Eine eheliche Szene – kurze Geschichte-

buch“Die geliebt werden, können nicht sterben,
denn Liebe bedeutet Unsterblichkeit.”

M. hatte dies der Seinen auf einem Zettel hinterlassen, zusammen mit einer Rose, bevor er aus dem Haus ging. Als er heimkam, stand die mit diesem Zeichen der Liebe Bedachte jedoch bereits wie eine Flamme in der Tür. „Es ist aus!“, sagte die Seine. M. schaute reinen Gewissen verblüfft drein. „Du googlest andere Frauen!“, fuhr sie fort. Das sei Unsinn, entgegnete er. Sie sei Alles für ihn und einzig!
„Doch, du hast eine Andere!“, ließ sie sich nicht davon abbringen. Hilf- und genauso ratlos hob M. die Hände und ließ sich von ihr energisch zu seinem Computer führen. „Schau her,“ sagte sie, ihr Ton nun fast triumphierend, „es steht noch schwarz auf weiß in der Suchmaske. Lies!“ M., verunsichert von ihrer Unverrückbarkeit, sah nun selbst nach und las in dem langen, flachen Feld mit der Lupe am Ende seinen eigenen Eintrag, hinter dem noch der Cursor blinkte: Emily Dickinson

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter prosaisch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s