihr buntgescheckten und versumpften
ufer, ihr trauernden weiden- der verloren geglaubte
nimmt seinen verwaisten platz im panorama ein
der verlust des verpassten tages hier Trophäe
und heldenhaft verschmerzt wie ein verfrorener zeh

wann wurde letztlich deutlich bewußt
dass wir alles wüßten über die welt an sich
wenn die einzig bekannte geschichte
der eigenen großmutter tagebuch wär
dass prognosen haltlos und
nur die wasserstände gradmesser
und gerade so wahr genug sind

strich2

landschaft mit großem haus:
Landschaft mit großem H
Brot & Kunst Verlag, 2016
104 Seiten, 13 Illustrationen von Dominik Beer
10 Euro, exklusiv beim Verlag

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