– Kafka über den Fasching in München 1911-

Helau und Alaaf! – Selbst die jecke Jahrezeit schlägt sich im Werk großer Literaten nieder. Ein Beispiel:

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Die folgende Notiz über Kafkas Besuch des Münchner Faschings 1911 tilgte Freund und Herausgeber Max Brod geflissentlich bei der Drucklegung der Tagebücher. Vor einigen Wochen noch wäre sie nur „aufschlussreich“ und „skurril“ gewesen- heute hat sie dagegen das Zeug, in den falschen Hals zu geraten und als Beitrag zu einer höchst verwirrenden und unangenehmen Diskussion verstanden zu werden…  ..:

„Sehr ergiebiger Fasching in München. Nach dem Meldeamt kommen während des Faschings über 6000 Frauen ohne Begleitung nach München offenbar nur, um sich koitieren zu lassen. Es sind Verheiratete, Mädchen, Witwen aus ganz Bayern, aber auch aus den angrenzenden Ländern.“

2 Kommentare

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2 Antworten zu “– Kafka über den Fasching in München 1911-

  1. Miss Hava

    Damals wie heute… 🙂
    (Ich frage mich gerade, was wir alles an höchst interessanten Texten verpasst haben durch die ganze Zensiererei…)

    • Tja, bei Kafka ist es ja zwiespältig. wir verdanken Brod, dass es überhaupt Kafka gibt und auch einige Zensuren- in anderen Editionen ist ja nun alles verfügbar. Spannend ist es auch, wenn Autoren selbst ihren Werken Beschränkungen auferlegen, wie beim 3. Tagebuch Frischs oder dem noch immer gesperrten Nachlass der Bachmann…da bin ich wirklich drauf gespannt….

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